Universitätsbibliothek Wien

Eine Pilotstudie zur Herzratenvariabilität bei affektiven Störungen und Angststörungen

Rüdisser, Nadine (2011) Eine Pilotstudie zur Herzratenvariabilität bei affektiven Störungen und Angststörungen.
Magisterarbeit, University of Vienna. Fakultät für Psychologie
BetreuerIn: Tran, Ulrich

[img]
Preview
PDF
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

Download (2544Kb)
DOI: 10.25365/thesis.13890
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29250.90979.530961-1

Link zu u:search

Abstract in German

Affektive Störungen und Angststörungen stellen einen Risikofaktor für kardiovaskuläre Herzerkrankungen dar. Beide Störungsbilder üben über das autonome Nervensystem einen Einfluss auf das Herzkreislaufsystem aus. Mit Hilfe des Parameters der Herzratenvariabilität (HRV) kann die Balance zwischen sympathischer und parasympathischer Modulation des autonomen Nervensystems der Herzfrequenz erfasst werden. Die HRV wurde in den letzten Jahren unter anderem als objektiver Parameter der Therapieevaluation bei Angst und Depression untersucht. Bestehende Studien sind jedoch empirisch eher schlecht fundiert und widersprechen sich in ihren Ergebnissen. Diese Pilotstudie beschäftigt sich mit der Fragestellung, ob sich die HRV-Werte bei Depressions- und Angstpatienten nach einigen Wochen stationärer Therapie in einer psychosomatischen Klinik erhöhen. Zudem sollten Zusammenhänge zwischen der Schwere der Symptomatik, der Alexithymie und den Emotionsregulationsstrategien Unterdrückung sowie Umbewertung ermittelt werden. Außerdem sollten die vermuteten Unterschiede zwischen Angststörungen und Depressionen vor allem in Bezug auf die parasympathischen Werte überprüft werden. Es nahmen insgesamt 23 Depressionspatienten und 7 Angststörungspatienten an den 24-Stunden-HRV-Untersuchungen teil. Da 14 Depressive und nur 2 Angstpatienten an den Prä-/-Postmessungen teilnahmen, konnten hauptsächlich Aussagen über die Veränderungen der HRV bei Depressiven getroffen werden. Erwartungsgemäß zeigte sich eine leichte Erhöhung der parasympathischen Werte (RMSSD, pNN50) bei Depressiven nach einigen Wochen stationärer Therapie und dies mit einer mittelhohen Effektstärke. Es stellte sich außerdem heraus, dass je ängstlicher die Depressiven waren, umso niedriger waren ihre HRV-Werte. Ebenso stand die allgemeine psychische Belastung, sowie die Tendenz positive und negative Emotionen zu unterdrücken, mit der Gesamtvariabilität (SDNN) in einem negativen Zusammenhang. Depressions- und Angstpatienten unterschieden sich nicht in den HRV-Werten der Zeitbereichsanalyse.

Schlagwörter in Deutsch

Herzratenvariabilität / autonomes Nervensystem / Angststörungen / affektive Störungen / Depression / Depressivität / Ängstlichkeit / Alexithymie / Emotionsregulation / Psychosomatik / Therapieevaluation

Abstract in English

Affective and anxiety disorders are risk factors for cardiovascular diseases, probably because of their influence on the cardiovascular system through the autonomic nervous system. The heart rate variability (HRV) is an indicator of the balance between sympathetic and parasympathetic modulations of the autonomic nervous system on the heart frequency. Among others, the HRV was used in previous research as an objective parameter to evaluate therapies of anxiety and depression. However, existing studies suffer from methodological problems and results were often contradictory. We investigated whether the HRV from patients with depression or anxiety disorders increased after a few weeks of inpatient therapy. In addition, relationships with symptom severity, alexithymia and emotion regulation strategies such as cognitive reappraisal and suppression were examined. Finally, we tried to replicate findings on differences between depressive and anxiety disorders in parasympathetic measures. 23 depressive patients and 7 patients with anxiety disorders participated in this study. As complete HRV data (baseline, post-treatment) were available for 14 depressive patients but only for 2 patients with anxiety disorders, analyses concentrated mainly on HRV in affective disorders. As expected, among depressives an increase in the parasympathetic measures (RMSSD, pNN50) was observed after a few weeks of treatment (medium effect size). In addition, the more anxious depressive patients were, the lower were their HRV values. Furthermore, global psychological impairment and the tendency to suppress or reappraise negative or positive emotions were negatively related to total variation of the HRV (SDNN). No differences between patients with depression and anxiety disorders were identified in HRV time-domain measures.

Schlagwörter in Englisch

heart rate variability / autonomic nervous system / anxiety disorder / affective disorders / depression / anxiety / alexithymia / emotion regulation / psychosomatic / therapy evaluation

Item Type: Hochschulschrift (Magisterarbeit)
Author: Rüdisser, Nadine
Title: Eine Pilotstudie zur Herzratenvariabilität bei affektiven Störungen und Angststörungen
Umfangsangabe: 117 S. : graf. Darst.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Psychologie
Publication year: 2011
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Tran, Ulrich
Assessor: Tran, Ulrich
Classification: 10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines
44 Medizin > 44.91 Psychiatrie, Psychopathologie
44 Medizin > 44.85 Kardiologie, Angiologie
AC Number: AC08490377
Item ID: 13890
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Edit item (Administrators only) Edit item (Administrators only)