@unpublished{othes3095, title = {Sp{\"a}tantik-fr{\"u}hchristliche Denkm{\"a}ler im mittleren Strumatal}, school = {Universit{\"a}t Wien}, author = {Hristina Tsoneva}, address = {Wien}, year = {2008}, keywords = {Herakleia Sintika / Sandanski / Panteleimon / Basilika / Christentum}, url = {http://othes.univie.ac.at/3095/}, abstract = {Die vorliegende Dissertation befasst sich mit den sp{\"a}tantiken und fr{\"u}hchristlichen Denkm{\"a}lern im mittleren Srumatal, dem {\"o}stlichsten Teil der r{\"o}mischen Provinz Macedonia. Es ist eine ausf{\"u}hrliche Analyse der fr{\"u}hchristlichen Denkm{\"a}ler dieses Gebiets gemacht worden, um die Entwicklung der Region in der Sp{\"a}tantike sowie die Umwandlung der st{\"a}dtischen Zentren in fr{\"u}hchristliche Bischofssitze zu verfolgen. Gepr{\"u}ft wurde, ob die mittlere Struma in der Sp{\"a}tantike ein gut entwickelter Teil der Provinz Macedonia geblieben ist. Die folgende Analyse basiert auf den Ergebnissen der in den letzten Jahrzehnten durchgef{\"u}hrten arch{\"a}ologischen Untersuchungen. Dazu wurden alle untersuchten Objekte und das arch{\"a}ologische Material, epigrafische Denkm{\"a}ler sowie die gefundenen M{\"u}nzsch{\"a}tze und M{\"u}nzfunde aus dem Strumatal ben{\"u}tzt. Es zeigt sich, dass die wesentlichen Ortschaften bei den heutigen St{\"a}dten Kresna, Sandanski, Melnik und bei den heutigen D{\"o}rfern Rupite, Mikrevo, Katunzi, Mitino waren. Die Analyse der jahrzehntelangen Forschungst{\"a}tigkeit im Tal zeigt, dass das bedeutende Stadtzentrum im Tal der mittleren Struma in der Sp{\"a}tantike die Stadt unter dem heutigen Sandanski war. Die Errichtung eines Bischofssitzes in der sp{\"a}tantiken Stadt steht in Zusammenhang mit ihrem administrativen Rang. Ein Beweis, dass es hier einen Bischofssitz gab, sind die untersuchten christlichen Geb{\"a}ude. Die stratigraphische Analyse der untersuchten Bauten gibt die M{\"o}glichkeit, die charakteristischen Besonderheiten der st{\"a}dtebaulichen Evolution in der Stadt zu bestimmen und die Entwicklung der Stadt in der Zeit vom 4. bis zum 6. Jh. zu verfolgen. Die Betrachtung der st{\"a}dtebaulichen {\"A}nderungen zeigt, dass sie mit den sich {\"a}ndernden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen und insbesondere mit der Ausbreitung des Christentums in Verbindung stehen. Eine wichtige Rolle bei der Verbreitung des Christentums im Tal hat auch der Basilikakomplex beim Dorf Mikrevo gespielt. Die reich geschm{\"u}ckte Basilika mit Synthronon und Ambo, sowie der Bau zweier Baptisterien bezeugt, dass hier auch ein Priester mit hohem Rang gedient hat. Die Analyse beweist, dass die Stadt, die wohl Herakleia Sintika gewesen sein kann, auch spezielle Bedeutung f{\"u}r die Entwicklung dieser Region hat. Die Lokalisierung von Herakleia Sintika deutet darauf hin, dass es noch einen Bischofssitz im Tal der mittleren Struma gab. In der Dissertation wurde die Entwicklung einer {\ensuremath{\kappa}}{\ensuremath{\omega}}{\ensuremath{\mu}}{\ensuremath{\eta}} bei der Stadt Melnik verfolgt. Es ist interessant, dass sie am Ende des 6. Jhs. in der unruhigen Zeit der Bischofssitz bei der Stadt Sandanski ersetzt und seine Funktion {\"u}bernimmt. In der mittleren Struma wurde auch eine reiche villa rustica beim Dorf Mitino registriert. Vom hohen Lebensstandard sprechen die gefundenen goldenen und bronzenen M{\"u}nzen sowie die vielfarbigen Malereien des Geb{\"a}udes. Durch Sondierungsgrabungen wurden auch massive Wohnh{\"a}user und Wirtschaftsbauten in der Stadt Kresna sowie noch eine Basilika beim Dorf Katunzi entdeckt. Die arch{\"a}ologischen Ausgrabungen beweisen eine Kontinuit{\"a}t in der Entwicklung der mittleren Struma zwischen Antike und Sp{\"a}tantike. In der Sp{\"a}tantike bekommt die Region eine neue Struktur und das Territorium des bedeutenden Zentrums bei der Stadt Sandanski wurde reduziert. Die beschriebenen M{\"u}nzfunde und M{\"u}nzsch{\"a}tze aus der Region zeigen, dass die mittlere Struma zwei Mal in der Sp{\"a}tantike vernichtet worden war: das erste Mal bei den gotischen {\"U}berf{\"a}llen im Jahre 378, die zweite Mal in der zweiten H{\"a}lfte des 6. Jhs. Die M{\"u}nzfunde sowie arch{\"a}ologischen Ausgrabungen schweigen {\"u}ber die gotischen {\"U}berf{\"a}lle am Ende des 5. Jhs. Diese Periode war im Gegenteil eine Bl{\"u}tezeit der Entwicklung der Region. Die ausf{\"u}hrliche Analyse der fr{\"u}hchristlichen Denkm{\"a}ler aus diesem Gebiet gibt die M{\"o}glichkeit, in Zukunft mit diesem Forschungsmaterial die antiken Quellen zu erg{\"a}nzen. Es ist wichtig zu {\"u}berpr{\"u}ften, ob die mittlere Struma bei der Entwicklung der Provinz Macedonia eine bedeutende Rolle gespielt hat. } }