@unpublished{othes28682, title = {Menschen und Mischwesen}, school = {Universit{\"a}t Wien}, author = {Bettina Reichardt}, address = {Wien}, year = {2013}, keywords = {ostgriechische Keramik / griechische Vasenmalerei / griechische Ikonographie / Archaik / Kleinasien}, url = {http://othes.univie.ac.at/28682/}, abstract = {Die vorliegende Arbeit widmet sich den Bildern von Menschen und Mischwesen mit Menschenk{\"o}rper in der ostgriechischen Vasenmalerei archaischer Zeit. Eine neue Zusammenstellung des bislang publizierten Materials bietet die Grundlage, die zentralen Bildthemen zu ermitteln: Solche, die h{\"a}ufig dargestellt werden und solche, die sich aufgrund ihrer Darstellungsweise, Zeitstellung und der Bildtr{\"a}ger, auf denen sie angebracht sind, zu Gruppen zusammenschlie{\ss}en lassen. Die Bildthemen werden jeweils vorgestellt und im Vergleich mit den Darstellungen anderer Landschaften ikonographisch untersucht, um schlie{\ss}lich nach der Deutung der Bilder in ihrem urspr{\"u}nglichen Rezeptionskontext zu fragen. Die Untersuchung geht jeweils von den Vasenbildern aus. Ausgew{\"a}hlte Darstellungen der untersuchten Bildthemen in anderen Materialgattungen werden hinzugezogen, um das bei den Vasenbildern gewonnene Bild zu erg{\"a}nzen und um jeweils zu {\"u}berpr{\"u}fen, inwieweit es sich um ein gattungsspezifisches Thema handelt. Besonderes Augenmerk gilt im Rahmen der ikonographischen Untersuchung dem Vergleich der ostgriechischen Darstellungen mit denen anderer Landschaften, vor allem den Vasenbildern des Mutterlands, die aufgrund ihres Bilderreichtums traditionell im Fokus des Forschungsinteresses standen. Dahinter steht die Frage, ob es {\"u}berhaupt eine spezifisch ostgriechische Ikonographie in archaischer Zeit gibt, oder ob diese weitgehend derjenigen der anderen Landschaften entspricht. Zu Beginn wird die Frage nach dem Anfang der Menschen- und Sagendarstellungen im ostgriechischen Bereich gestellt. Die n{\"a}chsten Kapitel widmen sich Darstellungen von Menschen in verschiedenen Rollen, so bei Tanz, Gelage, Reigen, Prozession und Opfer sowie als Gabenbringer. Sodann werden die besonders h{\"a}ufig vorkommenden Mischwesen untersucht, also Satyrn und Kentauren. Dazwischen werden {\"u}bergreifende Themen in eigenen Kapitel behandelt: Zum einen die Kleidung, die f{\"u}r die Ikonographie aller Bilder von Menschen von Bedeutung ist; zum anderen Fl{\"u}gelfiguren und Naturdarstellungen, Themen, die in der arch{\"a}ologischen Forschung traditionell als ?typisch ionisch? gelten. Darstellungen von Menschen und Mischwesen setzen in den ostgriechischen Vasenbildern vergleichsweise sp{\"a}t ein. Eine dichtere Reihe beginnt erst an der Wende vom 7. zum 6. Jh. und damit deutlich sp{\"a}ter als im Mutterland. Ab dieser Zeit ist die ostgriechische Vasenmalerei in ihrer Darstellungsweise insgesamt weder besonders r{\"u}ckst{\"a}ndig noch besonders innovativ. Sie hat Teil an den zentralen Str{\"o}mungen ihrer Zeit und ist in vielen F{\"a}llen auf dem jeweils neuesten Stand. Die Bildsprache unterscheidet sich nicht grundlegend von derjenigen anderer griechischer Landschaften. Auch die ostgriechischen Bilder zeigen nicht nur Elemente der sichtbar den Menschen umgebenden Welt, sondern nutzen Bildelemente, etwa Pflanzen oder Fl{\"u}gel, um nicht Sichtbares wie Stimmungen, Eigenschaften oder g{\"o}ttliche M{\"a}chte ins Bild zu setzen. Die Topoi zu vermeintlich ?typisch ionischen? Eigenheiten der ostgriechischen Ikonographie finden in der Gesamtheit der Bilder keine Best{\"a}tigung. Die Eigenheiten der ostgriechischen Vasenbilder zeigen sich vielmehr im Detail: Zum einen in eigenen Variationen allgemein verbreiteter Themen, zum anderen in besonderen Auspr{\"a}gungen von Figuren oder ihrer spezifischen Verwendung auf bestimmten Gef{\"a}{\ss}formen. Auch in Details der dargestellten Kleidung m{\"o}gen sich lokale Praxis, Br{\"a}uche und Traditionen spiegeln. Insgesamt sind die Unterschiede aber nicht so ausgepr{\"a}gt, dass sie auf ein v{\"o}llig anderes Lebensgef{\"u}hl oder Gesellschaftsbild im ostgriechischen Raum schlie{\ss}en lassen. Die griechische Ost{\"a}g{\"a}is bildet vielmehr einen einheitlichen und k{\"u}nstlerisch eng vernetzten Kulturraum mit dem Mutterland. -- Der Arbeit liegt eine DVD mit 1413 Abbildungen der im Katalog aufgef{\"u}hrten St{\"u}cke bei.} }