%0 Thesis %9 Diplomarbeit %A Grammer, Benedikt %C wien %D 2013 %F othes:26993 %I uniwien %K Archäologie / Provinzialrömische Archäologie / Pannonien / Stadtentwicklung / Antikenrezeption / Carnuntum / Aquincum %P 305 S. : Ill., Kt. %T Stadtentwicklung im 3. Jahrhundert n. Chr. in Pannonien %U http://othes.univie.ac.at/26993/ %X Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung von Carnuntum und Aquincum in der Soldatenkaiserzeit. Innerhalb der althistorischen Forschung wird diese Epoche kontrovers beurteilt. Das lange mit der Soldatenkaiserzeit assoziierte Bild von Krise und Verfall wurde als zu einseitig der schriftlichen antiken Überlieferung folgend kritisiert. Neuere Forschungsansätze versuchen daher ergänzende Quellen zu gewinnen, indem sie verstärkt auf archäologisches Material zurück greifen. Am Beispiel der pannonischen Städte von Carnuntum und Aquincum können Probleme des Zusammenspiels archäologischer und historischer Quellen, der Datierung archäologischer Funde, und der Bedeutung des geschichtlichen Kontextes für das Verständnis von archäologischem Material diskutiert werden. Auf eine Verschiebung der altgeschichtlichen Perspektive, oft aufgelöst durch die zeitgeschichtlichen Erfahrungen der Historiker, folgen Rückwirkungen auf die archäologische Interpretation. Zwischen den Aussagen die das archäologischen Material selbst ermöglicht, und denen, die sich erst durch die Einbettung in einen Kontext ergeben, muss daher stärker unterschieden werden. Als Ergebnis einer Aufarbeitung der Befunde von Aquincum und Carnuntum ergibt sich, dass der Zustand der beiden Städte anhand des archäologischen Materials während des 3. Jhs. vergleichsweise positiv zu beurteilen ist. Verfall, Niedergang und Zerstörung dringen in die Beurteilung hauptsächlich über den historischen Kontext ein und sind an den archäologischen Befunden nur schwer festzumachen. Eine geringe Bevölkerungsreduktion in beiden Städten dürfte am teilweisen Abzug von Truppen festzumachen sein, davon abgesehen sind vergleichsweise wenige Aktivitäten zu beobachten. Durch die Abhängigkeit von der überlieferten Ereignisgeschichte zur Präzisierung der archäologischen Chronologie und die unkritische Übernahme historischer Modelle und Quellen kommt es allerdings auch zu einer Verzerrung in der Periodisierung und der Interpretation von Befunden, sodass dies auch teilweise auf ein methodisches Problem zurückgeführt werden kann.