@unpublished{othes26207, title = {Siedlungsstrukturen des municipium von Tridentum und seinem Territorium von der Sp{\"a}tantike bis zur langobardischen Eroberung}, school = {Universit{\"a}t Wien}, author = {Joachim Thaler}, address = {Wien}, year = {2013}, keywords = {Siedlungsstrukturen / Tridentum / Trentino / S{\"u}dtirol / Sp{\"a}tantike / Fr{\"u}hes Mittelalter}, url = {http://othes.univie.ac.at/26207/}, abstract = {Vorliegende Diplomarbeit behandelt Siedlungsstrukturen im municipium von Tridentum im Zeitraum zwischen Sp{\"a}tantike und dem 6. Jh. Die zentrale Fragestellung zielt auf den Nachweis von Kontinuit{\"a}ten bzw. Diskontinuit{\"a}ten im Siedelverhalten ab. Daher war es auch erforderlich, kaiserzeitliche Phasen zu ber{\"u}cksichtigen um Ver{\"a}nderungen aufzeigen zu k{\"o}nnen. Die materielle Ausgangsbasis dieser Studie bilden ausschlie{\ss}lich Architekturreste, wobei versucht wurde, diese in ihrer r{\"a}umlichen und chronologischen Ausdehnung wahrzunehmen. Insgesamt konnten 41 Fundstellen eruiert werden, deren arch{\"a}ologische Befunde aufgearbeitet und im Anhang der Arbeit er{\"o}rtert wurden. Dabei erwiesen sich die Publikationslage und insbesondere die Unsch{\"a}rfe hinsichtlich der chronologischen Einordnung verschiedener Fundstellen und deren Nutzungsphasen als nicht unproblematisch. Im Hauptteil der Arbeit wurde aufgrund der heterogenen Ausgangsbasis eine Untergliederung in drei Abschnitte vorgenommen: urbanes Zentrum (Tridentum), l{\"a}ndliche Siedlungstrukturen entlang der Hauptt{\"a}ler sowie Siedlungsstrukturen in peripheren Bereichen. F{\"u}r Tridentum konnte eine Entwicklung im 5. und 6. Jh. aufgezeigt werden, wie sie auch in anderen, arch{\"a}ologisch besser untersuchten munizipalen Zentren Norditaliens nachgewiesen wurde. Das 5. Jh. ist gekennzeichnet von der Abkehr vom r{\"o}mischen Ideal der Stadt und der Transformation derselben. Einen wichtigen Faktor bildet die Christianisierung des Stadtbildes, welche in Tridentum gegen Ende des 4. Jh. einsetzt und im 5. und 6. Jh. eine dynamische Entwicklung erf{\"a}hrt. Im Kontrast dazu stehen die Evidenzen hinsichtlich privater Wohnbauten, welche eine Kontraktion der bewohnten Fl{\"a}che erfahren. Die zentralen Bereiche der insulae werden aufgegeben und in einem l{\"a}nger andauernden Prozess bilden sich dort offene Fl{\"a}chen, die von ?dark layers? bedeckt werden. Die Ver{\"a}nderungen werden begrifflich mit ?De-Urbanisierung?, ?Ruralisierung? und ?vertikales Wachstum? beschrieben. Auch wenn die Debatte hinsichtlich des Fortbestehens bzw. Bruchs urbaner Lebenswelten in diesem Zeitraum nicht entschieden ist, kann nach derzeitigem Forschungsstand davon ausgegangen werden, dass Tridentum seine Funktion als Zentralort aufrechterhalten konnte. Im l{\"a}ndlichen Raum entlang der Hauptt{\"a}ler zeigte sich f{\"u}r das 5. und 6. Jh. eine sehr heterogene Entwicklung, welche von drei unterschiedlichen Ph{\"a}nomenen gepr{\"a}gt wird: 1. Aufgabe der kaiserzeitlichen Baustrukturen in Tallage, wobei an einigen Fundstel-len anhand der Planierung und der Errichtung einfacher Behausuungen neuerliche Nutzungsphasen festgestellt werden k{\"o}nnen. 2. Errichtung von Sakralbauten, vorwiegend in Hanglage, vereinzelt in Tallage 3. Besetzung von H{\"o}henlagen, wobei die Funktion aufgrund mangelnder Untersu-chungen im Etschtal umstritten ist: milit{\"a}rische Einrichtungen, dauerhaft besetzte Romanensiedlungen, Refugien. Diese Ph{\"a}nomene sind in ihrer chronologischen Eingrenzung schwer fassbar, sodass nach derzeitigem Forschungsstand eine Gleichzeitigkeit der verschiedenen Evidenzen m{\"o}glich erscheint. In Auseinandersetzung mit der vorliegenden Forschungsliteratur zu dem behandelten Raum und den bisher erstellten Entwicklungsmodellen wurde in dieser Arbeit ver-sucht, ein weniger lineares und dynamischeres Modell den bisherigen entgegenzustellen. Hinsichtlich der Siedlungsstrukturen in den peripheren Bereichen erwies sich die vorgenommene Einschr{\"a}nkung auf Architekturreste als zu eng. W{\"a}hrend allgemein eine fr{\"u}hmittelalterliche Besiedlung aufgrund anderer Materialgruppen angenommen werden kann, so ist anhand baulicher Strukturen lediglich eine fr{\"u}hmittelalterliche Fundstelle fassbar. Daher k{\"o}nnen in vorliegender Arbeit kaum Entwicklungen in den Siedlungsstrukturen der peri-pheren Bereiche im 5. und 6. Jh. aufgezeigt werden.} }