<mods:mods version="3.3" xsi:schemaLocation="http://www.loc.gov/mods/v3 http://www.loc.gov/standards/mods/v3/mods-3-3.xsd" xmlns:mods="http://www.loc.gov/mods/v3" xmlns:xsi="http://www.w3.org/2001/XMLSchema-instance"><mods:titleInfo><mods:title>Die fabrica des Legionslagers Vindobona</mods:title></mods:titleInfo><mods:name type="personal"><mods:namePart type="given">Markus Franz</mods:namePart><mods:namePart type="family">Jandl</mods:namePart><mods:role><mods:roleTerm type="text">author</mods:roleTerm></mods:role></mods:name><mods:abstract>Bei der Grabung Am Hof 8 im Jahr 2007 konnten ein römisches Wirtschaftsgebäude&#13;
und zwei Straßenzüge lokalisiert werden. Wie sich herausstellte, handelte es sich dabei&#13;
um die fabrica des Legionslagers Vindobona, die nordwestlich an die via vallaris und&#13;
südwestlich an eine Nebenstraße grenzte und sich in der westlichen retentura befand.&#13;
Die folgende Tabelle (Tab. 22) gibt einen Überblick über die fünf Bauphasen der&#13;
fabrica.&#13;
Tab. 22: Die Bauphasen der fabrica des Legionslagers Vindobona&#13;
Bauphase Datierung Ereignisse&#13;
1 ab Ende 1. Jh. Erbauung der fabrica&#13;
2 ab Ende 1./Anfang. 2 Jh. Erste Nutzung durch Grubenkomplexe (GK 1-3)&#13;
3 2./3 Jh.&#13;
Umbaumaßnahmen: Mauerausriss von Mauer 4&#13;
(M4) und Neuerrichtung der Mauer 5 (M5)&#13;
Auflassung der Grubenkomplexe&#13;
4 Spätantike Massive Nutzung von ebenerdigen Herdstellen&#13;
5 Ab 5 Jh.&#13;
Verfallhorizont der fabrica, gekennzeichnet durch&#13;
Schwarze Schichten&#13;
Vier Räume (R1-R4) konnten eindeutig der fabrica zugeordnet werden. In Raum 1 (R1)&#13;
und im Bereich der Nebenstraße konnten Spuren der Erbauung der fabrica lokalisiert&#13;
werden (Bauphase 1).&#13;
Die 2. Bauphase ist gekennzeichnet durch einen Grubenkomplex (GK1) in Raum 1 und&#13;
zwei Grubenkomplexe (G2 und GK3) in Raum 2. Jeder Grubenkomplex besteht aus&#13;
einer Arbeitsgrube und einer Grube mit einer Herdstelle. Aufgrund von in beiden&#13;
Räumen gefundenen Schmiedeschlacken und Hammerschlag können die&#13;
Grubenkomplexe als Herdstellen von Schmiedewerkstätten interpretiert werden.&#13;
Die 3. Phase ist gekennzeichnet durch die Schleifung der Innenmauer (M4) zwischen&#13;
Raum 2 (R2) und Raum 3 (R3) und die Neuerrichtung einer Mauer (M5) nordöstlich&#13;
davon, wodurch es zu einer Vergrößerung von Raum 2 (R2) bei gleichzeitiger&#13;
Verkleinerung von Raum 3 (R3) kam. Die Grubenkomplexe wurden zugeschüttet und&#13;
neue ebenerdige Herdstellen errichtet. Auf die drei Räume verteilt, können dieser&#13;
Nutzungsphase insgesamt fünf Herdstellen (H3-H6, H32) zugeordnet werden. Im&#13;
Bereich einiger Herdstellen wurden Schmiedeschlacken und Hammerschlag gefunden,&#13;
was auf eine Nutzung als Schmiedeherde schließen lässt. In diese Bauphase fällt auch&#13;
der erste Nachweis eines Lehmfußbodens: mit Befunden in Raum 4 (R4), der nur in&#13;
einem kleinen Bereich untersucht werden konnte.&#13;
7. Zusammenfassung&#13;
64&#13;
Die spätantike Nutzungsphase (Phase 4) ist durch das massive Vorhandensein von&#13;
Herdstellen gekennzeichnet. Insgesamt konnten 27 Herstellen (H4-H29) lokalisiert&#13;
werden, wobei einige dieser Herdstellen, getrennt durch Planierschichten, übereinander&#13;
gesetzt wurden. Wieder konnten einige dieser Herdstellen aufgrund von&#13;
Schmiedeschlacken und Hammerschlag als Schmiedeherde interpretiert werden. Ein in&#13;
Raum 3 (R3) gefundenes Keramikfragment mit Farbresten gibt einen Hinweis auf eine&#13;
zumindest teilweise Nutzung dieses Raumes als Malerwerkstätte. In Raum 4 (R4)&#13;
wurden sowohl Keramikfragmente mit Farbrückständen als auch Rohmaterial zur&#13;
Produktion von Farben gefunden. Der Fund eines Neugeborenenskelettes in Raum 2&#13;
(R2) ist als ein Hinweis darauf zu deuten, dass das Legionslager in der Spätantike nicht&#13;
nur von Soldaten, sondern auch von Angehörigen der Zivilbevölkerung bewohnt war.&#13;
Die letzte Umbaumaßnahme bezeugt ein viertelkreisförmiger Einbau in Raum 1 (R1).&#13;
In Raum 3 (R3) gefundene germanische Keramik der 2. Hälfte des 4./5. Jh.s ist der&#13;
jüngste Nachweis der Nutzung dieses Gebäudes und lässt auf den Verfall der fabrica im&#13;
5. Jh. schließen.&#13;
Die Funde und Befunde sprechen für eine Nutzung dieses Teils der fabrica als&#13;
Schmiede- und Malerwerkstätten, in denen auch Farben produziert wurden. Hinweise&#13;
auf Buntmetallverarbeitung, wie Buntmetallschlacken, Gusstiegel und Gussformen,&#13;
fehlen zur Gänze. Der Bleigusskuchen (Kat.-Nr. A1) und der Bleibarren (Kat.-Nr. A4)&#13;
wurden, ebenso wie die Fragmente von Eisengefäßen mit Buntmetallrückständen (Kat.-&#13;
Nr. C27 und C28), sekundär verlagert in Planier- bzw. Versturzschichten gefunden und&#13;
können daher nicht als Nachweise für Blei- und Buntmetallverarbeitung in dem in&#13;
dieser Arbeit vorgestellten Teil der fabrica gewertet werden.&#13;
Dem ergrabenen Teilbereich der via vallaris konnte nur eine Bauphase für das 2./3. Jh.&#13;
eindeutig zugewiesen werden, da spätere Funde und Befunde mit mittelalterlichem&#13;
Fundgut vermengt waren. Die Straße bestand aus einem dreischichtigen Unterbau und&#13;
wurde dreimal saniert. Sie war in einen Straßenbereich und einen Gehsteig unterteilt.&#13;
Südwestlich der fabrica befand sich eine Nebenstraße, die nur aus einer einfachen&#13;
Schotterung bestand und im Vergleich mit der via vallaris sehr einfach gebaut war. Sie&#13;
zeigte zwei Bauphasen, eine im 2./3. Jh. und eine in der Spätantike.</mods:abstract><mods:classification authority="lcc">15.19 Vor- und Frühgeschichte</mods:classification><mods:classification authority="lcc">15.15 Archäologie</mods:classification><mods:classification authority="lcc">15.13 Numismatik, Sphragistik</mods:classification><mods:classification authority="lcc">15.28 Römisches Reich</mods:classification><mods:classification authority="lcc">15.17 Klassische Archäologie</mods:classification><mods:originInfo><mods:dateIssued encoding="iso8061">2012</mods:dateIssued></mods:originInfo><mods:originInfo><mods:publisher>uniwien</mods:publisher></mods:originInfo><mods:genre>Hochschulschrift</mods:genre></mods:mods>