%0 Thesis %9 Diplomarbeit %A Michlits, Christian %C wien %D 2012 %F othes:23150 %I uniwien %K Thera / Santorin / Thira / Archäologie / Hellenismus / römische Kaiserzeit %P 194 S. : Ill., Kt. %T Die archäologischen Zeugnisse Theras in hellenistischer und römischer Zeit %U http://othes.univie.ac.at/23150/ %X Die archäologischen Funde Theras zeigen ein Bild der Stadt, das nach Kenntnis der schriftlichen Quellen nicht völlig unerwartet sein kann. In der Zeit des Hellenismus und des Imperium Romanum stand die Insel beinahe durchgehend unter fremder Herrschaft, doch während die Ptolemäer die Insel als strategisch wichtigen Punkt nutzten und zwecks Stärkung ihrer Stellung im Kampf um die Herrschaft über die Ägäis ständig Truppen hierher entstandten, wurde die Stadt von den Römern eher passiv romanisiert. Durch die permanente Stationierung ptolemäischer Soldaten wurden ägyptische, bzw. eigentlich ptolemäische Kulte hierher wie von selbst importiert und die Fremdherrschaft manifestierte sich in Anlagen wie den drei Ptolemäerbauten am Stadtbeginn. Neben den zahlreichen Neubauten wurde auch viel Bestehendes erneuert. Dabei ist vor allem der „Ausbau des ,centro monumentale' der Stadt mit der Achse Agora-Theater“ zu nennen. In die Zeit der Ptolemäerherrschaft – allerdings bereits zu einer Zeit, in der der Einfluss aus Ägypten im Abnehmen begriffen war – fiel auch der Vuklanausbruch von 197/6 v. Chr., der natürlich nicht mit der Gewaltigkeit der minoischen Eruption zu vergleichen ist. Eine in hellenistischer Zeit einsetzende Stadtflucht dürfte sich auch in römischer Zeit fortgesetzt haben, was sich an dem Größerwerden der Wohnbehausungen und deren Ausstattung festmachen lässt. Auffallend viele Skulpturen aus der ptolemäischen und römischen Zeit konnten in der Stadt geborgen werden. Umso interessanter ist es, dass in hellenistischer Zeit archaische Plastik vermutlich als Motiv für Reliefs hergehalten hat, wie es wohl bei der Ausgestaltung des Temenos des Artemidoros der Fall gewesen sein dürfte. Und noch auf kaiserzeitlichen Münzen Theras wurden archaische Statuen offenbar als Sehenswürdigkeiten betrachtet, die auf den Münzen das prägende Bild der Stadt transportieren sollten. Die vorliegende Arbeit sollte einen Überblick über die archäologischen Zeugnisse Theras bieten. Im Bereich der Plastik konnte hauptsächlich auf die sehr alte, aber teilweise gute Publikationslage bei den Grabungsberichten um die vorletzte Jahrhundertwende zurückgegriffen werden. Es fehlen moderne Abbildungen und in den meisten Fällen war der heutige Aufbewahrungsort nicht mehr feststellbar. Von anderen Stücken wurde nichts außer einer Abbildung veröffentlicht. Für die Keramik ist eine Bearbeitung der Funde nur vollständig und anhand der Studie der Originale sinnvoll, was im Rahmen dieser Diplomarbeit leider nicht bewältigt werden konnte. Die antiken Ruinen wurden hingegen schon öfter besprochen, weswegen diese Arbeit sich ausschließlich auf die hellenistischen und römerzeitlichen Neubauten konzentriert. Obwohl keine Forschungen in der Stadt selbst durchgeführt und ausschließlich mit vorhandenem, publiziertem Material gearbeitet wurde, konnten sich anhand der Analyse auch einige, von dem bisherigen Forschungsstand abweichende Schlüsse ziehen lassen. Hierbei stand vor allem ein Bau besonders im Mittelpunkt: Die Deutung des als Dionysos-Tempel bzw. Kaisareion angesprochenen Heiligtums wurde ausführlich diskutiert und der gängigen Meinung, es handle sich um einen hellenistischen Bau, widersprochen. Vollständigkeit konnte nicht erzielt werden. Vor allem was die Plastik angeht, wären weitere Studien an den Originalen sowie eine Publikation samt neuem Bildmaterial dringend notwendig. Für alles weitere kann man sich auch heute nur der Hoffnung des damaligen Chefausgräbers, Hiller von Gaertringen, für die Zukunft anschließen, „daß dann die hier niedergelegten Erfahrungen – auch die Irrtümer – von Nutzen sein werden.“