TY - UNPB CY - wien ID - othes20437 UR - http://othes.univie.ac.at/20437/ A1 - Peloschek, Lisa Y1 - 2012/// N2 - In der vorliegenden Dissertation werden archäologische Belege vorgestellt und Erklärungen dafür gesucht, weswegen im 1. Jahrtausend v. Chr. griechische Heiligtümer vermehrt an Stätten gegründet werden, die bereits eine bronzezeitliche Vornutzung erfahren hatten. Die Peloponnes wurde exemplarisch als Landschaft gewählt, anhand welcher dieses Phänomen detailliert untersucht wurde. Hierbei konzentriert sich die Analyse auf 13 gut dokumentierte, archäologische Fundstätten, an welchen archäologische Zeugnisse der Bronzezeit und auch der nachmykenischen Epochen nachgewiesen wurden. Durch eine genaue Betrachtung der Beziehung beziehungsweise Lage der materiellen Überreste aller Epochen zueinander wird geklärt, ob in der nachmykenischen Zeit und insbesondere in der griechischen geschichtlichen Zeit ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. davon ausgegangen werden kann, dass ein Wissen über die Hinterlassenschaften der Vergangenheit bestand. Unter dem Umgang mit Vergangenheit wird die bewusste Auseinandersetzung der antiken Menschen mit den Monumenten ihrer Ahnen verstanden. Durch die Auswertung der Grabungsbefunde und unter Miteinbeziehung von Sekundärliteratur war es im Zuge der Dissertation möglich aufzuzeigen, weswegen bronzezeitlich genutzte Stätten im 1. Jt. v. Chr. wiedervereinnahmt beziehungsweise oftmals in selbiger Funktion wiederbelebt wurden. Aufgrund der Tatsache, dass nicht nur ehemals sakral genutzte Örtlichkeiten erneut ins Interesse der antiken Bevölkerung rückten, sondern zudem profane Siedlungsstrukturen und vereinzelt sepulkral interpretierte Monumente nun als Keimzellen griechischer Heiligtümer fungieren, scheint die vormalige Funktion dieser Stätten nicht primär von Bedeutung gewesen zu sein. Im Zuge der Dissertation werden daraufhin 18 verschiedene mögliche Erklärungsmodelle diskutiert, welche zu einer Auseinandersetzung und Sakralisierung der Hinterlassenschaften der Vergangenheit angeregt haben könnten. Politische, religiöse und lokalhistorische Aspekte sind hier ebenso von Bedeutung wie die Zerstörungsgeschichte und topographische Lage der Stätten. Aufgrund der Heterogenität der einzelnen Stätten und starken lokalen Ausprägungen in den verschiedenen Regionen, in welchen sich die behandelten archäologischen Fundorte befinden, kann keine übergreifende Erklärung für das Phänomen gefunden werden. Gleichbleibende Tendenzen lassen sich dennoch in Bezug auf die chronologische Verteilung der Rückgriffe auf Vergangenes erkennen. Insbesondere im 11., 8./7. und 4. Jahrhundert v. Chr. etablierten sich Sakralstätten an den Ruinen der Vorzeit. Dieses Muster lässt sich auf die noch aufrechte Erinnerung an die Bronzezeit, die homerische Dichtung oder die Gründung der griechischen Polis beziehungsweise die Entstehung von Heroenkulten zurückführen. Im Zuge der Dissertation wird eine bislang wenig beachtete kultur- und religionsgeschichtlich relevante Fragestellung umfassend betrachtet. Perspektiven, die der Arbeit abgewonnen werden konnten, können dazu beitragen, die Ursprünge beziehungsweise Ursprungsgeschichten vieler der wichtigsten und bekanntesten griechischen Heiligtümer neu zu betrachten. PB - uniwien KW - Griechenland / Peloponnes / Heiligtümer / Griechische Antike KW - Prähistorie / Rückerinnerung M1 - phd TI - Der Umgang mit Vergangenheit in peloponnesischen Heiligtümern im 1. Jahrtausend v. Chr. AV - public EP - 289, [23] S. : Ill., graph. Darst., Kt. ER -