%A Karin Fegerl %T Arch?ozoologische Untersuchungen eines Fundkomplexes aus dem Tempelbezirk des Jupiter Heliopolitanus von Carnuntum %X In dieser Arbeit wurde versucht, die Tierknochenfunde aus dem Heiligtum der orientalischen G?tter in Carnuntum mit Tierknochenfunden aus anderen Mithr?en zu vergleichen. Der erste Teil befasst sich mit Carnuntum und dem Heiligtum des Jupiter Heliopolitanus, es wird kurz auf den arch?ologischen Befund eingegangen und Theorien zum ?Inhaber? des Heiligtums angef?hrt, auf Mithras wird n?her eingegangen, da als Vergleichsmaterial arch?ozoologische Befunde aus Mithr?en dienten. Im zweiten Teil werden nach einer kurzen arch?ozoologischen Einleitung die Mithr?en von K?nzing, Martigny und Tienen aus arch?ozoologischer Sicht verglichen. Auf die Vorgehensweise und Methodik bei arch?ozoologischen Untersuchungen wird ebenso eingegangen, wie auf das Tierartenspektrum in r?merzeitlichen Befunden. Begriffe wie Taphonomie, Domestikation oder Aussageebenen finden aufgrund ihrer Wichtigkeit in Hinblick auf das Verst?ndnis der Abl?ufe Eingang in eigene Kapitel. Tiere als wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens haben gro?e Aussagekraft in Bezug auf das Zusammenleben mit den Menschen, deren Ern?hrung und Abfallverhalten, Vorkommen der Tiere und Verarbeitung als Fleischlieferanten, siehe dazu die Verwertungsspuren an den Knochen. Der letzte Teil befasst sich eingehender mit dem Knochenmaterial, Tabellen und Bilder habe ich in den Text eingef?gt, da dadurch meines Erachtens der Lesefluss nicht gest?rt wird. Bei der Auflistung des Knochenmaterials habe ich mir erlaubt, einige interessante Punkte heraus zunehmen und auf diese n?her einzugehen. Die gesamten Listen des Materials w?ren aber f?r diese Arbeit zu umfangreich. Zu beachten ist, dass Tierknochenfunde immer auch in einer gewissen Weise von Schwund betroffen sind, sei es durch wenig Sorgfalt beim Bergen oder Verschleppung durch andere Tiere,592 aber auch, da Knochen den Prozessen der Einbettung bzw. Taphonomie unterliegen, ein gewisser Grad an Fragmentierung vorliegt und daher diese Anzahl nur eine Sch?tzung sein kann.593 Der Hauptanteil des Materials setzt sich aus Rinderknochen (80% der bestimmten S?ugetierknochen), einigen V?geln, wenigen Schaf- und Ziegenknochen (4% der bestimmten S?ugetierknochen) sowie noch weniger Schweineknochen (0,8% der bestimmten S?ugetierknochen) zusammen. Insgesamt l?sst sich daraus vor allem auf Speise-594 und Schlachtabf?lle595 schlie?en, die in einer Abfallgrube entsorgt wurden. Interessant ist die Tatsache, dass die Tiere aufgrund der Verteilung der Skelettelemente und aufgrund der Arbeitsspuren wahrscheinlich vor Ort verarbeitet wurden, das hei?t, ganze Tiere zum Heiligtum gebracht wurden. Weiters ist interessant, dass die Rinder mit einer mittleren Widerristh?he (Mt) von 1134,8 mm sehr klein sind, im Vergleich zu den Rindern aus Nickelsdorf,596 die eine mittlere Widerristh?he von 1287,5 mm aufweisen. 5 Fragmente sind verbrannt, dabei handelt es sich ausschlie?lich um Rinderknochen, 2 Langknochen, einen Radius und zwei Rippen, insgesamt weisen diese Knochen ein Gewicht von 26,8 g auf, die verbrannten Knochen sind nahezu schwarz, was auf eine hohe Hitzeinwirkung schlie?en l?sst. Insgesamt sind dies 0,4 % verbrannte Rinderknochen in Bezug auf die Gesamtzahl der bestimmten Rinderknochen. Zusammenfassend l?sst sich sagen, dass es sich bei dem Tempelbezirk in Carnuntum auch aus arch?ozoologischer Sicht aufgrund der Vergleiche mit den Mithr?en aus Tienen, K?nzing und Martigny eher nicht um ein Mithr?um handelt,597 da in Mithr?en h?ufig Vogelknochen (im Befund des Mithr?ums von K?nzing ist das Schwein das h?ufigste Tier, in Carnuntum in der Grube C-35 aber nur mit 0,8% der bestimmten Tierknochen vertreten) dominieren und Rinderknochen seltener anzutreffen sind. Allerdings ist dies, wie bereits in Kapitel 5 ?Schlussfolgerungen? in dieser Arbeit erw?hnt, ebenso wie eine H?ufigkeit von vorwiegend jungen Tieren, kein Exklusivanspruch f?r Mithr?en. Um ein ?richtiges? Bild von der Fauna einer Siedlung zu erhalten, m?ssen entweder die Tierknochen aus richtig datierten Siedlungsschichten stammen oder aus einem gr??eren Komplex von Siedlungsanlagen.598 Gef?hrlich ist eine ?Vorinterpretation? des Materials aufgrund der arch?ologischen Interpretation der Fundstelle, da die Gefahr besteht, das Material auf eine (eventuell sich im Nachhinein als falsch herausstellende Interpretation) zu deuten.599 Auf der anderen Seite ist die Kenntnis der Stratigraphie der Fundstelle von gro?er Bedeutung f?r die Bearbeitung der Tierknochenfunde. %C wien %D 2008 %K Arch?ozoologie / Carnuntum %I uniwien %L othes1399