Universitätsbibliothek Wien

"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen." (Matthias Claudius)

Meindl, Maria (2010) "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen." (Matthias Claudius).
Diplomarbeit, University of Vienna. Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Meyer, Matthias

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DOI: 10.25365/thesis.8342
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29871.92610.653961-5

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Abstract in German

Die hier vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit drei ausgewählten spätmittelalterlichen Reiseberichten und dem darin gezeichneten Bild von Jerusalem und auszugsweise dem Bild des Katharinen-Klosters und der Wüste. Die Anfangsthese, dass die Beschreibungen der Stadt Jerusalem sehr gleichförmig sind, die Beschreibungen der weiteren Reise allerdings individuell – im Rahmen der Gattung – gestaltet sind – kann verifiziert werden. Vergleicht man die Texte von Tucher, Rieter und Breydenbach, so kommt man zu dem Schluss, dass sie alle drei Jerusalem vielmehr als ein Freiluftmuseum mit einer Vielzahl an heiligen Stätten und oftmaliger Möglichkeit zum Erwerb von Ablass darstellen, als es als realen Lebensraum verstehen. Die Gleichförmigkeit der Beschreibungen ist allerdings nicht als Beweis mangelnder Originalität zu bewerten, sondern beruht vielmehr auf der Tatsache, dass das Pilgerwesen sehr stark institutionalisiert war und somit alle Pilger die selben Erlebnisse hatten und von diesen berichteten. Die Beschreibung der Erlebnisse ändert sich mit dem Verlassen der heiligen Stadt. Ab diesem Zeitpunkt werden die Autoren als Individuen greifbar, da ein jeder von dem berichtet, was ihm persönlich am wichtigsten ist. Wichtig ist an dieser Stelle auch der Hinweis auf die Tatsache der gleichen sprachlichen Gestaltung der drei Reiseberichte. Über weite Teile hinweg verwenden die drei Autoren das Wort item um die einzelnen besichtigten Orte miteinander zu verbinden. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass es vermessen wäre, die Reiseberichte als Zeugnisse individuellen Erlebens zu lesen. Andererseits stimmt die Behauptung, alle Reiseberichte wären gleich, ebenso wenig. Vielmehr liegt die Wahrheit in der Mitte: Kanonisiertes wird mit individuellem Erleben zusammengefügt und zu einem Text zusammengesetzt.

Schlagwörter in Deutsch

Reisebericht / Spätmittelalter / Rieter / Tucher / Breydenbach / Wüste / das Heilige Land / Katharinenkloster / der Orden vom Heiligen Grab / Ritter vom Heiligen Land

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Meindl, Maria
Title: "Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen." (Matthias Claudius)
Subtitle: das Heilige Land in spätmittelalterlichen Reiseberichten
Umfangsangabe: 134 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publication year: 2010
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Meyer, Matthias
Assessor: Meyer, Matthias
Classification: 17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.71 Literaturgeschichte
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.48 Kulturgeschichtlicher Hintergrund
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.10 Deutsche Literatur
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.14 Organisation von Wissenschaft und Kultur
15 Geschichte > 15.30 Europäische Geschichte in Mittelalter und Neuzeit: Allgemeines
AC Number: AC08021126
Item ID: 8342
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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