Universitätsbibliothek Wien

Menschenscheue Genies und suspekte Exotinnen

Erlemann, Martina (2009) Menschenscheue Genies und suspekte Exotinnen.
Dissertation, Universität Wien. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Felt, Ulrike

[img]
Vorschau
PDF
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

Download (2553Kb)
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30403.27626.801159-8
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30403.27626.801159-8

Link zu u:search

Abstract in Deutsch

Sowohl die Wissenschaftsforschung als auch die Geschlechterforschung zu Naturwissenschaften und Technik haben gezeigt, dass Naturwissenschaften eine zutiefst soziale, im hohen Grade vergeschlechtlichte Unternehmung sind. Verglichen mit anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen gelten die physikalischen Wissenschaften als besonders maskulin geprägte Fächer. Derartige Vergeschlechtlichungen sind schon in den Ausbildungskontexten der Physik wirksam. Sie setzen sich in den Erkenntnis- und Forschungspraktiken der physikalischen Wissenschaften fort und bringen damit die ungleiche Geschlechterverteilung unter den ForscherInnen mit hervor, nämlich als Unterrepräsentanz von Frauen in der Physik. Fragt man nach dem Zustandekommen der Vergeschlechtlichung von Physik, so sind neben den historischen Diskursen, die zu einer Symbolisierung der epistemischen Ideale der Physik als maskulin geführt haben, auch die zeitgenössischen öffentlichen Diskurse zu betrachten, in denen diskursive Prozesse der Vergeschlechtlichung stattfinden. Da Medien als Öffentlichkeitsakteure an der diskursiven Herstellung von sozialen Repräsentationen von Physik maßgeblich beteiligt sind, widmet sich die vorliegende Dissertation der Frage, wie die physikalischen Wissenschaften im Kontext massenmedialer Diskurse vergeschlechtlicht werden und auf welche Weise Physik und Geschlecht diskursiv ko-konstruiert werden. Auf diskursanalytischer Grundlage wird unter diesem Blickwinkel untersucht, wie Physik und PhysikerInnen in fünf verschiedenen deutschen Printmedien repräsentiert werden. In den Ergebnissen der Studie hat sich herausgestellt, dass in den Medien Imaginationen von Physik vorherrschen, die die physikalischen Wissenschaften nach wie vor als maskulinisierende Praxis konstituieren und dabei gleichzeitig die sozialen Kontexte der physikalischen Wissensproduktion weitgehend ausblenden. Allerdings kann sich in den wenigen Artikeln, in denen soziale Kontexte von Physik berücksichtigt werden, die Vergeschlechtlichung von Physik zu weniger maskulinisierenden Zuschreibungen hin verschieben.

Schlagwörter in Deutsch

Physik / Geschlecht / Medien / Diskursanalyse / Wissenschaftskommunikation

Abstract in Englisch

Both Science and Technology Studies and Gender Studies of Science and Technology have shown that doing science is a deeply social and highly gendered activity. Compared to other scientific disciplines, the physical sciences are seen as highly masculinised. Such gendering processes affect not only educational contexts. They have also an impact on epistemic practises of physics and thus produce the unequal gender distribution of physicists, that is the underrepresentation of women in physics. Asking for the gendering processes of physics, not only historical discourses that resulted in symbolising the epistemic ideals of physics as masculine have to be taken into account. Also in contemporary public discourses gendering processes take place and thus are to be investigated in this concern. As media as public actors are heavily involved in the discoursive making of social representations of physics, this dissertation concentrates on the gendering of physics in mass media discourse and examines the discoursive co-construction of gender and physics. Based on an discourse-analytical approach, five german print media were studied as to in which way physics and physicists are represented. The results show that the media are dominated by imaginations of physics which constitute the physical sciences as a masculinising practice and which widely ignore the social contexts of physical knowledge production. But in those few articles that consider also social contexts of physics, the gendering of physics can be shifted to less masculinising ascriptions.

Schlagwörter in Englisch

physics / gender / media / discourse analysis / science communication

Dokumentenart: Hochschulschrift (Dissertation)
AutorIn: Erlemann, Martina
Titel: Menschenscheue Genies und suspekte Exotinnen
Untertitel: die Ko-Konstruktion von Physik und Geschlecht in öffentlichen Diskursen
Umfangsangabe: 398 S.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publikationsjahr: 2009
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Felt, Ulrike
BeurteilerIn: Felt, Ulrike
2. BeurteilerIn: Flicker, Eva
Klassifikation: 02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.10 Wissenschaft und Gesellschaft
05 Kommunikationswissenschaft > 05.30 Massenkommunikation, Massenmedien: Allgemeines
71 Soziologie > 71.31 Geschlechter und ihr Verhalten
AC-Nummer: AC07452489
Dokumenten-ID: 7427
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Dokument bearbeiten (nur für AdministratorInnen) Dokument bearbeiten (nur für AdministratorInnen)