Universitätsbibliothek Wien

Erkennen der suizidalen Subjekte

Schobert, Cornelia (2020) Erkennen der suizidalen Subjekte.
Masterarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Grenz, Sabine

[img] PDF-File
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

Download (989Kb)
DOI: 10.25365/thesis.61808
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-19976.55186.104064-5

Link zu u:search

Abstract in German

Geschlecht, besonders Geschlechterdifferenz, wird im Suiziddiskurs bereits seit Jahrzehnten problematisiert. Weniger und gesondert thematisiert werden Geschlechtsidentifikationen abseits des Zweigeschlechtermodells. Dies wird nicht nur anhand der Todesstatistik verhandelt, auch in der organisierten Suizidprävention ist eine Beschäftigung zu finden. Diese Arbeit konzentriert sich auf Geschlecht in der Suizidprävention, regional eingegrenzt auf die institutionalisierte, sekundäre Suizidprävention in Wien. Von Interesse ist, wie durch Geschlecht hindurch Professionelle, in Kontakt mit potenziell suizidgefährdeten Menschen, Suizidalität deuten, wie eine Einordnung als suizidale Subjekte stattfindet und so Geschlechtlichkeit in der Suizidpräventionspraxis verfestigt ist. Es wird mit einer wissenssoziologisch diskurstheoretischen Forschungsperspektive gearbeitet. Die Professionellen der Institutionen werden als Subjektivierungsinstanzen konzipiert. Untersuchungsgegenstand ist diskursives Geschlechterwissen und wie Deutungsmuster und Narrative prozessiert werden, damit wie Genderspezifika der Subjektpositionen (re-)produziert werden. Das Analysematerial stellen teilstrukturierte Expert*innen-Interviews dar, die mit Personen in suizidpräventiven Organisationen in Wien geführt wurden. Für die Analyse wurde die Wissenssoziologische Diskursanalyse (WDA) nach Reiner Keller adaptiert herangezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass Subjektpositionierungen, die einem Zweigeschlechtermodell folgen, durch dichotome Deutungs- und Erklärungsmuster vorherrschend bleiben. Geschlechtervielfalt, etwa in Form von Trans* oder Intergeschlechtlichkeit, wird anderen Wissens- und somit gesonderten Verantwortungsbereichen zugeordnet. Der Suizidpräventionsdiskurs hat eine leichte Verschiebung erfahren, da die Gruppe der Männer im Fokus der Expert*innen steht. Die Fokussierung wird durch Statistikwissen gerechtfertigt, besonderes Augenmerk liegt in der Intersektion von Geschlecht und Lebensalter. Anhand von Geschlechterwissen, zugeordnet zu Generationen, werden Männern sowie Frauen unterschiedliche Fähigkeiten und soziale Umfelder zugeschrieben, die auch die Einschätzung der Suizidgefährdung und Maßnahmen der Adressierung einer potenziell suizidgefährdeten Klientel beeinflussen. Diese Praktik erinnert an eine hierarchisch priorisierende Struktur, in der alte Männer ganz oben erscheinen. Frauen werden als soziale Unterstützung, oder in ihrem gelingenden Eingebunden-Sein in ein präventives Versorgungssystem, als selbstverständlich betrachtet. Geschlechtervielfalt erscheint in dieser Struktur geschlechtlich markiert oder unsichtbar. Die Ergebnisse zeigen auch, dass es mehr qualitative Forschung in diesem Bereich braucht, um Wissensbereiche zu erweitern und zu ergänzen.

Schlagwörter in Deutsch

Gender/ Suizidprävention

Item Type: Hochschulschrift (Masterarbeit)
Author: Schobert, Cornelia
Title: Erkennen der suizidalen Subjekte
Subtitle: über geschlechtliche Deutungsprozesse der Suizidprävention in Wien
Umfangsangabe: 113 Seiten : Diagramme
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Masterstudium Gender Studies
Publication year: 2020
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Grenz, Sabine
Assessor: Grenz, Sabine
Classification: 71 Soziologie > 71.60 Soziale Fragen, soziale Konflikte: Allgemeines
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.03 Methoden, Techniken und Organisation der sozialwissenschaftlichen Forschung
AC Number: AC15766115
Item ID: 61808
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Edit item (Administrators only) Edit item (Administrators only)