Universitätsbibliothek Wien

Zum zweiten Mal die erste Frau

Kashofer, Melanie (2019) Zum zweiten Mal die erste Frau.
Masterarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Flicker, Eva
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-26131.69892.126963-1

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Abstract in German

Der vorliegenden Arbeit liegt eine Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex politische Inszenierung und mediale Darstellung von Weiblichkeit in der österreichischen Spitzenpolitik zugrunde. Die Arbeit will zeigen, wie Medien Konzepte von Weiblichkeit in der Politik konstruieren und verstärken und einen Einfluss auf eine eventuell stereotype Darstellung von Weiblichkeit im politischen Feld haben. Die Arbeit stützt sich auf Erkenntnisse der Frauen- und Geschlechterforschung, der (feministischen) Politikwissenschaft und der (feministischen) Medien- und Kommunikationsforschung und möchte aus diesen Perspektiven ihrerseits einen Beitrag zu einem in Österreich weniger erforschten Thema leisten. Folgende Forschungsfrage steht im Zentrum der Arbeit: Wie werden österreichische Politikerinnen in ausgewählten österreichischen Qualitätsmedien dargestellt und welche Rückschlüsse lassen sich daraus für die politische Inszenierung von Weiblichkeit in der österreichischen Spitzenpolitik ziehen? Zur Beantwortung dieser Frage werden sieben repräsentative Artikel aus drei ausgewählten österreichischen Qualitätsmedien – „Der Standard“, „Falter“ und „Die Presse“ – einer Diskursanalyse nach Siegfried Jäger unterzogen und die Ergebnisse der Arbeit miteinander verglichen. Die Analyse der Artikel kam zu dem Ergebnis, dass einige der theoretischen Annahmen über die klischeehaften Rollen von Frauen in politischen Spitzenpositionen immer wieder bestätigt werden. Politikerinnen werden oft als die erste Frau in einer gewissen Position präsentiert, ihnen wird die Rolle der Aufräumerin zugeordnet und sie nehmen vielfach einen Outsider-Status ein. In den gewählten Artikeln wird, wenn auch eher subtil, das Männliche als die Norm in der Politik präsentiert, Frauen haben es demnach schwerer, in der Politik Fuß zu fassen und nachhaltige Veränderungen zu bewirken. Es bestätigt sich in der Analyse auch eine gewisse double-bind Situation, in der sich Politikerinnen befinden. Präsentieren sie sich als zu weiblich, werden ihnen Kompetenzen abgesprochen, aber auch die Fokussierung männlich konnotierter Eigenschaften, wie Kompromisslosigkeit oder Kampfbereitschaft, stößt auf Skepsis. Die Annahme einer eventuell stereotypen Darstellung von Weiblichkeit im politischen Feld kann somit bestätigt werden, wenn dies auch subtiler geschieht als vermutet. Es kann bestätigt werden, dass die ausgewählten Qualitätsmedien wesentlich zur Konstruktion und Verstärkung von gewissen Weiblichkeitsbildern in der österreichischen Spitzenpolitik beitragen und somit den Diskurs rund um Spitzenpolitikerinnen nachhaltig prägen.

Schlagwörter in Deutsch

Politikerinnen / Medienbilder / Diskursanalyse / Österreich / Printmedien / Gender Studies / Weiblichkeit

Abstract in English

The thesis at hand is based on an examination of the issues of political staging and media representation of femininity in Austrian politics. The paper seeks to show how the media construct and reinforce concepts of femininity in politics and how they influence a potentially stereotypical representation of femininity in the political field. The paper draws upon findings of Women’s and Gender Studies, (feminist) Political Science and (feminist) Media Studies. From these perspectives, it wants to make a contribution to a poorly researched topic in Austria. The core question of the thesis is: how are Austrian female politicians portrayed in selected Austrian quality print media outlets, and which conclusions can be drawn from this portrayal with regards to the political staging of femininity in Austrian politics? To answer this question, seven representative articles from three chosen Austrian quality print media outlets – “Der Standard”, “Falter” and “Die Presse” – are subjected to a discourse analysis following the method of Siegfried Jäger. The results of this discourse analysis are subsequently compared to each other and evaluated. The analysis of the chosen articles comes to the conclusion that some of the theoretical assumptions concerning the stereotypical roles of women in high political positions are consistently confirmed. Female politicians are often portrayed as the first woman in a certain position, they are ascribed the role of somebody who cleans up politics and they often take on an outsider status in politics. The chosen articles subtly present the male as the norm in politics. For women it is therefore harder to occupy important positions in politics and effect change. Moreover, the analysis confirms a certain double-bind situation that female politicians find themselves in. If they present themselves as too feminine, they are denied certain competencies. However, if they focus on characteristics with a more male connotation, like intransigence or combativeness, they are also met with skepticism. The assumptions of a potentially stereotypical representation of femininity in the political field can hereby be confirmed, even if it presents itself more subtly than suspected. It can be confirmed that the chosen quality media outlets contribute considerably to the construction and reinforcement of certain femininity images in Austrian politics. Therefore, they have a lasting impact on the discourse around leading female politicians in Austria.

Schlagwörter in Englisch

female politicians / media images / discourse analysis / Austria / print media outlets / gender studies / femininity

Item Type: Hochschulschrift (Masterarbeit)
Author: Kashofer, Melanie
Title: Zum zweiten Mal die erste Frau
Subtitle: Diskursanalytische Aufarbeitung von politischen Weiblichkeitskonstruktionen in österreichischen Printmedien im Fokus der Gender Studies
Umfangsangabe: 136 Seiten
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Masterstudium Gender Studies
Publication year: 2019
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Flicker, Eva
Assessor: Flicker, Eva
Classification: 70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines
71 Soziologie > 71.33 Frau
89 Politologie > 89.99 Politologie: Sonstiges
AC Number: AC15639477
Item ID: 57628
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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