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Constructing opportune knowledge

Prem, Erich (2017) Constructing opportune knowledge.
Dissertation, University of Vienna. Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
BetreuerIn: Peschl, Franz-Markus

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DOI: 10.25365/thesis.49678
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-22033.94772.665978-3

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Abstract in English

Knowledge-based innovation as the success of a technical or organisational novelty based on scientific knowledge currently lies at the centre of a range of arguments and programmes in science and technology policy. The aim of this dissertation is a fundamental critical philosophical reflection of knowledge in the light of innovation. The main subject of this investigation is the process of constructing opportune knowledge: how do our concepts of knowledge and knowledge creation change if innovation is at the heart of the knowledge creation process? A present change to these processes that is relevant for the praxis of innovation are new epistemic methods and innovation technologies. These methods for the automated production of knowledge-based functional systems illustrate the current trend towards increased efficiency and universal function orientation while frequently neglecting explanatory power. Traditionally, use and usability of knowledge were central themes for only few philosophers, for example, Marx, the pragmatists and in constructivism. However, applicable knowledge and knowledge to innovate play a central role in the current science policy discourse. This discourse is still characterized by the linear model, although many authors believe to have it unmasked as a political narrative. In the technical sciences, the focus is on orientation towards purpose. Therefore, the various stages of the linear model can be readily analysed with the help of an epistemology of technology, which helps to clarify the relationship between knowledge processes in natural science and purpose-oriented technology development. In the linear model, knowledge has a central position: it intercedes between the performances of scientific insight and technical function. This intercession and the strong orientation towards function in the context of goal-directed action can be explained using a constructivist model of knowledge processes. Such a model can help to intercede between descriptive-logotheoretical conceptions of science and techno-scientific conceptions of knowledge. It interprets knowledge as the anticipation of successful environmental interaction under the pressure to act and can also be expanded in the direction of linguistic interaction and a more traditional concept of knowledge. The central tool-character of knowledge in this model facilitates the connection of a constructivist epistemology and existential-ontological analysis that also forms the basis of new work in the philosophy of technology. Apart from the primacy of praxis, this also facilitates an explanation of the current challenging of knowledge with respect to its technical goal. Therefore, this dissertation addresses the pragmatic-political aspects in the discourse of transferring scientific results to innovation, but also the practical knowledge work of the technology scientist and different historical epistemological positions in view of constructing opportune knowledge.

Schlagwörter in Englisch

Philosophy / Epistemology / Theory of Science / Constructivism / Philosophy of Technology

Abstract in German

Wissensbasierte Innovation als Durchsetzung einer technischen oder organisatorischen Neuerung auf der Basis wissenschaftlichen Wissens steht derzeit im Mittelpunkt zahlreicher Argumente und Programme der Wissenschafts- und Technologiepolitik. Ziel der Dissertation ist eine prinzipielle kritische philosophische Reflexion von Erkenntnis im Lichte von Innovation. Hauptgegenstand dieser Untersuchung ist der Prozess der Konstruktion nützlichen Wissens, vor allem der Frage, wie sich unsere Begriffe von Wissen und der Wissenserzeugung verändern, wenn Innovation im Mittelpunkt des Wissensgenerierungsprozesses steht. Eine aktuelle und für die Innovationspraxis relevante Veränderung dieser Prozesse stellen neue epistemische Verfahren und Innovationstechnologien dar. Diese Verfahren zur automatischen Produktion wissensbasierter funktionaler Systeme verdeutlichen die aktuelle Bewegung in Richtung Effizienzsteigerung und durchgängiger Funktionsorientierung und ihren häufigen Verzicht auf die Erbringung von Erklärungsleistungen. Traditionell waren Verwendung und Verwendbarkeit des generierten Wissens nur bei wenigen Philosophen ein zentrales Thema, zum Beispiel bei Marx, den Pragmatisten und im Konstruktivismus. Verwendbares Wissen und Wissen um zu innovieren spielen aber die zentrale Rolle im gegenwärtigen wissenschaftspolitischen Diskurs. Dieser wird immer noch von einem linearen Modell der Innovation geprägt, obwohl viele Autoren dieses als politisches Narrativ enttarnt glauben. In den technischen Wissenschaften steht die Zweckorientierung des Wissens im Mittelpunkt. Die verschiedenen Stadien im linearen Modell lassen sich daher gut mittels einer Epistemologie der Technikwissenschaften analysieren, die den Zusammenhang zwischen naturgesetzlicher Erkenntnis der Grundlagenforschung und zweckorientierter Technologieentwicklung klären hilft. Im linearen Modell nimmt traditionell wissenschaftliches Wissen eine zentrale Position ein: es vermittelt zwischen wissenschaftlicher Erkenntnisleistung und technischer Funktion. Diese Vermittlungsleistung und die starke Funktionsorientierung im Kontext zielgerichteten Handelns lassen sich anhand eines konstruktivistischen Modells der Erkenntnis erläutern. Ein solches Modell kann helfen, zwischen beschreibend-logotheoretischer Wissenschaftskonzeption und technikwissenschaftlicher Konzeption der Erkenntnis zu vermitteln. Es versteht Wissen als Antizipation erfolgreicher Umweltinteraktionen unter Handlungsdruck und kann in Richtung sprachlicher Interaktion und eines traditionellen Wissensbegriffs erweitert werden. Der zentrale Werkzeugcharakter von Wissen in diesem Modell erlaubt schließlich auch eine Verbindung von konstruktivistischer Epistemologie und existenzialontologischer Analyse, die auch die Grundlage neuer Arbeiten der Technikphilosophie bildet. Neben dem Primat der Praxis lässt sich auf diese Weise auch das aktuelle Stellen jeglichen Wissens auf seinen technischen Zweck hin erklären. In dieser Dissertation werden daher auch die pragmatisch-politischen Aspekte im Diskurs der Überführung wissenschaftlicher Resultate zu Innovationen berührt, sowie die praktische Erkenntnisarbeit des Technikwissenschafters und unterschiedliche historische erkenntnistheoretische Positionen im Blick auf Konstruktionen nützliches Wissen.

Schlagwörter in Deutsch

Philosophie / Erkenntnistheorie / Wissenschaftstheorie / Konstruktivismus / Technikphilosophie

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Prem, Erich
Title: Constructing opportune knowledge
Subtitle: an epistemological investigation into processes of dynamic constructions of useful knowledge for innovation
Umfangsangabe: 203 Seiten : Illustrationen
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Dr.-Studium der Philosophie Philosophie
Publication year: 2017
Language: eng ... Englisch
Supervisor: Peschl, Franz-Markus
Assessor: Peschl, Franz-Markus
2. Assessor: Coeckelbergh, Mark
Classification: 08 Philosophie > 08.32 Erkenntnistheorie
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.02 Wissenschaftstheorie
50 Technik allgemein > 50.02 Technikphilosophie
AC Number: AC14491724
Item ID: 49678
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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