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Die Ehefrauen römischer Amtsträger und ihre politische, gesellschaftliche und religiös-kultische Rolle in den Provinzen

Fertl, Evelyn Maria (2017) Die Ehefrauen römischer Amtsträger und ihre politische, gesellschaftliche und religiös-kultische Rolle in den Provinzen.
Dissertation, University of Vienna. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Weber, Ekkehard
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-22755.68840.555160-1

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Abstract in German

Die Dissertation beschäftigt sich mit den Ehefrauen römischer Amtsinhaber von Augustus bis zur Thronbesteigung Diokletians, die ihre Männer in deren Einsatzprovinzen begleiteten. Den Kern der Arbeit bildet eine Prosopografie aller bekannten Frauen, die an der Seite ihrer Männer weilten. Während der Republik blieben Frauen jener Magistrate, denen ein Posten außerhalb Italiens zugeteilt war, üblicherweise in Rom oder Italien. Während der Bürgerkriege des 1. Jh. v. Chr. folgten immer mehr Ehefrauen hoher Funktionsträger ihren Männern bei der Flucht aus Rom oder ins Exil. Unter Kaiser Augustus lassen sich zwar nur in Einzelfällen mitreisende Amtsträgerehefrauen zweifelsfrei nachweisen, spätestens seit Tiberius wird diese Praxis aber gang und gäbe. Ziel der Arbeit war es, antike literarische und epigrafische Quellen auf die Bedeutung der Rolle, die diesen Frauen in den provinzialen Männerdomänen zukam, auszuwerten. Im Mittelpunkt der Analyse stehen sozialwissenschaftliche Fragestellungen, die öffentliche Handlungsspielräume in Politik, Gesellschaft und Religion beleuchten. Amtsträgerehefrauen konnten einen nicht unwesentlichen Einfluss auf Politik und Verwaltung der Dienstprovinzen ihrer Männer ausüben, der sich aus Prozessen und Anklagen wegen Majestäts- und Repetundenvergehen erschließen lässt. Antike Quellen bezeugen öffentliche Auftritte, Einmischung in die Provinzadministration, Ehrungen durch Städte, Militärpersonal und Privatpersonen, Verdienste, Benefizien, Patronate und öffentliche Begräbnisse. Ihre prominente gesellschaftliche Rolle manifestiert sich unter anderen anhand ihrer Sozialkontakte nicht nur mit anderen Amtsträgerehefrauen, sondern ebenso mit Mitgliedern der Provinzelite. Die Beteiligung an der sakralen Sphäre der Provinzen lässt sich etwa durch zahlreiche Votivinschriften, Stiftungen von Tempelbauten und die Ausübung priesterlicher Funktionen im Kaiserkult belegen.

Schlagwörter in Deutsch

Römische Antike / Frauenforschung / antike Frau

Abstract in English

This PhD thesis deals with the wives of Roman magistrates who accompanied their husbands to the provinces during the period from Augustus until Diocletian’s accession to the throne. At the core of this study is a prosopography of all known women who are attested at the side of their husbands. During the Republic wives of Roman magistrates usually stayed in Rome or in Italy. In the course of the civil wars of the 1st century BC an increasing number of wives of high functionaries followed their husbands as they fled Rome or into exile. For the Augustan period only individual wives can be proven beyond doubt to have accompanied their husbands, but since the time of emperor Tiberius at the latest travelling to the provinces has become common practice. The aim of the thesis was to examine the ancient literary and epigraphic sources and evaluate the importance of the role of these women in the provincial male domains. At the centre of the analysis are socio-scientific questions which illuminate the public spheres of activity of these women in politics, society and religion. The wives of functionaries were able to exert a considerable influence on politics and administration in the provinces of their husbands. This can be shown by a number of trials and indictments for treason and extortion. Ancient sources testify to public appearances, interference in the provincial administration, honours for these women by cities, military personnel and private individuals, as well as to merits, benefactions, patronages and public burials. Their prominent social role is manifested, among other things, by their social contacts not only with other wives of Roman functionaries, but also with members of the provincial elite. Votive inscriptions, dedications of temple buildings and the exercise of priestly functions in the imperial cult attest to the participation of these women in the religious sphere of the provinces.

Schlagwörter in Englisch

Ancient Rome / Gender Studies

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Fertl, Evelyn Maria
Title: Die Ehefrauen römischer Amtsträger und ihre politische, gesellschaftliche und religiös-kultische Rolle in den Provinzen
Umfangsangabe: 704 Seiten
Institution: University of Vienna
Faculty: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Dr.-Studium der Philosophie Alte Geschichte und Altertumskunde
Publication year: 2017
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Weber, Ekkehard
Assessor: Weber, Ekkehard
2. Assessor: Corsten, Thomas
Classification: 15 Geschichte > 15.25 Alte Geschichte
15 Geschichte > 15.14 Diplomatik, Epigraphik
15 Geschichte > 15.28 Römisches Reich
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte
AC Number: AC14488301
Item ID: 49556
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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