Universitätsbibliothek Wien

Glaubwürdig oder gefällig?

Costa dos Santos Wüthrich, Fernanda (2017) Glaubwürdig oder gefällig?
Dissertation, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Bauer, Alfred Thomas

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-13164.13142.330360-0
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Abstract in German

Mithilfe der Erkenntnisse der kulturwissenschaftlich orientierten Kommunikationstheorie wurde in der vorliegenden Arbeit Gefälligkeit und Glaubwürdigkeit in ihrer Vielfalt beschrieben und die Aussagekraft theoretischer Konzepte zu einem Schlüsseldilemma gesellschaftlicher Kommunikation untersucht. In einem gesellschaftlichen Bildungsprozess ist sowohl die Gefälligkeit als auch die Glaubwürdigkeit der Motor für kritische Menschen, sich zu engagieren. Journalismus ist zweifellos eine Frage zwischen Gefälligkeit und Glaubwürdigkeit. Diese Arbeit analysiert die Theorien von Kommunikation und Medien in Bezug auf Journalismus und fragt nach, wo die gesellschaftliche Problematik zwischen der Neigung zur Gefälligkeit und dem Bemühen um Glaubwürdigkeit liegt. Im Sinne wie die Journalismustheorien zu dem Verhältnis von Glaubwürdigkeit und Gefälligkeit stehen, wie sie das interpretieren und welche Rolle der Komplexitätsbegriff in diesem Zusammenhang spielt, bietet diese Arbeit der wissenschaftlichen Gemeinschaft eine Reflexion und Anregungen über und zu Kommunikationsprozessen, gerichtet auf das Generieren von Wissen an, in denen Journalismusforschung anders verstanden wird: Leistung nicht im Sinne des Erfolgs einzelner Seiten, sondern auf die Vernetzung vieler Seiten fokussiert. Dahinter steht das Bauer’sche Kommunikationswissensmodell, das kulturtheoretisch und anthropologisch verstanden wird. Im gesellschaftlichen Dialog wird Wissen generiert und Diskurse werden in ihren Bedeutungen nicht auf das Sprachliche reduziert, sondern sie werden wirklich als Praxis gesehen, die viel mehr tut, als nur über die Dinge zu sprechen, und Wirklichkeit entstehen lässt. Es gibt kommunikationswissenschaftliche Perspektiven, die noch ausreichender behandelt werden können: Die Perspektive der Kulturwissenschaft in einer konzipierten kommunikationswissenschaftlichen Gesellschaft. Wie in der vorliegenden Arbeit beschrieben, sind Potenziale von Konzepten und Mechanismen (Stereotype, Vertrauen, Gefälligkeit, Glaubwürdigkeit, Mediengebrauch) am Beispiel von Journalismus zu erkennen und eine Reflexion aus einer kulturwissenschaftlichen Sicht über die Verstärkung dieser Potenziale in den Journalismustheorien zu machen. Dahinter steht das Verhältnis zwischen Kommunikator und Rezipienten in Zusammenhang mit der Wissensgenerierung, die den Mechanismus des Mediengebrauchs in einem reichen Wissenszyklus ermöglicht, in dem sie mehrere Dimensionen kreiert. Vereinbarung ist dabei der Kernpunkt und setzt voraus, dass sowohl der Kommunikator als auch die Rezipienten dafür bereit sind. Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser Arbeit zu anderen wissenschaftlichen Arbeiten liegen in der kulturwissenschaftlichen Betrachtung der Theorien zu Journalismus, die hier stattfindet. In jedem Kapitel stehen Wissen und Kommunikation im Mittelpunkt der beantworteten Forschungsfrage, wo die Problematik des Verhältnisses zwischen Gefälligkeit und Glaubwürdigkeit liegt, beziehungsweise deren Unterfragen. Hier wurden theoretische Beschreibungen durchgeführt, welche die Thesen dieser Arbeit zusammenfassen. Die Analyse wurde auf das Wissensmodell (Bauer, 2014) gestützt und bildete die Grundlage, Schwächen und Stärken der benutzten theoretischen Ansätze zu identifizieren. Damit wurde hier der Versuch unternommen, einen Vorschlag auf der Ebene der Theorien für die De-Konstruktion der journalistischen Arbeit zu machen, ein Weggehen/Ausweichen vom strukturierten Denken bei der Nutzung der Nachrichtenfaktoren und ein Verständnis vom Stereotyp als Gedankenmodell der Gesellschaft, um Vereinbarungen zu treffen.

Schlagwörter in Deutsch

Kulturwissenschaft / Kommunikationswissenschaft / Journalismusforschung / Stereotypenforschung / Gefälligkeit / Glaubwürdigkeit / Nachrichtenwerttheorie / Mediengebrauch

Abstract in English

Based on the findings of Cultural Studies-oriented communication theory, the diversity of pleasantness and credibility were described throughout this these focused on Concepts in the Theories of Journalism to a Key Dilemma of Social Communication. In a social educational process, both pleasantness as well as credibility drive critical people to get involved. Journalism is undoubtedly a question between pleasantness and credibility. This study analyzes the communication theory in terms of journalism and answer where is the problem between the tendency to pleasantness and the care for credibility. How journalism theories influence the relation between credibility and pleasantness, how would it be understood and what role does play the concept of complexity in this context. This these therefore provides the scientific community with a reflection and stimulus on the communication processes, directed to generating knowledge in which journalism research is understood differently: performance is not focused on the success of individual hand, but on the networking of many sides. Behind this is Bauer's communication model, which is understood in terms of cultural theory and anthropology. In social dialogue, knowledge is generated and discourses are not reduced in their meanings to the linguistics, but rather they are seen as a practice that does much more than just discuss about things and creates reality. There are communication science perspectives that can be dealt with even more adequate: the perspective of cultural studies in a conceived communication science society. As described in this study, the potential of concepts and mechanisms (stereotypes, trust, pleasantness, credibility, media use) can be seen in the example of journalism, and a reflection on the strengthening of these potentials can be made from a cultural point of view. Behind this is the relationship between communicator and recipient in connection with the knowledge generation, allowing the mechanism of media use in a rich knowledge cycle in which several dimensions are brought into existence. Agreement is the key aspect in this, assuming that both communicator and recipients are ready for it. The differences and similarities between this study and other scientific works reside in the cultural discussion on the theories about journalism that take place here. In each chapter, knowledge and communication are the focus of the answered research questions: what are the problematic aspects of the relationship between pleasantness and credibility. For this purpose, theoretical descriptions were compiled, summarizing the theses of this study. The analysis lies on the knowledge model (Bauer, 2014) and constituted the basis for the identification of weaknesses and strengths of the theoretical approaches used. The resulting understanding about to what extent journalism can promote or prevent the emancipatory relationship with the recipients is a contribution to the scientific community's ability to explore and understand communications also outside the usual structures. News values have slowly become ineffective and the selection criterion almost unnecessary. Classic communication models and approaches (e.g. the Lasswell model, the Uses-and-Gratification Approach and cognitive theories) do not adequately explain today's media reality. Stereotypes continue to be understood as prejudices and cliches and identified with them. The conceptualization of pleasantness and the consideration of credibility allow rethinking the journalistic use of news factors and the application of the stereotypes as elements of communication agreement in a cultural context. Thus, an attempt is made here to make a proposal at theory level for the deconstruction of journalistic work, a step away/deviation from the structured thinking in the use of news factors and an understanding of the stereotype as a thought model of society to reach agreements.

Schlagwörter in Englisch

Cultural Studies / Communication Science / Theories of Journalism / Stereotypes / Pleasantness / Credibility / Theory of News Values / Media use

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Costa dos Santos Wüthrich, Fernanda
Title: Glaubwürdig oder gefällig?
Subtitle: eine kritische Analyse Journalismus-theoretischer Konzepte zu einem Schlüsseldilemma gesellschaftlicher Kommunikation
Umfangsangabe: 242 Seiten : Diagramm
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Dr.-Studium der Philosophie Publizistik- und Kommunikationswiss.
Publication year: 2017
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Bauer, Alfred Thomas
Assessor: Bauer, Alfred Thomas
2. Assessor: Duchkowitsch, Wolfgang
Classification: 05 Kommunikationswissenschaft > 05.00 Kommunikationswissenschaft: Allgemeines
05 Kommunikationswissenschaft > 05.02 Kommunikationstheorie
05 Kommunikationswissenschaft > 05.12 Kommunikationsprozesse
05 Kommunikationswissenschaft > 05.30 Massenkommunikation, Massenmedien: Allgemeines
05 Kommunikationswissenschaft > 05.40 Nachrichtenwesen
AC Number: AC15012942
Item ID: 48876
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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