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The right to expropriate - a lawsuit against Norway and its consequences for investors in the Arctic

Kasparek, Martin (2017) The right to expropriate - a lawsuit against Norway and its consequences for investors in the Arctic.
Master-Thesis (ULG), University of Vienna. Universitätslehrgang International Legal Studies
BetreuerIn: Reinisch, August

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DOI: 10.25365/thesis.48481
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-11570.58292.456862-6

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Abstract in English

In June 2016, as part of the 23rd Norwegian License Round, the Norwegian Government awarded ten production licences to several oil companies which entitled them to conduct petroleum exploitation in an unexplored territory of the Barents Sea close to the Arctic. Greenpeace and Nature & Youth, two major environmental groups, argued that drilling oil and gas in such territory will have serious consequences for the environment and therefore they brought a lawsuit against the Norwegian Government. The thesis presumes that the applicants will win the case because of its sound arguments. Therefore the Norwegian Government will have to take away the awarded production licences through the act of expropriation, which is a prerogative of the State and to which Norway is entitled pursuant to its Constitution under Article 105. Nevertheless, there are several conditions which must be fulfilled in order to conduct an expropriation lawfully. These conditions depend on the applicable legal instrument but in essence the act of expropriation must be for a public purpose, on a non-discriminatory basis, in accordance with due process of law, and against compensation. Admittedly, the content of the production licence contracts between Norwegian Government and investors is unknown for the public but the analysis in the thesis suggests that such contracts are governed by Norwegian constitutional and administrative law, subject to the Permanent Sovereignty over Natural Resources Declaration as an element of stabilisation and with a clause on dispute settlement under the International Centre for Settlement of Investment Disputes Convention. The author argues that regardless of the applicable instrument, there will be no problem with any of the conditions for lawful expropriation, except for the compensation condition. This is because it is very likely that the investors will naturally not only demand compensation for production licence costs, which should not be an issue, but will also demand compensation for loss of profits, and it can be expected that Norway will be reluctant to cover such losses. However, provided that the Norwegian Government will fulfil the conditions for lawful expropriation then it can expropriate the investors of the 23rd Norwegian License Round.

Schlagwörter in Englisch

International Investment Law / 23rd Norwegian License Round / Compensation for lost profits / Environmental protection

Abstract in German

Im Juni 2016 verlieh die norwegische Regierung im Rahmen der 23. Norwegischen Lizenzrunde zehn Produktionslizenzen an mehrere Ölgesellschaften, die sie berechtigten, die Erdölausbeutung in einem unerforschten Gebiet der Barentssee in der Nähe der Arktis durchzuführen. Greenpeace und Nature & Youth, zwei große Umweltgruppen, argumentierten, dass Bohröl und Gas in diesem Gebiet schwerwiegende Folgen für die Umwelt haben werden und erhoben deshalb eine Klage gegen die norwegische Regierung. Die Diplomarbeit geht davon aus, dass die Beschwerdeführer den Fall wegen ihrer fundierten Argumente gewinnen werden. Deshalb wird die norwegische Regierung die verliehenen Produktionslizenzen durch den Enteignungsvorgang, der ein Vorrecht des Staates vorsieht und zu dem Norwegen gemäß seiner Verfassung nach Artikel 105 berechtigt ist, entziehen müssen. Dennoch gibt es mehrere Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um eine Enteignung rechtmäßig durchzuführen. Diese Voraussetzungen hängen vom anwendbaren Rechtsinstrument ab, aber im Wesentlichen muss der Enteignungsakt für einen öffentlichen Zweck auf einer nichtdiskriminierenden Grundlage nach dem ordnungsgemäßen gesetzlichen Verfahren und gegen Entschädigung erfolgen. Zwar ist der Inhalt der Produktionslizenzverträge zwischen norwegischer Regierung und den Anlegern für die Öffentlichkeit nicht bekannt, doch die Analyse in der Diplomarbeit deutet darauf hin, dass diese Verträge durch das norwegische Verfassungs- und Verwaltungsrecht geregelt werden, vorbehaltlich der Erklärung über Dauerhafte Souveränität über Naturressourcen als Element der Stabilisierung und mit einer Klausel über die Streitbeilegung im Rahmen der Konvention über das Internationale Zentrum für die Beilegung von Investitionsstreitigkeiten. Der Autor argumentiert, dass es unabhängig von dem anwendbaren Instrument kein Problem mit den Voraussetzungen für eine rechtmäßige Enteignung geben sollte, mit Ausnahme der Kompensationsbedingung. Denn es ist sehr wahrscheinlich, dass die Anleger natürlich nicht nur eine Entschädigung für Produktionslizenzkosten, was kein Problem darstellen sollte, sondern auch eine Entschädigung für den Gewinnverlust verlangen werden, und es ist zu erwarten, dass Norwegen zögern wird, solche Verluste zu decken. Jedoch unter der Voraussetzung, dass die norwegische Regierung die Voraussetzungen für eine rechtmäßige Enteignung erfüllen wird, kann sie die Anleger der 23. Norwegischen Lizenzrunde enteignen.

Schlagwörter in Deutsch

Internationales Investitionsrecht / 23. norwegische Lizenzrunde / Entschädigung für entgangene Gewinne / Umweltschutz

Item Type: Hochschulschrift (Master-Thesis (ULG))
Author: Kasparek, Martin
Title: The right to expropriate - a lawsuit against Norway and its consequences for investors in the Arctic
Umfangsangabe: 82 Seiten
Institution: University of Vienna
Faculty: Postgraduate Center (PGC)
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Universitätslehrgang International Legal Studies
Publication year: 2017
Language: eng ... Englisch
Supervisor: Reinisch, August
Assessor: Reinisch, August
Classification: 86 Recht > 86.93 Völkerrechtliche Sondergebiete
86 Recht > 86.70 Internationales Wirtschaftsrecht
86 Recht > 86.96 Völkerrecht: Sonstiges
86 Recht > 86.85 Menschenrechte
86 Recht > 86.91 Recht der internationalen Organisationen
86 Recht > 86.84 Völkerrecht: Allgemeines
86 Recht > 86.86 Europarecht: Allgemeines
AC Number: AC14506358
Item ID: 48481
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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