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Name und (Geschlechts-)Identität am Beispiel der Namenwahl von Transgender-Personen

Orlich, Hildegard Sigrun (2017) Name und (Geschlechts-)Identität am Beispiel der Namenwahl von Transgender-Personen.
Diplomarbeit, University of Vienna. Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Ernst, Peter

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DOI: 10.25365/thesis.47436
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-13160.35869.774554-5

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Abstract in German

Diese Arbeit befasst sich mit der Frage nach dem Zusammenspiel von Name und Identität. In einem ersten theoretischen Teil wird der Einfluss der Namen auf die namentragenden Perso-nen aus psychoonomastischer Sicht sowie die Wirkung von Namen auf andere Sprachteilneh-merInnen auf Basis der Namenphysiognomie beschrieben. Weiters werden Motive der Na-menwahl und der Namenwechsel als Identitätswechsel erläutert. Darauf folgt eine Beschrei-bung der phonosemantischen Sexusmarkierung im Deutschen durch Namenlänge, Hauptak-zent, Konsonanten- und Vokalanteil, Kernvokal und Auslaut. Auch wird der deutsche Gend-erindex als Messinstrument der mit dem Vornamen assoziierten Weiblichkeit bzw. Männlich-keit beleuchtet. Im letzten Kapitel wird eine eigens für diese Arbeit durchgeführte Studie zur Namenwahl von Transgender-Personen beschrieben, die erheben sollte, inwiefern Transgender-Personen solche Vornamen wählen, die im Gegensatz zu den derzeit häufigsten Vornamen besonders stark die phonologischen Marker von Männlichkeit oder Weiblichkeit nutzen. Auch wurden die Motive erhoben, die Ausschlaggebend für die Namenwahl waren. Es zeigte sich, dass einige Varian-ten der Sexusmarkierung durchaus verstärkt im Korpus der Vornamen der Transgender-Personen auftraten, wie etwa das Konsonanten-Vokal-Verhältnis, die Lage des Hauptakzentes oder der vokalische bzw. konsonantische Auslaut. Auch ergab die Analyse nach dem deut-schen Genderindex, dass die Namen der weiblichen Transgender-Personen deutlich weibliche-re Klangstrukturen aufwiesen als die Kontrollgruppen, die der männlichen Transgender-Personen aber weniger phonetische Männlichkeitsmarker beinhalteten. Als zentrales Motiv stellte sich in allen Transgender-Gruppen ein schöner Klang des Vorna-mens heraus. Ebenfalls von Relevanz ist, den Ergebnissen zufolge, der Ausdruck der Ge-schlechtszugehörigkeit durch den Vornamen, sowie der Ausdruck der eigenen Persönlichkeit. Nachbenennung oder Benennung durch Andere sowie die Umwandlung des früheren Namens sind dahingegen kaum relevant. Es zeigte sich also, dass Transgender-Personen ihre Rufnamen so wählen, dass sie sich bestmöglich mit ihnen identifizieren können und sie ihre Geschlechts-zugehörigkeit nach außen hin markieren, wozu ebenfalls einige phonosemantische Aspekte der Sexusmarkierung genutzt werden. Bei den Vornamen der ProbandInnen mit Geschlechtsiden-tität non-binary zeigten sich ebenfalls Strategien zur Markierung der Zugehörigkeit zu keiner der binären Geschlechtskategorien. Da insgesamt überwiegend Vornamen gewählt werden, die dem Ästhetikempfinden der Personen entsprechen, also für sie „schön klingen“, enthalten auch einige Vornamen der Trans-Männer Lautstrukturen, die aufgrund des Wohlklanges eher mit Weiblichkeit assoziiert werden.

Schlagwörter in Deutsch

Rufname / Sexusmarkierung / Namenwahl Transgender-Personen / Identität

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Orlich, Hildegard Sigrun
Title: Name und (Geschlechts-)Identität am Beispiel der Namenwahl von Transgender-Personen
Umfangsangabe: V, 137 Seiten : Diagramme
Institution: University of Vienna
Faculty: Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Lehramtsstudium UF Deutsch UF Biologie und Umweltkunde
Publication year: 2017
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Ernst, Peter
Assessor: Ernst, Peter
Classification: 17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.20 Soziolinguistik: Allgemeines
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.57 Namenkunde
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.53 Phonetik, Phonologie
AC Number: AC13748103
Item ID: 47436
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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