Universitätsbibliothek Wien

A cappella und die Macht der Definition

Bauer, Eva-Maria (2017) A cappella und die Macht der Definition.
Masterarbeit, University of Vienna. Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Seibt, Oliver

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-12686.59271.120775-5
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Abstract in German

In der Szene von A-Cappella-Ensemblegesang ist der A-Cappella-Begriff keineswegs statisch, sondern unterliegt einem kontinuierlichen Wandel, da er von den Akteuren der Szene – Fans, Sängerschaft und Produzenten – immer wieder neu ausverhandelt wird. Die vorliegende Arbeit erforscht die Wechselwirkungen zwischen diskursiver Begriffsformation und musikalischer Praxis mit dem Ziel, die verschiedenen diskursiven Positionen in der Szene hinsichtlich der begrifflichen Bedeutungsinhalte von a cappella herauszuarbeiten, und die komplexen Machtstrukturen zwischen den Akteuren der Szene aufzudecken. Als Hauptinformationsquelle dienen mir qualitative Einzel- und Gruppeninterviews mit Mitgliedern von A-cappella-Ensembles und mit LeiterInnen von A-cappella-Festivals als Gewährspersonen der Szene. Ich ergänzte die Materialsammlung weiters um die teilnehmende Beobachtung von Live-Auftritten der befragten Ensembles, um ausgewählte Songtexte sowie Webseiten von institutionalisierten Veranstaltungen und Vernetzungsplattformen für Fans. Für die Zusammenstellung des Datenkorpus und die Analyse des gesammelten Forschungsmaterials orientierte ich mich methodisch an der kritischen Diskursanalyse nach Siegfried Jäger. Den abgesteckten Rahmen für die Diskursanalyse bildet die Szene von A-Cappella Ensembles im deutschsprachigen Raum zum Zeitpunkt der Forschung. Basierend auf meinen persönlichen Erfahrungen als A-Cappella-Sängerin und Fan, welche ich im Stil einer Autoethnographie reflektierte, traf ich a priori die Annahme, dass eine solche Szene existiert. Als ein erstes Ergebnis der Forschungsarbeit wird daher die Existenz der Szene basierend auf dem theoretischen Konzept von Andy Bennett und Richard Peterson verifiziert, und die Szene in Form einer ethnographischen Darstellung deskriptiv und überblicksartig dargestellt. Anschließend werden die diskursiv verhandelten Bedeutungsinhalte des A-Cappella Begriffs, also die ideellen Grundlagen der Szene, im Stile einer dichten Beschreibung nach Geertz auf semantischer Ebene analysiert. Die Wechselwirkungen zwischen diskursiver Formation des A-Cappella Begriffs und der musikalischen Ensemble-Praxis werden in der Gestalt von polarisierenden Diskurs-Positionen strukturiert zusammengefasst, um Antworten auf die folgenden Fragen zu finden: Inwiefern wirken sich unterschiedliche Begriffsauslegungen konkret auf die Ensemblepraxis aus? Welche Strategien entwickeln die Akteure zur Behauptung ihrer Diskursposition vor dem Hintergrund einer zunehmenden Kommerzialisierung der Szene seit der Jahrtausendwende? Und nicht zuletzt – Wer hat in der Szene die Macht zur begrifflichen Normierung, und damit die Macht der Definition inne, was a cappella in Bezug auf die musikalische Praxis bedeutet?

Schlagwörter in Deutsch

A cappella / Szene / Diskursanalyse / Vokalmusik / Popmusik / Chor / Ensemble

Abstract in English

In the scene of a cappella groups in German speaking countries the notion of “a cappella“ is by no means static, but is subject to permanent change because it is permanently renegotiated by fans, group singers and producers. This master thesis explores the interactions between discursive conception and musical practice of “a cappella“ with the aim of elucidating the different discursive positions into conceptual meanings of the scene and revealing the complex power structures underlying the a cappella discourse. I specifically emphasize the discursive position of music industry and mass media in order to unfold to which extent they exercise power in order to implement “a cappella” as a label. On the other hand, I’m explaining various strategies that a cappella groups and fans use to assert their discursive position. My findings are primarily based on my own field research, using interviews, participating observation and my own personal experience as an amateur a cappella singer. The data corpus was further supplemented by selected song texts as well as institutional websites, networking platforms for fans and media articles. The critical discourse analysis according to Siegfried Jäger served me as central method for the compilation and analysis of my research material.

Schlagwörter in Englisch

a cappella / music scene / discourse analysis / vocal music / popular music / choir / vocal group

Item Type: Hochschulschrift (Masterarbeit)
Author: Bauer, Eva-Maria
Title: A cappella und die Macht der Definition
Subtitle: Wechselwirkungen zwischen diskursiver Begriffsformation und musikalischer Praxis in der Szene von A-cappella-Ensembles im deutschsprachigen Raum
Umfangsangabe: 144 Seiten : Diagramme
Institution: University of Vienna
Faculty: Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Masterstudium Musikwissenschaft
Publication year: 2017
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Seibt, Oliver
Assessor: Seibt, Oliver
Classification: 24 Theater, Film, Musik > 24.45 Musiksoziologie
24 Theater, Film, Musik > 24.61 Vokalmusik
73 Ethnologie, Volkskunde > 73.06 Ethnographie
73 Ethnologie, Volkskunde > 73.62 Kunstethnologie, Musikethnologie
71 Soziologie > 71.52 Kulturelle Prozesse
24 Theater, Film, Musik > 24.90 Gesangskunst
AC Number: AC13675083
Item ID: 46005
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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