Universitätsbibliothek Wien

Initiativen - eine neue Sozialform?

Uhlik, Julia (2017) Initiativen - eine neue Sozialform?
Dissertation, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Kröll, Friedhelm
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29614.97964.762454-5

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Abstract in German

Ganz unterschiedliche Handlungen im römisch-katholischen Feld werden heute mit „Initiativen“ assoziiert: private Messen im eigenen Wohnzimmer, das Mobilmachen gegen einzelne Amtsträger in Internetforen oder sogar die päpstliche Kritik am Kirchenapparat. Es herrscht eine große Heterogenität darin, wie oder von wem Initiativen gesetzt werden, wie breit gefasst ihre transportierten Anliegen sind, wie verdeckt oder offen sie agieren und wie erwünscht oder geplant sie seitens der Kirchenleitung sind. Diese Vielfalt hat auch die Diskursführung fragmentiert: Initiativen werden stets als erklärungsbedürftige Einzelfälle ausgerollt, aber selten zusammenhängend verhandelt. Es wird noch immer nicht danach gefragt, ob die separaten Debatten gebündelt und auf dieselben Bezugspunkte zurückgeführt werden können. Kann es so etwas wie ein grundsätzliches Verständnis von Initiativen geben? Ziel der Studie ist es, eine grundlegende Sicht auf Initiativen zu entwickeln. Hierzu wurden in der Erzdiözese Wien 34 qualitative Leitfadeninterviews mit zwei Kontrastgruppen geführt: eine Gruppe bestand aus Erwachsenen in unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen, die andere aus Jugendlichen im Umfeld der Jugendliturgie-Initiative findfightfollow. Die Studie weist insgesamt 7 Typen an ProtagonistInnen aus: klerikale Exekutive, antiklerikale Exekutive, Direkte, Strategen,Wächter, Authentische und Kontemplative. Es zeigt sich, dass diese Typen im Grunde gar nicht so unterschiedlich denken, wie sie meinen. Initiative kann schließlich als sekundäre Sozialformverstanden werden, da sie auf anderen Sozialformen aufsetzt.Was sie an der Institution Kirche nicht ändern kann, gestaltet sie zumindest optisch um. Initiative weist Verantwortlichkeiten anhand von Klischees zu. Einfache Schemata wie „liberal“ versus „konservativ“ oder „atheistisch“ versus „gläubig“ erweisen sich aber als unzutreffend und können in einer differenzierten Betrachtungsweise aufgelöst werden.

Schlagwörter in Deutsch

Religionssoziologie / Katholizismus / Kirche / Initiative / Sozialstruktur / religiöse Organisation / religiöse Gemeinschaft / ziviles Engagement / Protest / Stellvertretung

Abstract in English

Today quite a broad range of activities in the context of the Roman-Catholic Church are associated with ”initiatives”: conducting a service in one’s private living room, mobilising against individual church officials in online platforms or even the papal critics on the church apparatus. There lies a great heterogeneity in the ways, how and by whom initiatives are set up, how broad they express their principal concerns, how covertly or candidly they act and how desirable or planned they are on the church leadership side. This diversity has also fragmented the conduction of the discourse: Initiatives are always reviewed as separate cases in need of explanation, but rarely discussed cohesively. Still the question has not been addressed if separate debates can be bundled up and traced back to the same points of reference. Is it possible to gain something like a very essential understanding of initiatives? The objective of this study is to develop a fundamental view on initiatives. For this purpose, 34 qualitative guided interviews with two contrast groups were conducted in the Archdiocese of Vienna: One group consisted of adults in different professional areas, the other group involved adolescents in the context of the youth service initiative findfightfollow. The study indicates 7 types of protagonists on the whole: Clerical Executives, Anti-Clerical Executives, Straights, Strategists, Guardians, Authentics and Contemplatives. It turns out that these types do not think so differently as they might assume. An initiative may finally be understood as a secondary social formas it sets up on other social forms. What it cannot alter within the church institution is adapted at least visually. An initiative reassigns responsibilities via stereotypes. Simple schemes as ”liberal” versus ”conservative” or ”atheistic” versus ”believing” prove to be inapplicable and can be resolved in a differentiated perspective.

Schlagwörter in Englisch

Sociology of Religion / Catholicism / Church / Initiative / Social Structure / Religious Organisation / Religious Community / Civil Engagement / Protest / Proxy

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Uhlik, Julia
Title: Initiativen - eine neue Sozialform?
Subtitle: eine soziologische Studie zur religiösen Organisation in der Erzdiözese Wien
Umfangsangabe: i, 246 Seiten
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Dr.-Studium der Philosophie Soziologie, geisteswissenschaftl.Stzw
Publication year: 2017
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Kröll, Friedhelm
Assessor: Kröll, Friedhelm
2. Assessor: Richter, Rudolf
Classification: 11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.05 Religionssoziologie
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.72 Kirchliche Soziologie
71 Soziologie > 71.05 Soziologische Richtungen
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein: Allgemeines
71 Soziologie > 71.10 Sozialstruktur: Allgemeines
71 Soziologie > 71.30 Soziale Gruppen: Allgemeines
71 Soziologie > 71.38 Soziale Bewegungen
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.97 Neue religiöse Bewegungen, Sekten
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.73 Kirchenorganisation
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.70 Praktische Theologie: Allgemeines
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.54 Katholizismus
71 Soziologie > 71.35 Kindersoziologie, Jugendsoziologie
71 Soziologie > 71.39 Soziale Gruppen: Sonstiges
71 Soziologie > 71.00 Soziologie: Allgemeines
AC Number: AC13703248
Item ID: 45772
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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