Universitätsbibliothek Wien

Beyond the binary

Waldhart, Katrin (2017) Beyond the binary.
Diplomarbeit, University of Vienna. Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Reichl, Susanne
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-28270.14637.192667-9
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Abstract in English

In recent years, voices of people, among them many young adults, who do not feel comfortable developing their gender identity along the lines of the gender binary, regardless of the gender they were assigned at birth, have emerged. In (Western) societies in which a binary conception of gender determines laws and social norms, people with such a non-binary gender identity, who are referred to as ‘genderqueer,’ struggle to lead livable lives, as they are frequently discriminated, pathologized, and verbally or physically assaulted. Assuming that literature prefigures people’s impressions, YAL featuring genderqueer protagonists may cause possibilities of gender identities beyond the binary to enter the scope of existing conceptions of reality, and, thereby, may influence the attitude of young readers toward gender diversity and bring about acceptance and recognition of nonconforming gender identities. The aim of the present thesis is to examine whether the portrayals of genderqueer young adults in two selected young adult novels – the realistic Symptoms of Being Human (2016) by Jeff Garvin and the dystopian science fiction novel Lizard Radio (2016) by Pat Schmatz – extend the realm of possible gender identities or uphold a binary gender system after all. The two texts are examined along the lines of the following overarching research question: Assuming that literature has the function of providing models for perceiving reality, to what extent do young adult novels with genderqueer protagonists work toward an undoing of the binary conception of gender dominant in society and uphold the development of an individual gender identity? The methodological approach chosen to answer the research question is a contextualized close reading with the context being the gender binary and its dichotomous nature, the performativity of gender, heteronormativity and the heterosexual/homosexual binary. The analysis reveals that both Lizard Radio and Symptoms of Being Human successfully work toward an undoing of the binary conception of gender and uphold the development of one’s individual gender identity. However, the novels do not completely abstain from binary thinking, as there are several instances in which binary thinking is evoked or reinforced. This demonstrates that one’s knowledge and thinking are, after hundreds of years of living in a society built on the gender binary, still deeply rooted in said binary. It does not yet seem to be possible to construct a literary character and their story in YAL without a single reference to or evocation of the gender binary. What is more, in Lizard Radio less is possible for a non-binary character than in the realistic Symptoms of Being Human in terms of recognition by society and the expression of one’s non-binary gender identity and sexuality, which supports claims about Young Adult Science Fiction being a socially rather conservative genre.

Schlagwörter in Englisch

gender binary / gender identity / Young Adult Literature / Judith Butler / performativity / heteronormativity / dichotomy / Jeff Garvin / Symptoms of Being Human / Pat Schmatz / Lizard Radio

Abstract in German

In den letzten Jahren war vermehrt von Erwachsenen und vor allem auch von Jugendlichen zu hören, deren Geschlechtsidentität unabhängig davon, welches Geschlecht ihnen bei der Geburt zugeschrieben wurde, jenseits eines binären Geschlechtsverständnisses liegt. In (westlichen) Gesellschaften, in denen eine binäre Konzeption von Geschlecht Gesetze sowie soziale Normen bestimmt, müssen Menschen mit solch einer nicht-binären Geschlechtsidentität, die häufig als ‚genderqueer‘ bezeichnet werden, darum kämpfen, ein lebenswertes Leben führen zu dürfen, da sie diskriminiert, pathologisiert und verbal oder körperlich angegriffen werden. Nimmt man an, dass Literatur dazu in der Lage ist, Eindrücke zu präfigurieren, könnte Jugendliteratur mit Hauptfiguren, die sich als ‚genderqueer‘ verstehen, Möglichkeiten nicht-binärer Geschlechtsidentitäten in das Verständnis von Realität einschreiben und so die Einstellung junger Leser zur Vielfalt der Geschlechter beeinflussen: Akzeptanz und Anerkennung von nicht an das binäre Geschlechtssystem angepassten Identitäten könnten geschaffen werden. Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zu untersuchen, ob Darstellungen von Jugendlichen mit nicht-binärer Geschlechtsidentität in zwei ausgewählten Werken der Jugendliteratur – in dem realistischen Symptoms of Being Human (2016) von Jeff Garvin und in dem dystopischen Science-Fiction-Roman Lizard Radio (2016) von Pat Schmatz – die Bandbreite möglicher Geschlechtsidentitäten erweitern oder ein binäres Geschlechtersystem aufrechterhalten. Die folgende Forschungsfrage wird an die beiden Texte gestellt: Inwieweit strebt Jugendliteratur mit Protagonisten, die sich als ‚genderqueer‘ verstehen, eine Auflösung des in der Gesellschaft dominierenden binären Geschlechterverständnisses an und tritt für die Entwicklung einer individuellen Geschlechtsidentität ein? Der methodische Zugang besteht in einem Close Reading im Kontext der Dichotomie des binären Geschlechterverständnisses, im Kontext von Heteronormativität und der binären Opposition heterosexuell/homosexuel sowie im Kontext der Performativität von Geschlecht. Die Analyse zeigt, dass sowohl Lizard Radio als auch Symptoms of Being Human erfolgreich an einer Auflösung des binären Verständnisses von Geschlecht arbeiten und für die Entwicklung einer individuellen Geschlechtsidentität eintreten. Beide Jugendromane schaffen es jedoch nicht, das binäre Denken vollkommen zu unterlassen, was man an verschiedenen Textstellen sieht, die binäres Denken hervorrufen oder untermauern. Dies zeigt, dass das Wissen und Denken einer Gesellschaft, die seit Jahrhunderten auf einem binären Geschlechterverständnis aufbaut, tief in diesem verwurzelt sind. Es scheint in der Jugendliteratur noch nicht möglich zu sein, eine literarische Figur und ihr Leben ohne einen einzigen Verweis oder ohne ein einziges Hervorrufen des binären Verständnisses von Geschlecht zu konstruieren. Darüber hinaus werden dem Protagonisten oder der Protagonistin in Lizard Radio, der oder die seine Geschlechtsidentität als nicht-binär betrachtet, weniger Möglichkeiten hinsichtlich der gesellschaftlichen Anerkennung und der Äußerung der individuellen Geschlechtsidentität und Sexualität eingeräumt als jenem oder jener in Symptoms of Being Human, wodurch die Behauptung, dass es sich bei Science-Fiction für Jugendliche um ein gesellschaftlich eher konservatives Genre handelt, unterstützt wird.

Schlagwörter in Deutsch

Dualismus / Geschlechtsidentität / Jugendliteratur / nicht-binär / Heteronormativität / Performativität / Judith Butler / Jeff Garvin / Symptoms of Being Human / Pat Schmatz / Lizard Radio / Dichotomie

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Waldhart, Katrin
Title: Beyond the binary
Subtitle: exploring possibilities of nonconforming gender identity in young adult fiction
Umfangsangabe: 85 Seiten
Institution: University of Vienna
Faculty: Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Lehramtsstudium UF Deutsch UF Englisch
Publication year: 2017
Language: eng ... Englisch
Supervisor: Reichl, Susanne
Assessor: Reichl, Susanne
Classification: 17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen
AC Number: AC14510993
Item ID: 45677
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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