Universitätsbibliothek Wien

Age discrimination in personnel selection decisions

Dörfler, Laura Nicola (2016) Age discrimination in personnel selection decisions.
Dissertation, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Verwiebe, Roland
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-25687.70191.762163-9

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Abstract in English

The workforce in all industrialised countries is ageing and constitutes a great challenge for national labour markets. Older workers will have to remain longer in the labour market, but their chances are often reduced due to negative age stereotypes and age discrimination. In Europe, we know very little about the attitudes of employers towards older workers and how they translate into discriminatory behaviour. Evidence of subjective age discrimination in employment exists, but objective measures of age discrimination are still lacking. This contrasts to extensive research on attitudes, stereotypes and discrimination of older workers in the Anglo-Saxon countries, dating back to the 1970s. In order to fill this research gap, and to forecast future challenges, it is important to understand the impact of a worker’s age on employment prospects. This study investigates age discrimination in personnel selection across different industries in Austria. A factorial survey approach, also called vignette study, is applied. This semi-experimental research method combines the advantages of both survey research and classical experiments. It is applied in social science research for studying attitudes and normative beliefs, but so far its application in Europe is rather limited. A vignette consists of a number of factors which are varied in the experimental design. The impact of each factor on respondents’ judgement can be estimated accurately. More specifically, through a vignette design it is possible to investigate the solely effect of age on selection decisions, a factor that is usually confounded with other factors in reality. Respondents in this study are Austrian personnel managers coming from different branches and organisations. They are confronted with scenarios of hypothetical applicants (vignettes) and are then asked to state the hiring desirability for the respective job seeker. Results indicate a significant effect of respondents´ age on hiring decisions. In other words, hiring chances decline with increasing age of applicants despite controlling for productivity differences. In addition, other factors, such as social capital, employment status and job history, were also shown to have an impact on hiring chances of hypothetical applicants. Neither the sex of applicants nor the possession of social skills, however, affected hiring chances. The vignette questionnaire also included items on the organisational context and personal characteristics of HR managers. Findings of the multi-level analysis show that personal characteristics of respondents (age, sex and educational background) are unrelated to hiring chances of older applicants. Moreover, the majority of organisational context factors (e.g. company size, recruitment channels) did not have an impact on hiring chances of older job seekers. It could only be identified that older applicants have better hiring chances in companies with a high share of older employees. The dissertation concludes with policy implications, study limitations and provides an outlook for future research.

Abstract in German

Die Alterung der europäischen Gesellschaften hat weit reichende Konsequenzen insbesondere im Bereich des Arbeitsmarktes und des Pensionssystems und wirft Fragen nach den Arbeitsmarktchancen Älterer auf. Das Potential älterer ArbeitnehmerInnen für Unternehmen wird in Zukunft immer wichtiger, gleichzeitig sind die Arbeitsmarktchancen Älterer vergleichsweise gering: Sie zeichnen sich durch niedrige Beschäftigungsraten und hohe Arbeitslosigkeitsraten aus. Dies kann zum einen ökonomische Ursachen haben (z.B. Produktivitätsunterschiede), zum anderen könnte dieser Umstand auch auf Diskriminierung hindeuten – PersonalistInnen bevorzugen jüngere KandidatInnen im Rekrutierungsprozess. Altersdiskriminierung am Arbeitsmarkt wurde in Europa bisher nur wenig untersucht, im Gegensatz zu langjähriger Forschung auf diesem Gebiet in den USA, wo „Ageism“ bereits seit den 1960er-Jahren des letzten Jahrhunderts thematisiert wird. Altersdiskriminierung in der Personalauswahl wurde bisher mit einigen Ausnahmen kaum untersucht. Nachdem Personalentscheidungen einen wichtigen Ausgangspunkt für die Ungleichheitsforschung am Arbeitsmarkt darstellen, ist es wichtig, diese erste Phase des Arbeitsprozesses besser zu verstehen. Es stellt sich demnach die Frage, welche Bedeutung das Alter bei Personaleinstellungen hat und welche Chancen ältere Arbeitsuchende verglichen mit jüngeren BewerberInnen in der Personalauswahl haben. Arbeitsmarktdiskriminierung wurde bisher meist mittels der Methode des „Correspondence Testings“ (Ökonomie) bzw. mittels experimenteller Methoden (Psychologie) untersucht. Eine andere Methode zur Untersuchung von Einstellungen und Meinungen und zur empirischen Analyse sozialer Normen stellt die Vignettenanalyse dar, die im deutschsprachigen Raum bisher kaum angewandt wurde. Diese Methode eignet sich auch zur Erforschung von sensitiven Themen, die mit gängigen Methoden nur schwer zugänglich sind. Darüber hinaus wurde die Nachfrageseite des Arbeitsmarktes (Verhalten der Arbeitgeber) bisher nur wenig beforscht. Die Rolle des Alters in der Personalauswahl wird in dieser Arbeit mithilfe eines Vignettendesigns (auch faktorieller Survey genannt) untersucht. Vignetten sind kurze Situations- oder Personenbeschreibungen, die sich aus einzelnen Vignettenbausteinen (Faktoren) zusammensetzen und deren Zusammenstellung in systematischer Art variiert wird. Ein Vorteil der Methode ist die Möglichkeit, sich stark konditional und situativ bedingten Fragestellungen anzunähern, da RespondentInnen mit konkreten Szenarien konfrontiert werden. Die RespondentInnen dieser Studie sind HR ManagerInnen, denen Vignetten über hypothetische BewerberInnen zur Beurteilung vorgelegt werden. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein signifikanter Alterseffekt bei der Einstellung von BewerberInnen in Österreich besteht. Es wird belegt, dass die Chancen mit zunehmendem Alter abnehmen. Darüber hinaus haben die Faktoren Sozialkapital, Berufsstatus und beruflicher Werdegang einen signifikanten Einfluss auf Einstellungschancen. Die Ergebnisse der Mehrebenenanalyse haben weiters identifiziert, dass persönliche Charakteristika der RespondentInnen (Alter, Bildungsniveau) keinen Einfluss auf die Rekrutierungschancen Älterer haben, und dass Eigenschaften des Organisationskontextes (z.B. Firmengröße oder die Art, wie rekrutiert wird) ebenfalls keinen Einfluss auf die Chancen Älterer haben. Lediglich der Anteil an älteren ArbeitnehmerInnen in einer Organisation wirkt sich positiv auf die Rekrutierungschancen Älterer aus. Die Arbeit schließt mit Folgerungen für die Arbeitsmarktpolitik und wirft Fragen nach weiterem Forschungsbedarf auf.

Schlagwörter in Deutsch

Altersdiskriminierung / Personalauswahl / Vignetten

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Dörfler, Laura Nicola
Title: Age discrimination in personnel selection decisions
Subtitle: a vignette study among HR managers in Austria
Umfangsangabe: 260 Seiten : Diagramme
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Dr.-Studium der Philosophie Soziologie, geisteswissenschaftl.Stzw
Publication year: 2016
Language: eng ... Englisch
Supervisor: Verwiebe, Roland
Assessor: Verwiebe, Roland
2. Assessor: Kolland, Franz
Classification: 71 Soziologie > 71.61 Diskriminierung
AC Number: AC13445112
Item ID: 45085
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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