Universitätsbibliothek Wien

Withdrawal from public space

Wanka, Anna (2016) Withdrawal from public space.
Dissertation, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Kolland, Franz
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-14556.04619.900072-7

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Abstract in English

Today, staying active has become a norm throughout the life-course. However, research indicates that time spent in public places still decreases with age (see Wahl et al., 1999; Ziegler, 2010). Who doesn’t go out will eventually become invisible in society. This study examines why (some) older adults withdraw from public space. I approach this question from a practice-theoretical perspective, assuming that age is something that we do, rather than something that we are. Methodologically I follow a mixed-methods approach, drawing upon secondary analysis of Austrian Time Use data, non-participant observations at two case sites in Vienna and episodic interviews with older adults. Results show that time spent in public space differs significantly by age, gender and residential environment. Data depicts a quadripartite life-course with a stage of third age that is mainly characterised by a rise in out-of-home household, leisure and social activities and fourth age, characterised by withdrawal into private space. However, only a minority of all older adults in Austria ‘ages actively’ in the stricter sense. And the doings of age in public space differ between socio-economically disadvantaged and privileged neighbourhoods. Whereas older adults engage more actively with their environment at deprived neighbourhoods, situational withdrawal is more prevalent in privileged neighbourhoods. Engagement at deprived places, however, feature deviant practices among the older residents, like drinking, loitering, swearing and distancing oneself from one’s neighbourhood. Place appropriation and place attachment do not necessarily match. Forms of engagement and disengagement in urban environments can hence differ greatly, ranging from actual withdrawal from public space to situational withdrawal in public places to subjective estrangement from (deprived) neighbourhoods. Instead of thinking of the person-environment-relation as a model of fit, we might thus imagine it more like a Bourdieuan social field. Concluding, approaching older age as something we do, not are, can open new ways of theoretical thought and empirical research within social gerontology. Future research should acknowledge that the active ageing paradigm does not by far cover all active forms of doing age, and deviant doings of age are often neglected in gerontological research. The latter, however, point to new social inequalities that emerge among predominantly male and socio-economically disadvantaged third agers, who often feel expelled – not disengaged – from their living environments.

Schlagwörter in Englisch

Social Gerontology / Environmental Gerontology / Disengagement / Social Practices / Practice Theory / older adults / Urban Sociology

Abstract in German

Heute kann – und soll – man über den gesamten Lebenslauf hinweg aktiv bleiben. Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass die Zeit, die im öffentlichen Raum verbracht wird, mit dem Alter abnimmt (vgl. Wahl et al., 1999; Ziegler, 2010). Wer nicht hinausgeht, wird in der Gesellschaft unsichtbar. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit der Frage, warum sich (manche) ältere Menschen aus dem öffentlichen Raum zurückziehen. Diese Frage wird aus einer praxistheoretischen Perspektive analysiert, aus der Alter etwas ist, dass wir viel eher tun als sind. Methodisch wird ein Mixed-Methods-Ansatz verfolgt, innerhalb dessen eine quantitative Sekundäranalyse österreichischer Zeitverwendungsdaten, nicht-teilnehmende Beobachtungen zweier Fallstudien in Wien und episodische Interviews mit älteren Erwachsenen herangezogen werden. Ergebnisse zeigen, dass sich die Zeit, die im öffentlichen Raum verbracht wird, signifikant nach Alter, Geschlecht und Wohngebiet unterscheidet. Dabei legen die Daten einen vierteiligen Lebenslauf mit einer Phase des dritten Alters, charakterisiert durch einen Anstieg an außerhäuslichen Haushalts-, Freizeit- und sozialen Aktivitäten, und einer Phase des vierten Alters, charakterisiert hauptsächlich durch einen Rückzug ins Private, nahe. Allerdings lebt insgesamt nur eine Minderheit älterer Menschen in Österreich einen Lebensstil des „aktiven Alter(n)s“ im engeren Sinn. Und wie Alter(n) im öffentlichen Raum praktiziert wird, unterscheidet sich auch danach, ob eine Person in einem sozio-ökonomisch benachteiligten oder privilegierten Wohngebiet lebt. Während sich ältere Menschen das benachteiligte Wohngebiet, das in der Studie untersucht wurde, aktiver aneigneten, konnte im privilegierten Gebiet häufiger ‚situationaler Rückzug‘ innerhalb des öffentlichen Raums beobachtet werden. Raumaneignung im benachteiligten Wohngebiet bestand jedoch zu großen Teilen unter älteren BewohnerInnen aus abweichenden Praktiken wie trinken, ‚herumlungern‘, schimpfen und daraus, sich selbst von seinem Wohngebiet zu distanzieren. Raumaneignung und subjektive Verbundenheit zum Raum stimmen also nicht notwendigerweise überein. Arten der urbanen Beteiligung und des Rückzugs können damit stark variieren und reichen von tatsächlichem Rückzug aus dem öffentlichen Raum über situationalen Rückzug in öffentlichen Orten zu subjektiver Entfremdung von (benachteiligten) Wohngebieten. Statt die Person-Umwelt-Beziehung als Passungsmodell zu sehen, sollten wir sie eher als sozialen Raum im Bourdieuschen Sinne verstehen. Alter(n) als eine Vielzahl von Praktiken zu begreifen, die wir tun, statt etwas, das wir sind, kann neue Wege für Theorie und Praxis der Sozialgerontologie eröffnen. Zukünftige Forschung sollte stärker berücksichtigen, dass das Paradigma des Aktiven Alterns bei weitem nicht alle Formen, wie Alter(n) aktiv praktiziert werden kann, umfasst, wodurch abweichende Alterspraktiken in der Forschung oft vernachlässigt werden. Letztere, deuten dabei auf neue soziale Ungleichheiten hin, die innerhalb der Gruppe der meist männlichen und sozio-ökonomisch benachteiligten Menschen im dritteln Lebensalter entstehen. Diese fühlen sich häufig ausgeschlossen – nicht abgelöst – von ihrer Wohnumwelt.

Schlagwörter in Deutsch

Soziale Gerontologie / Ökologische Gerontologie / Disengagement / Soziale Praktiken / Praxistheorie / ältere Menschen / Stadtsoziologie

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Wanka, Anna
Title: Withdrawal from public space
Subtitle: older urban residents and the social practices of spatial (dis-)engagement
Umfangsangabe: 153 Seiten : Diagramme
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Doktoratsstudium Sozialwissenschaften (Dissertationsgebiet: Soziologie)
Publication year: 2016
Language: eng ... Englisch
Supervisor: Kolland, Franz
Assessor: Kolland, Franz
2. Assessor: Phillipson, Christopher
Classification: 71 Soziologie > 71.34 Altersgruppen
71 Soziologie > 71.36 Alterssoziologie
71 Soziologie > 71.14 Städtische Gesellschaft
AC Number: AC13728333
Item ID: 44901
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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