Universitätsbibliothek Wien

Zwischen Selbstgestaltung und Restriktion

Herr, Benjamin (2016) Zwischen Selbstgestaltung und Restriktion.
Masterarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Flecker, Jörg
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-28093.54936.171653-7

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Abstract in German

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Selbstverständnis auseinander, welches Beschäftigte in Bezug auf ihre Arbeitszeit entwickeln. Verschiedene Überlegungen darüber, ob Erwerbsarbeitszeit dem Subjekt innerlich oder äußerlich ist, werden skizziert. Zugrunde liegende sozialphilosophische Idee ist daher das Spannungsverhältnis zwischen Institution und Handeln (Rosa 2005: 25; Lohr 2003; Freud 1930; Gehlen 1986; Durkheim 1984; Berger/Luckmann 1966/2010; Marcuse 2004). Neuere Arbeitszeitmodelle wie Gleitzeit (Bauer et al. 2002), Zeitkonten (Bauer et al. 2002; Eberling et al. 2004: 100ff.), Vertrauensarbeitszeit (Haipeter et al. 2002) oder Zielvereinbarungen (Bender 2000, 2002; Menz/Siegel 2002), erlauben mehr Selbstgestaltungsmöglichkeiten für die eigene Erwerbszeit. Dadurch ergeben sich spannende Implikationen für das Selbstverständnis zu Erwerbszeit: In welcher Weise wird die (Un-)Möglichkeit der Einflussnahme auf die eigenen Erwerbszeiten reflektiert? Welcher Bedeutung kommt die Nichterwerbssphäre zu? Welche Auswirkungen hat die Integration der ganzen Person in den Arbeitsprozess, auf das Selbstverständnis zu Erwerbszeit? Mit diesem Hintergrund startend, wurde das Arbeitszeitselbstverständnis unterschiedlicher Beschäftigungsarrangements analysiert und Schlüsse auf die Konstitution des Verhältnisses Erwerbszeit und Subjekt gezogen. Es wurde jeweils ein Unternehmen aus der IT- und der Metallindustrie gewählt, da diese Branchen in Hinblick auf Arbeitsorganisation kontrastierend sind. Insgesamt wurden neun Beschäftigte mit unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen mittels problemzentrierter Leitfadeninterviews (Witzel 1982, 1985, 2000) befragt. Die Interviews wurden entlang qualitativer Inhaltsanalyse (Gläser/Laudel 2010) ausgewertet. Ob Erwerbszeiten als äußerlich oder innerlich reflektiert werden, hängt eng mit dem Umstand zusammen, in welchem Grad der Arbeitsprozess von der Existenz als soziales Wesen der Beschäftigten abstrahiert wird (Marcuse 2004), also wie das Verhältnis Subjekt und Struktur innerhalb der spezifischen Betriebskultur gestaltet ist (Rosa 2012; Promberger 2001). Die Vielzahl an möglichen Selbststeuerungsmöglichkeiten (Matta 2015; Eberling et al. 2004; Munz 2006; Bender 2000, 2002; Menz/Siegel 2002; Bailey/Kurland 2002; Baruch 2001; Friedmann 1977), lassen in Abhängigkeit von der etablierten Arbeitszeitkultur deshalb verschiedene Szenarien zu, die zwischen Überforderung (Moldaschl/Sauer 2000) und Arbeitszeitsouveränität (Munz 2006) liegen. Beschäftigte, die ihre Erwerbszeiten dokumentierten, hatten diese konkreter vor Augen als diejenigen, die keine Arbeitszeitdokumentation durchführten. Dadurch traten in diesen Fällen die Erwerbszeiten als gestaltbarer auf und nicht als derart übermächtig. Zum Anderen war die Integration in den Arbeitsprozess als soziales Wesen, dass auch außererwerbliche Bedürfnisse hat (Hürtgen/Voswinkel 2014), ein entscheidender Aspekt. Dieser gab darüber Auskunft, ob Erwerbszeiten als dem Subjekt innerlich oder äußerlich auftraten.

Schlagwörter in Deutsch

Erwerbszeit / Arbeitszeit / Arbeitszeitarrangements / Selbstgestaltung / IT / Metallindustrie

Item Type: Hochschulschrift (Masterarbeit)
Author: Herr, Benjamin
Title: Zwischen Selbstgestaltung und Restriktion
Subtitle: Arbeitszeitselbstverständnisse bei unselbständig Beschäftigten in IT und Metall in Österreich
Umfangsangabe: 85 Seiten
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Masterstudium Soziologie
Publication year: 2016
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Flecker, Jörg
Assessor: Flecker, Jörg
Classification: 71 Soziologie > 71.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen
AC Number: AC13369374
Item ID: 44269
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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