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Wien, quo vadis?

Käfer, Kerstin (2016) Wien, quo vadis?
Masterarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Verwiebe, Roland

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DOI: 10.25365/thesis.44124
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-23883.80981.270453-1

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Abstract in German

Diese Masterarbeit beschäftigt sich mit möglichen zukünftigen Segregationsstrukturen und -prozessen in den Wiener Gemeindebezirken aufgrund computersimulierter Wohnortwechsel von Wiener Bevölkerungsgruppen. Ausgehend von einer Clusteranalyse werden mit Hilfe von sozioökonomischen, demographischen und kulturellen Daten der Studie Lebensqualität in Wien im 21. Jahrhundert Wiener Haushalte in Gruppen eingeteilt, die sich nach sozioökonomischen und ethnischen Merkmalen und Eigenschaften unterscheiden. Mit einer Computersimulation als sozialwissenschaftliches Gedankenexperiment werden Segregationsausprägungen in Wien für die nächsten zwanzig Jahre simuliert. Dabei kommt das in der analytischen Soziologie verwendete Makro-Mikro-Modell zum Einsatz. Jeder Haushaltskategorie (Haushaltscluster) wird eine Toleranz zugeordnet, welche sich auf die maximalen Anteile der anderen Clusterhaushaltsgruppen im Bezirk beziehen. Den Clustern gegenseitige Toleranzen zuzuordnen beruht auf der Annahme, dass unterschiedliche soziale Gruppen (Cluster/Haushalte) mit differenzierten sozialen Strukturen einen Wunsch nach sozialer Homogenität in ihrem Bezirk besitzen und sich dadurch Segregationsprozesse ausbilden. Segregation aufgrund sozialer, ökonomischer oder ethnischer Merkmale wird in der sozialwissenschaftlichen Simulation indirekt durch die Toleranz analysiert. Die Basis der durchgeführten Computersimulation bildet das Segregationsmodell von Schelling. Dieses wird erweitert, indem die untersuchte Gruppenanzahl auf sieben (Clusterhaushaltsgruppen) erhöht wird sowie Toleranzschwellenwerte, eine mögliche Arbeitslosigkeit eines Clusterhaushaltes und ökonomische Einschränkungen bezüglich eines Bezirkswechsel implementiert werden. Die Umsetzung der Simulation erfolgt mit Hilfe eines agentenbasierten Modells, dabei wird das Simulationsprogramm AnyLogic verwendet. Die Ergebnisse der Simulation zeigen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Toleranz von Haushaltsgruppen gegenüber anderen unterschiedlichen sozioökonomischen Haushaltsgruppen und den sich ausbildenden Segregationsprozessen. Je höher die gegenseitige Toleranz ist, desto geringer ausgeprägt sind die Segregationsstrukturen in den Wiener Gemeindebezirken. Sowohl der Segregationsindex, als auch die Zufriedenheit der Clusterhaushalte sowie auf Bezirksebene zeigen mit steigender Toleranz eine Veränderung in Richtung mehr Heterogenität bezüglich der Bezirksbevölkerung.

Schlagwörter in Deutsch

Sozialwissenschaftliche Computersimulation / Clusteranalyse / Wiener Gemeindebezirke / sozioökonomische Bevölkerungsgruppen / Toleranzen zwischen verschiedenen sozioökonomischen Bevölkerungsgruppen / Segregationsstrukturen

Abstract in English

This master thesis addresses prospective segregational structures and processes within municipality districts on the basis of computer simulated changes of residence of Viennese population groups. Resident households of Vienna are divided into groups with differences in their socio-economic and ethnical characteristics based on a cluster analysis using socio-economic, demographic and cultural data from the survey Lebensqualität in Wien im 21. Jahrhundert. The segregational development in Vienna is simulated for the next 20 years using a computer simulation – utilizing the macro-micro-model used in analytical sociology – as socio-scientific thought experiment. A tolerance value, which relates to the maximum tolerable share of the other cluster members within a district, is assigned to each household category (cluster). Assigning mutual tolerances to the clusters is based on the assumption that different social groups (clusters/households) with differentiated social structures wish for social homogeneity within their district of residence and therefore segregational processes occur. Segregation by reason of social, economic or ethnical features is indirectly analyzed through the tolerance in the socio-scientific simulation model. The simulation model is based on the segregation model by Schelling which is extended by increasing the number of groups (clusters) to seven and implementing tolerance thresholds, possible unemployment of cluster households and economic constraints regarding the change of residence to another district. The simulation was realized as an agent-based model using the AnyLogic simulation software. The simulation outcomes indicate a distinct relation between the tolerance of cluster households towards other socio-economically different cluster households and the emerging segregation processes. The higher the mutual tolerance the less distinctive are the segregational structures within the districts. Both the segregation index and the contentment, of the individual cluster households as well as for all households within a district, exhibit a shift towards higher heterogeneity with respect to the district population when the tolerance is rising.

Schlagwörter in Englisch

socio-scientific computer simulation / cluster analysis / Vienna / socio-economic population group / mutual tolerance / segregational structures

Item Type: Hochschulschrift (Masterarbeit)
Author: Käfer, Kerstin
Title: Wien, quo vadis?
Subtitle: eine stadtsoziologische Simulation mit AnyLogic über mögliche zukünftige Entwicklungen im Wohnverhalten der Wiener Bevölkerung auf Basis einer Sekundäranalyse der Studie „Lebensqualität in Wien im 21. Jahrhundert”
Umfangsangabe: xiv, 230 Seiten : Diagramme
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Masterstudium Soziologie
Publication year: 2016
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Verwiebe, Roland
Assessor: Verwiebe, Roland
Classification: 71 Soziologie > 71.19 Sozialstruktur: Sonstiges
AC Number: AC13369522
Item ID: 44124
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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