Universitätsbibliothek Wien

Selbstreport mittels Diary-Verfahren

Kunz, Alexa Maria (2016) Selbstreport mittels Diary-Verfahren.
Dissertation, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Froschauer, Ulrike
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-18776.16169.426063-8

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Abstract in German

So genannte Diary-Verfahren – also der methodische Einsatz von Tagebüchern zu Forschungszwecken oder zur pädagogischen und therapeutischen Intervention – werden in den Sozialwissenschaften zunehmend eingesetzt. Ein berühmter Vorläufer der heutigen Diary-Verfahren ist der Zeitverwendungsbogen aus der Marienthal-Studie, dem das berühmte Zitat „Einsteilen wird es Mittag“ entstammt. In der privatwirtschaftlichen sowie der akademischen Forschung (hier vor allem im anglosächsischen Sprachraum) erfreuen sich diese Verfahren seit vielen Jahren großer Beliebtheit. Dennoch stand eine methodologische Fundierung dieser Verfahren im Sinne einer Verschränkung von (erkenntnis-)theoretischen wie forschungspragmatischen Aspekten bisher aus. Diese Forschungslücke schließt die vorliegende Arbeit: Basierend auf grundlegenden theoretisch-methodologischen Vorüberlegungen werden die Fragen bearbeitet, welche unterschiedlichen Typen von Dokumenten unter dem Diary-Begriff zusammengefasst werden, welche Arten von Diaries speziell zu Forschungszwecken eingesetzt werden, welche Qualitäten diese Instrumente und die mittels ihnen erzeugten Daten aus (erkenntnis-)theoretischer Perspektive besitzen, inwiefern sich welche Arten von Diaries insbesondere für den Einsatz in Kontexten interpretativer Sozialforschung eignen und welche forschungspragmatischen Aspekte bei deren Einsatz zu beachten sind. Dazu wird mit einem Daten, Theorien und Methoden triangulierenden Vorgehen gearbeitet: Zentrale Methoden der Datengewinnung sind bibliographische Verfahren und die Zusammenstellung eines Datenkorpus unterschiedlicher Dokument. Zusätzlich werden eigene Daten mittels Diary-Verfahren (Paper-Pencil & elektronisch gestützt) und Interviewverfahren erhoben. Auswertungsseitig werden artefaktanalytisch und textlinguistisch inspirierte Verfahren sowie hermeneutische und qualitativ-inhaltsanalytische Gesprächsauswertungsverfahren eingesetzt. Theoretisch leitend sind v.a. die mundanphänomenologischen Arbeiten von Alfred Schütz, die Philosophische Anthropologie (v.a. im Anschluss an Helmuth Plessner), Arbeiten aus der Neueren Wissenssoziologie sowie sozialpsychologische Konzepte. Über die Verschränkung von theoretischen und empirischen Befunden werden Diary-Dimensionen sowie eine Diary-Typologie erzielt und der Vorschlag für ein differenziertes theoretisches Verständnis von Routinehandeln formuliert. Ein besonderes Augenmerk liegt auf Logbüchern. Mittels ihnen erzeugte Daten werden als Selbstreporte qualifiziert und als vermittelnde Instanz tragen sie zum Fremdverstehen (typischer) subjektiver Perspektiven bei. Für den Einsatz von Logbüchern in interpretativen Forschungskontexten werden abschließend forschungspragmatische Hinweise formuliert.

Schlagwörter in Deutsch

Tagebuch / Logbuch / Selbstreport / Methode / Methodologie / interpretative Sozialforschung / Neuere Wissenssoziologie / Sozialwissenschaften

Abstract in English

The use of diaries as a research method or as a therapeutic and didactic instrument gets more and more popular in social sciences. A famous antecedent of the contemporary diary methods is the time use diary, which was applied in the „Marienthal-Studie“ and where the well-known sentence „In the meantime it’s getting noon“ originates from. Nowadays, diary methods are very common in commercial as well as in academic research (especially in the Anglo-Saxon area). However, until today no profund methodological framework exists to substantiate diary methods epistimologically. This is what the following thesis aims at. Based on epistemological and methodological thoughts, it answers the following questions: Which types of documents are understood as „diaries“? Which kinds of diaries are especially used in research? Which characteristics do diary-instruments as well as diary-data have from an epistemological point of view? Which diaries are appropriate especially for the use in interpretive social research? Which methodological aspects should one consider when using diaries? To answer these questions, different data, theories and methods are triangulated: To collect data, bibliographical methods are used and a set of already existing documents is compiled. To gain primary data, diary methods (paper-pencil & electronic) and interview methods are applied. Data are interpreted by means of artefact analysis, linguistic analysis, hermeneutics and qualitative content analysis. Theoretical references are the mundane phenomenological works from Alfred Schütz, the philosophical anthropology (particularly affiliated to Helmuth Plessner), the new sociology of knowledge as well as concepts deriving from social psychology. The results are a heuristic on diary-dimensions, a typology of diaries as well as an enhanced theoretical understanding of routines. A focus is set on so called logbooks, which are classified as self-reports. As intermediaries, they help to truly understand (typical) subjective perspectives. Finally, methodological advice is given for their use in interpretive research.

Schlagwörter in Englisch

diary / logbook / self-report / method / methodology / interpretive social research / new sociology of knowledge / social sciences

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Kunz, Alexa Maria
Title: Selbstreport mittels Diary-Verfahren
Subtitle: eine methodologische Untersuchung von Tagebüchern als Methode der Datenerhebung insbesondere in der interpretativen Sozialforschung
Umfangsangabe: VIII, 231 Seiten : Illustrationen, Diagramme
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Doktoratsstudium Sozialwissenschaften (Dissertationsgebiet: Soziologie)
Publication year: 2016
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Froschauer, Ulrike
Assessor: Pfadenhauer, Michaela
2. Assessor: Hitzler, Ronald
Classification: 70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.03 Methoden, Techniken und Organisation der sozialwissenschaftlichen Forschung
AC Number: AC13307658
Item ID: 43075
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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