Universitätsbibliothek Wien

Deviante Weltkonstruktionen

Gassenbauer, Iris (2016) Deviante Weltkonstruktionen.
Dissertation, University of Vienna. Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Innerhofer, Roland
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-18775.91374.477354-7
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Abstract in German

Fantastische Literatur ist schon lange nicht mehr im wissenschaftlichen Abseits angesiedelt, dennoch herrscht im Umgang mit verschiedenen Ausdrucksformen der Fantastik noch Uneinigkeit. Da, wo sich fantastische Parameter intensiv im Text offenbaren, nämlich in der Präsentation einer devianten Weltstruktur, gerät die wissenschaftliche Begriffsverwendung schnell zum definitorischen Sammelsurium. Die Heterogenität, mit der Ausdrücke wie Anderswelt, Parallel-, Spiegel- oder Sekundärwelt verhandelt werden, fußt einerseits auf der Diversität fantastischer Weltentwürfe und andererseits auf einem inkohärenten Feld der Fantastikforschung, gleichzeitig ist sie Ausdruck einer generell nicht harmonisierte Forschungslage. Die vorliegende Studie ist durch die Fragestellungen motiviert, in welcher Form deviante Weltkonstruktionen im fantastischen Text aufscheinen und welche Funktionen sie hierbei erfüllen. Dabei liegt der Fokus der Arbeit nicht darauf, abweichende Weltkonstruktionen im Werk einer bestimmten Autorin oder eines Autors zu untersuchen; vielmehr zielt die Studie darauf ab, deviante Weltentwürfe unterschiedlicher Werke und somit auch unterschiedlicher Zeitperioden auf der Basis systematischen Vorgehens auf ihre wesentlichen strukturalistischen und thematischen Konstruktionsprozesse hin zu erforschen und sie dadurch kohärent analysierbar zu machen. In einem Feld pluralistischer Realisierungen fantastischer Räume wird also die Frage nach gemeinsamen Ausdrucksformen (als Literatur des weiten und des engen Fokus’ differenziert) und Zweckursachen (klassifiziert als abenteuerlich-heroische, kritisch-reflexive und ludisch-absurde Modulation) gestellt, wobei Nelson Goodmanns Weisen der Welterzeugnis und Juri Lotmans Die Struktur literarischer Texte als ebenso grundlegende Voraussetzung der Analyse erachtet wird, wie Uwe Durst Theorie der phantastischen Literatur. Indem ein Korpus fantastischer Primärwerke untersucht wird, der zwar mit Margaret Cavendishs The Blazing World schon im 17. Jahrhundert beginnt, großteils aber im 19. und 20 Jahrhundert – und hier mit der Tendenz zur Kinder- und Jugendliteratur – angesiedelt ist, stellt die Arbeit ein Analysewerkzeug im Umgang mit einem bedeutenden und bisher höchst heterogen verhandelten Motiv fantastischer Literatur.

Schlagwörter in Deutsch

Fantastische Literatur / Phantastik / Parallelwelten / Weltkonstruktionen / Heldenreise / Raum / narrative Grenzräume / sekundäre Welten / Konstruktionsverfahren / Zeitreise / Schwellenräume / das Andere / Abenteuerliteratur / narrative Zeitsysteme / fantastisches Spiel / Portal

Abstract in English

Fantastic literature is no longer situated in a scientific offside position, but nonetheless discordancy occurs amongst various significant topics. In the realms where fantastic parameters arise in the text (that is to say in the presentation of a deviant world-structure), the application of terms turns out to be a hotchpotch of different definitions. The reasons for the heterogeneity in the use of terms like parallel-, other-, mirror-, secondary world and so forth lie in the diversity of world constructions on the one hand side and in a non-harmonised and highly incoherent sphere of fantasy research on the other. The study is motivated by the question of how deviant world constructions appear in the fantastic text and what functions they hereby fulfil. The focus is not set on the analysis of deviating world constructions in the works of one particular author, but rather investigates structuralistic and thematic construction processes of divergent world conceptions in different periods of time through a systematic approach, aiming at making a coherent analysis possible. In a field of pluralistic display of fantastic spaces the question of expression (specified as literature of the broad respectively the wide focus) and final cause (adventurous-heroic, critical-reflective and ludic-grotesque modulation) is central, being based on Nelson Goodmann’s Ways of Worldmaking, Juri Lotman’s The Structure of the Artistic Text as well as Uwe Durst’s Theorie der phantastischen Literatur. Analysing a corpus of primary literature that starts with Margaret Cavendish’s The Blazing World as early as in the 17th century (but being mainly located in the 19th and 20th century with a tendency towards children’s and youth literature), the study provides an instrument of investigation in dealing with an important and hitherto highly heterogeneous discussed subject of fantastic literature.

Schlagwörter in Englisch

Fantastic literature / parallel worlds / secondary worlds / Fantasy / world construction / time travel / monomyth / hero’s journey / borders / the Other / systems of time

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Gassenbauer, Iris
Title: Deviante Weltkonstruktionen
Subtitle: Parallelwelten und Räume des Anderen in fantastischer Literatur
Umfangsangabe: 344 Seiten
Institution: University of Vienna
Faculty: Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Deutsche Philologie)
Publication year: 2016
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Innerhofer, Roland
Assessor: Neubauer, Martin
2. Assessor: Seibert, Ernst
Classification: 17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.93 Literarische Stoffe, literarische Motive, literarische Themen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.73 Literaturtheorie: Allgemeines
AC Number: AC13292470
Item ID: 43029
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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