Universitätsbibliothek Wien

Zur temporalen Veränderung der intergenerationalen Mobilität in Österreich

Zmugg, Hemma (2016) Zur temporalen Veränderung der intergenerationalen Mobilität in Österreich.
Masterarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Weiss, Hildegard
Keine Volltext-Freigabe durch VerfasserIn.

[img] PDF-File - Zur Anzeige nicht freigegeben
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

-
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-24222.05561.411561-7

Link zu u:search

Abstract in German

Österreich gehört traditionellerweise zu jenen Ländern, in denen die Positionierung in den Klassenlagen sehr stark von der sozialen Herkunft abhängig ist. Wie für viele andere Länder „westlichen Typus“ auch, gibt es empirische Belege, dass die soziale Mobilität in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg stark angestiegen ist, wobei besonders vielen Personen ein sozialer Aufstieg gelang. Ähnlich wie etwa in Deutschland und den Vereinigten Staaten hat allerdings seit den 1980erJahren auf Grund wirtschaftlicher Krisentendenzen der Anteil der Immobilen und der sozialen Abstiege wiederum zugenommen. Für die letzten zweieinhalb Jahrzehnte liegen für Österreich noch keine aussagekräftigen Untersuchungen vor. Hinsichtlich der sozialen Durchlässigkeit gibt es für eine Reihe von europäischen Ländern empirische Belege, dass diese im Laufe der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zugenommen hat. Diese Entwicklung wird vor allem auf die Bildungsexpansion und die erhöhte soziale Durchlässigkeit im Bildungswesen zurückgeführt. Im Rahmen dieser Arbeit wurde der Wandel der sozialen Mobilität und der sozialen Durchlässigkeit mittels einer Kohortenanalyse untersucht. Dabei wurden folgende Geburtskohorten betrachtet: 1922 – 1938 (teilweise), 1939 – 1948, 1949 – 1958, 1959 – 1968, 1969 – 1981. Im Widerspruch zu bisherigen Studien stehend, deuten die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit darauf hin, dass das Mobilitätsausmaß im Laufe der Zeit relativ stabil geblieben ist. Die soziale Durchlässigkeit scheint sich dem entgegen für die ab 1959 Geborenen bzw. zumindest für die Kohorte der zwischen 1969 und 1981 Geborenen erhöht zu haben. Wird zwischen den drei hier untersuchten Klassenlagen der hochqualifizierten und qualifizierten Angestellten (Dienstklasse), mittleren Positionen und un- und angelernten ArbeiterInnen unterschieden, so liegt der Anteil der Mobilen stets zwischen 40% und 50%. Der Anteil der Aufwärtsmobilen ist dabei mehr als doppelt so hoch wie der Anteil der Abwärtsmobilen. Die anteilsmäßig größte Gruppe bilden durchgehend die Immobilen und horizontal Mobilen mit einem Anteil von etwa 50%. Ein mehrheitlicher Teil der sozialen Mobilität ist stets auf strukturelle Veränderungen zurückführbar und zu einem wesentlich geringeren Teil auf die soziale Durchlässigkeit zwischen den Klassenlagen. Allerdings hat sich für die beiden jüngsten Kohorten der Anteil der sozialen Durchlässigkeit an der Gesamtmobilität erhöht. Für die seit 1959 Geborenen scheinen jene mit un- und angelernten Arbeitern als Väter im Vergleich zu jenen, deren Väter mittlere Positionen ausüben, nicht mehr mit Aufstiegsbarrieren konfrontiert zu sein. Die relativen Vorteile jener mit Vätern aus der Dienstklasse sind aber nach wie vor sehr stark ausgeprägt. Neben Effekten der sozialen Herkunft konnten auch erheblich Einflüsse der Bildung, des Geschlechts und des Migrationshintergrundes auf die soziale Positionierung nachgewiesen werden. Auch unter Kontrolle dieser Merkmale sind nach wie vor Einflüsse der sozialen Herkunft beobachtbar (direkte Effekte der sozialen Herkunft). Teilweise „verschwinden“ diese aber auch. So scheint es für die jüngste Kohorte bei jeweils gleichem formalen Bildungsniveau keinen Einfluss der sozialen Herkunft auf die Positionierung in den Klassenlagen mehr zu geben.

Schlagwörter in Deutsch

soziale Mobilität / Sozialstruktur / sozialer Wandel / Kohortenanalyse

Abstract in English

Traditionally, Austria is one of those countries where the dependence of social background on social positioning is exceptionally high. As for various other industrialised, western countries there exists empirical proof that during the decades after the Second World War social mobility has risen remarkably, especially upward mobility. Since the 1980s, however, due to economic turmoil, the proportion of non-mobile persons and downward mobility has risen again. The change of social mobility during the last two and a half decades has not been subject to profound studies in Austria so far. Regarding social fluidity, empricial evidence suggests that it has increased throughout the second half of the 20th century in Austria as well as in a number of other European countries, a development which is probably mainly due to the expansion of education und higher educational fluidity. In this thesis the change of social mobility and social fluidity is analysed through a cohort study. The following cohorts (years of birth) have been compared with each other: 1922 – 1938 (partly), 1939 – 1948, 1949 – 1958, 1959 – 1968, 1969 – 1981. Contradictory to previous empirical studies the main results of this thesis point to a rather stable development of social mobility in the course of time. Social fluidity, in contrast, seems to have increased for those born since 1959, at least for those born between 1969 and 1981. When distinguishing the three classes highly qualified and qualified positions (service class), middle positions and semi- and unskilled workers, the proportion of mobile persons in every cohort lies between 40% and 50% whereby the proportion of upward mobility is more than two times higher than that of downward mobility. Moreover, the biggest group in every cohort comprises of the immobile and horizontally mobile persons (around 50%). Social mobility is due mostly to structural change and only to a much smaller degree to social fluidity. Nevertheless, for the two youngest cohorts the proportion of social fluidity has risen. At least those with fathers working as semi- and unskilled workers, in comparison to those with fathers working in middle positions, seem not to be confronted with barriers concerning upward mobility anymore. The relative advantages of those with fathers from the service class, however, are still strikingly high. In addition to effects of social background, noteworthy influences of education, sex and migration background on the social positioning can be shown. Furthermore, controlling for those characteristics, direct effects of social background on social positioning are observable. Still, some of those direct effects seem to “disappear” – controlling for education, there seems to exist no direct influence of social background for people born between 1969 and 1981.

Schlagwörter in Englisch

social mobility / social structure / social change / cohort study

Item Type: Hochschulschrift (Masterarbeit)
Author: Zmugg, Hemma
Title: Zur temporalen Veränderung der intergenerationalen Mobilität in Österreich
Umfangsangabe: 119 Seiten : Diagramme
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Masterstudium Soziologie
Publication year: 2016
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Weiss, Hildegard
Assessor: Weiss, Hildegard
Classification: 71 Soziologie > 71.12 Soziale Stratifikation, soziale Mobilität
AC Number: AC13107507
Item ID: 41606
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Edit item (Administrators only) Edit item (Administrators only)