Universitätsbibliothek Wien

Konfliktaustragung im 16. Jahrhundert

Kapeller, Edith Elfriede (2016) Konfliktaustragung im 16. Jahrhundert.
Masterarbeit, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Scheutz, Martin
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29674.74760.947453-9
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Abstract in Deutsch

Ohne Konflikte ist das Leben in einer Gruppe von Personen unmöglich. Neid und Konkurrenzdenken sind nur zwei von vielen möglichen Konfliktauslösern. Sehr oft zielen Streitigkeiten darauf ab, die gesellschaftliche Ehre des Gegenübers zu mindern. Ehre ist nicht statisch, sondern dynamisch, ein komplexes System, das durch tägliche Interaktion verändert werden kann und in ständiger Gefahr steht, durch Angriffe anderer verletzt zu werden. Diese Ehrverletzungen (lat. iniuriae) können auf unterschiedliche Arten passieren: mündlich (Verbalinjurien), tätlich (Realinjurien), schriftlich oder durch Gesten. Oft treten diese Formen vermischt auf. Solche Beleidigungen waren in Zwettl keine Seltenheit. Zahlreiche Prozesse wurden vor Richter und Rat abgehandelt und fanden Eingang in die städtischen Ratsprotokolle. Die meisten der beteiligten Personen, vor allem der Kläger, waren Bürger der Stadt, besaßen also das Bürgerrecht, oder wiesen eine Nähe zur städtischen Elite auf. Nur wenige Fälle wurden von unterbürgerlichen Schichten vor Gericht gebracht. Die Auseinandersetzung mit der Quelle zeigt drei Orte, an denen Injurien oft stattfanden: Märkte bzw. die offene Straße, Wirtshäuser und der Platz vor oder in einem privaten Wohnhaus. Verwendete Schimpfwörter waren teilweise sehr kreativ, tätliche Angriffe hatten häufig den Kopf einer Person zum Ziel. Die Strafen, die Richter und Rat verhängten, waren zumeist eher milde, berücksichtigten jedoch auch die äußeren Umstände einer Tat und das Betragen einer Person in der Vergangenheit. All diese Fälle erlauben den heutigen Rezipienten und Rezipientinnen einen Einblick in die Verwaltungs- und Alltagsgeschichte der frühneuzeitlichen Stadt Zwettl, ebenso wie sie ermöglichen, Kenntnisse über Situationen der Konfliktaustragung der Frühen Neuzeit zu erlangen.

Schlagwörter in Deutsch

Ratsprotokolle / Zwettl / Injurie / Beleidigung

Abstract in Englisch

Living together in a group without conflicts seems to be impossible. Envy and competition cause many conflicts in the early modern times. The parties on the disputes often try to lower the opponent’s reputation, which was not a static fact, but modifiable over time and a complex system of interaction. A person’s honour was endangered to be impaired by the attacks of fellow men. There are four ways of harming people’s reputation: The (verbal) insult the (physical) injury, abusive gestures and the written defamation. In many cases people of the early modern times mixed these ways together. Such insults and injuries were not a rarity in Zwettl. Numerous incidents were brought to justice and therefore can be found in the records of the municipal council. Most of the involved persons, especially of the plaintiffs, were burghers of Zwettl or even members of the municipal elite. Only a few cases were brought to justice by city dwellers. The research shows three places, where insults and injuries often took place: markets/streets, taverns/inns and in or in front of a private house. The swear words that were used by the residents of the early modern town are creative, physical offenses often aim at the head of somebody. The punishments, which judge and council handed out were mild in most cases but consider the circumstances and the behaving of the defendant. At last, the cases allow a view on the conflicts of a town in the early modern times, their processes and their solutions.

Schlagwörter in Englisch

Council records / Zwettl / injury / insult

Dokumentenart: Hochschulschrift (Masterarbeit)
AutorIn: Kapeller, Edith Elfriede
Titel: Konfliktaustragung im 16. Jahrhundert
Untertitel: Verbal- und Realinjurien in der Stadt Zwettl
Umfangsangabe: 112 Seiten : Diagramme
Institution: Universität Wien
Fakultät: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Masterstudium Geschichtsforschung, Historische Hilfswissenschaften und Archivwissenschaft
Publikationsjahr: 2016
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Scheutz, Martin
BeurteilerIn: Scheutz, Martin
Klassifikation: 15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte
AC-Nummer: AC13082490
Dokumenten-ID: 40983
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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