Universitätsbibliothek Wien

Im Kontakt mit der inneren Stimme

Dreger, Lukas (2015) Im Kontakt mit der inneren Stimme.
Diplomarbeit, Universität Wien. Fakultät für Psychologie
BetreuerIn: Weber, Germain

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29356.44717.561060-8
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Abstract in Deutsch

Im Jahr 2002 bezifferte die Europäische Kommission die Kosten für arbeitsbezogenen Stress in der EU-15 auf 20 Milliarden Euro pro Jahr und bezeichnet Stress, Angst und Depressionen als das größte Gesundheitsproblem am Arbeitsplatz (Hassard et al., 2014). Stress macht jedoch nicht am Arbeitsplatz halt, sondern entsteht als Reaktion auf verschiedenste Stimuli (Herman, 2012). Stress hat massive Auswirkungen auf die Gesundheit, wenn er nicht bewältigt werden kann (Roddenberry & Renk, 2010) – im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang wie bei Schlaganfällen, Krebserkrankungen oder Herzinfarkten (Cohen, Janicki-Deverts, & Miller, 2007). So stellt sich die Frage für jede/n Einzelne/n, wie sie/er mit Herausforderungen oder Bedrohungen im eigenen Alltag umgeht, um gesund zu bleiben und aktiv, glücklich und sorgenfrei zu leben. Zu diesem Zwecke werden seit Jahrtausenden Entspannungstechniken und Meditationsformen praktiziert (Jayasinghe, 2004), die aufgrund ihrer vielfältigen positiven Wirkungen auf Körper und Geist – in traditioneller wie adaptierter Form – Einzug in den westlichen Kulturkreis gehalten haben (Sedlmeier et al., 2012). In Hinblick auf die Verminderung des Stresserlebens haben sie sich als so wirksam erwiesen (Goyal, et al., 2014), dass Interventionstechniken, wie zum Beispiel die mindfulness-basierte Stress-Reduktion (Kabat-Zinn, 2003), eigens für den Einsatz bei Stress entwickelt wurden. Linda Roethlisberger hat mit ihrem TRILOGOS-Lehrgang (2012, 2013a, 2013b) ein autodidaktisches Trainingsprogramm für Persönlichkeits- und Bewusstseinsbildung entwickelt, das in seiner Methodik Ähnlichkeiten zu Meditationen und Entspannungstechniken aufweist. Sein Ziel ist die Erlangung von Ausgeglichenheit und innerer Balance, während sich die Fähigkeiten der/s Anwender/in zur Bewältigung alltäglicher Herausforderungen ausbauen und verbessern sollen. Auf Linda Roethlisberger’s Wunsch hin wurde eine Diplomand/innengruppe der Universität Wien damit betraut, dies empirisch abzusichern, wobei eine Einschränkung hinsichtlich der Untersuchung des Lehrganges auf die erste von drei Stufen vorgenommen wurde. Die vorliegende Diplomarbeit postuliert aufgrund der methodischen Ähnlichkeit zu Meditationen und Entspannungsverfahren, dass die Absolvierung der Stufe 1 des TRILOGOS-Lehrganges (Roethlisberger, 2012) zu einem reduzierten Stresserleben führt, dass sich der Gebrauch von hilfreichen (adaptiven) Strategien zur Stressbewältigung erhöht bzw. der Gebrauch nicht hilfreicher (maladaptiver) Coping-Strategien verringert und sich darüber hinaus ein vermindertes Ausmaß an Stresssymptomen zeigt. Da die Persönlichkeit einer Person im Rahmen der Stressbewältigung eine große Rolle spielt (Lazarus & Folkman, 1987) wurde außerdem das Konzept der Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen untersucht, das die Wahrnehmung der eigenen Kontrolle über das eigene Leben und die Abhängigkeit von externen Faktoren wie anderen Personen oder höherer Mächte sowie die Erwartung der Handlungsfähigkeit enthält. Aufgrund der engen Zusammenhänge von internaler Kontrolle und erfolgreicher Stressbewältigung bzw. externaler Kontrolle und nicht-erfolgreicher Stressbewältigung (Leontopoulou, 2006; Hay & Diehl, 2010; Roddenberry & Renk, 2010) sowie der von Linda Roethlisberger (2012) postulierten Verbesserungen von Kompetenzen zur Bewältigung des alltäglichen Lebens wurde vom Autor der vorliegenden Diplomarbeit postuliert, dass sich auch die Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen der Teilnehmer/innen durch die Absolvierung der ersten Stufe des TRILOGOS-Lehrganges (Roethlisberger, 2012) verbessern würden. Um qualitative Informationen über den Lehrgang erheben zu können, wurde den Teilnehmer/innen ein Fragebogen mit offenen Fragen zusätzlich zu dem Fragebogen zu Stress und Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen zur Post-Testphase vorgegeben. Im Rahmen eines quasi-experimentellen Prä-Post-Versuchsdesigns wurden insgesamt 90 Personen mittels künstlich erfolgten „Paar-matchings“ zu Versuchs- und Kontrollgruppe zugeteilt. Die statistische Auswertung erfolgte mittels univariater Varianzanalysen, die Mehrgruppenvergleiche wurden mittels post-hoc-Tests durchgeführt. Von den 45 Personen aus der Versuchsgruppe beendeten acht den Lehrgang, 13 schafften es innerhalb des ca. neunmonatigen Lehrgangszeitraumes nicht, den Lehrgang zu beenden, während 24 Personen den Lehrgang abbrachen. Bei denjenigen Teilnehmer/innen, die den Lehrgang beendeten, zeigten sich eine günstige Veränderungen in allen untersuchten Variablen. Allerdings konnten aufgrund der geringen Stichprobengröße trotz überwiegend mittlerer bis großer Effekte kein signifikanter Nachweis für diese Ergebnisse erbracht werden, weshalb sie nicht nachweislich auf die Teilnahme am Lehrgang zurückführbar sind. Ein signifikantes Ergebnis zeigte sich jedoch hinsichtlich des Selbstkonzepts der eigenen Fähigkeiten. Dieses verbesserte sich in mittelstarkem bis starkem Ausmaß durch die Absolvierung des Lehrganges, während bei der Kontrollgruppe keine nennenswerte Veränderung zu beobachten war. Über die qualitative Auswertung wurde deutlich, dass die Lehrgangsübungen von den Teilnehmer/innen als sehr positiv empfunden wurden, dass jedoch der Umfang des Lehrganges zu groß sei. Dies wurde von der hohen Abbrecherquote gestützt, so dass der Autorin Linda Roethlisberger empfohlen wird, den Lehrgang in kleinere Elemente aufzuspalten, die Einheiten kürzer zu gestalten und den zeitlichen Umfang der Audioübungen zu reduzieren.

Schlagwörter in Deutsch

Interventions-Effektstudie / Kompetenz- und Kontrollüberzeugungen / Stress

Abstract in Englisch

In 2002, the European Commission identified work-related stress in EU-15 as causing a loss of 20 billion Euros every year. According to the report, psychosocial risks are associated with work-related stress (Hassard et al., 2014). However, stress isn’t only found in the workplace, but can occur as a reaction to multiple stimuli: actual physiological challenges as well as potential psychogenic threats (Herman, 2012). For people unable to manage stress effectively, it massively influences their health (Roddenberry & Renk, 2010). In the worst case, with deadly consequences such as strokes, cancer, or heart attacks (Cohen, Janicki-Deverts, & Miller, 2007). This raises the question for every individual: How can the challenges and threats of everyday life be managed in order to stay healthy and lead an active and happy life free from worries? It is for this purpose that for millennia people practise various forms of relaxation and meditation techniques (Jayasinghe, 2004). Many of these techniques - in traditional or adapted variations - have found their way into the Western cultural sphere (Sedlmeier et al., 2012). With respect to reducing psychological stress, these forms of meditation and relaxation have proven so effective (Goyal, et al., 2014) that intervention techniques specifically aiming at reducing stress, such as mindfulness-based stress reduction (Kabat-Zinn, 2003), have been developed. As well, Linda Roethlisberger has developed the TRILOGOS course (2012, 2013a, 2013b), an autodidactic training programme for personality development and raising of consciousness that presents a methodology including various similarities to meditation and relaxation techniques. The goal of the TRILOGOS course is it to help the user find an inner balance while improving the user’s skills to manage life’s daily challenges. On request of Linda Roethlisberger a group of graduates of the University of Vienna was assigned the task to empirically investigate the effectiveness of the TRILOGOS course. This analysis, however, was limited to the first of the three stages of the course. The diploma thesis at hand postulates four main hypotheses due to the methodological similarities of the course to meditation and relaxation techniques. It postulates that the completion of level 1 of the TRILOGOS course (Roethlisberger, 2012) firstly leads to a reduced stress level, secondly that the usage of helpful (adaptive) strategies for stress reduction increases while the usage of unhelpful (maladaptive) coping strategies decreases respectively and thirdly, that observable stress symptoms decrease as well. Since an individual’s personality plays an important role when it comes to stress reduction strategies (Lazarus & Folkman, 1987), the concepts of self-efficacy beliefs and locus of control orientation were examined in this thesis as well. These concepts discuss an individual’s perception of control over one’s own life and the dependence on external factors such as other people or a higher power as well as expectations in regard to one’s own ability to act. The author of the thesis at hand moreover postulates as the fourth hypothesis that the users’ self-efficacy beliefs and locus of control orientation will also improve in the wake of a completion of the first level of the TRILOGOS course. This assumption derives from the close relation of internal control and successful stress management or external control and unsuccessful stress management respectively (Leontopoulou, 2006; Hay & Diehl, 2010; Roddenberry & Renk, 2010) as well as Linda Roethlisberger’s (2012) presumed improvements in the area of competences to manage everyday life thanks to the TRILOGOS course (Roethlisberger, 2012). In order to be able to collect qualitative data regarding the course, a questionnaire with open questions was handed to the participants of the study in addition to the questionnaire about stress, self-efficacy beliefs and the locus of control orientation in the post-test phase. Within a quasi-experimental pre-post experimental design, 90 individuals in total were allocated to test and control groups through an artificially executed pair matching. To test significant differences among the groups, analysis of variance were used, applying post hoc tests to specify significant results. Out of 45 participants, 8 completed the programme. 13 were unable to complete the programme within the given 9 months and 24 participants cancelled the programme before completion. Those participants who completed the programme displayed a favorable change in all of the examined variables. Despite the effectiveness apparent in these findings, the significance of the results could not be proven due to the small size of the sample and could therefore not be linked to participation in the programme. However, a significant result could be identified in relation to self-concept and perception of one’s own abilities. The medium strong to strong impact evident after completing the programme could not be observed in the control group. It became clear from the qualitative analysis, that the participants perceived the programme very positively, albeit that its extent was considered too long. This was also reflected in the high number of cancellations, prompting Linda Roethlisberger to consider splitting the programme into smaller parts, shortening the modules and reducing the length of audio exercises.

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Dreger, Lukas
Titel: Im Kontakt mit der inneren Stimme
Untertitel: Evaluierung der Wirksamkeit der Stufe 1 des TRILOGOS-Lehrganges
Umfangsangabe: 91 Seiten : Diagramme
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Diplomstudium Psychologie
Publikationsjahr: 2015
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Weber, Germain
BeurteilerIn: Weber, Germain
Klassifikation: 77 Psychologie > 77.92 Parapsychologie
77 Psychologie > 77.73 Autogenes Training, Entspannungstherapie
77 Psychologie > 77.80 Spezielle Intervention
AC-Nummer: AC13096633
Dokumenten-ID: 40920
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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