Universitätsbibliothek Wien

"Und ein Schwert wird vom Himmel fallen"

Marx, Alexander (2016) "Und ein Schwert wird vom Himmel fallen".
Masterarbeit, University of Vienna. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Mitthof, Fritz
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29545.01583.318666-5

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Abstract in German

Diese Arbeit diskutiert Eschatologie und Gewalt im siebten Buch der Divinae Institutiones von Laktanz. Das dort geschilderte Endzeitnarrativ weist zahlreiche interessante Anspielungen zu gegenwärtigen Ereignissen und Personen auf, die jedoch noch nicht erschöpfend untersucht wurden. Theologen und Linguisten haben sich mit dieser Quelle befasst, aber kaum Historiker. Dieser Forschungslücke widmet sich diese Arbeit, indem sie Laktanz Endzeitnarrativ unter Einbezug der jüngeren Forschungen zur christlichen Eschatologie analysiert und seine verschiedenen Elemente zusammenschauend untersucht. Im Zuge einer genauen Analyse wird klar, dass Laktanz für ein paganes Publikum schrieb, das er vom Christentum zu überzeugen gedachte, denn er zitiert kaum aus Bibel, aber umfassend aus diversen paganen Quellen. Dennoch bildet die Bibel und deren frühe Exegese den Subtext für dieses Narrativ. Außerdem diskutiere ich die Rolle von Feuer; dieses erscheint als omnipräsentes und göttliches Element, das der Reinigung und Bestrafung dient. In diesem Zusammenhang ist insbesondere jenes eschatologische Ritual von Interesse, das er am Ende seines Narrativs schildert. Im Zuge dessen würden sich die Gerechten reinigen, indem sie die Verbrennung der Ungläubigen beobachten. Während die Offenbarung des Johannes in Hinblick auf menschliche Aktivität unklar bleibt, verschiebt Laktanz die Akzente, um menschliche Aktivität im Endzeitszenario zu erlauben. Schließlich wurde eine enge Verbindung zwischen Laktanz und Konstantin dem Großen deutlich. Laktanz hielt sich wohl spätestens ab 310 in Trier auf und Konstantins Hof war wahrscheinlich das Zielpublikum der Divinae Institutiones. Er bestärkte vermutlich Konstantins christliche Überzeugung und brachte ihn dazu, über seine heilsgeschichtliche Rolle als Kaiser des Römischen Reiches nachzudenken. Es zeigt sich also, dass Laktanz mit diesem Werk darauf bedacht war, potentielle Christen in Konstantins Umgebung zu mobilisieren, um sie auf den eschatologischen Kampf gegen das Böse vorzubereiten; als die militia Dei, die munter auf die Apokalypse zusteuert.

Schlagwörter in Deutsch

Laktanz / Konstantin der Große / Eschatologie / Apokalypse / Ideen von Geschichte / religiöse Gewalt / Tetrarchie / konstantinische Wende

Abstract in English

This thesis discusses eschatology and violence in Lactantius’ Divine Institutes. In this work, he outlines a dense and complex eschatological scenario, which consists of manifold allusions to contemporary events and persons as well as to biblical stories and figures. Theologians and linguists have dealt with this text, but hardly any historians. This thesis catches up on this by means of including recent research about eschatology as well as by discussing and bringing together several elements of Lactantius’ narrative, which lack any explanation and combined perspective yet. In the course of a close reading of the source, it becomes clear that Lactantius addresses a pagan audience, since he hardly cites from the bible, but refers extensively to pagan authors and ideas. Nevertheless, the bible is the authoritative subtext underlying this narrative. Furthermore, fire plays a crucial role in this narrative as divine element used to purify and to punish. In this regard, an eschatological ritual, with which Lactantius ends his narrative, is of particular interest. In its course, the just will be purified by watching the burning of the wicked. While the Revelation of John remains unclear about human activity, Lactantius clearly shifts the emphasis in order to allow human activity in the eschatological scenario. Finally, a close connection between Lactantius and Constantine the Great is visible. Lactantius had perhaps been in Trier not later than 310, while Constantine’s court is probably the audience of the Divine Institutes. One may assert that Lactantius had a certain influence on the emperor, augmenting his conviction about Christianity, and probably making him think about his role in Salvation History. Accordingly, with this work, Lactantius intends to mobilize potential Christians in Constantine’s vicinity in order to engage them in the eschatological struggle against evil as the militia Dei.

Schlagwörter in Englisch

Lactantius / Constantine the Great / Eschatology / Apocalypticism / Notions of History / Religious Violence / Tetrarchy / Constantinian Turn

Item Type: Hochschulschrift (Masterarbeit)
Author: Marx, Alexander
Title: "Und ein Schwert wird vom Himmel fallen"
Subtitle: Eschatologie, Prophetie und Gewalt in Laktanz "Divinae Institutiones"
Umfangsangabe: 198 Seiten
Institution: University of Vienna
Faculty: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Masterstudium Alte Geschichte und Altertumskunde
Publication year: 2016
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Mitthof, Fritz
Assessor: Mitthof, Fritz
Classification: 15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte
15 Geschichte > 15.28 Römisches Reich
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.51 Frühes Christentum
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.34 Exegese, Hermeneutik
11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.17 Römische Religion
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte
15 Geschichte > 15.25 Alte Geschichte
AC Number: AC13045865
Item ID: 40887
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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