Universitätsbibliothek Wien

Female agency im Bild?

Kapfer, Leonie Louisa Franziska (2015) Female agency im Bild?
Masterarbeit, Universität Wien. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Koos, Marianne

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30182.78434.865866-6
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Abstract in Deutsch

Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem 1785 fertiggestellten Selbstporträt mit zwei Schülerinnen der französischen Künstlerin Adélaïde Labille-Guiard. Labille-Guiard, 1749 in Paris geboren, zeigt sich in ihrem Selbstporträt an der Staffelie von ihren Schülerinnen Marie-Gabrielle Capet und Marie-Marguerite Carreaux de Rosemond umgeben. Die dargestellte Szene spielt sich im Atelier der Künstlerin ab und lässt zahlreiche Bilddetails erkennen. Neben den Schülerinnen erkennen wir im dunkel gehaltenen Bildhintergrund die Statue Claude-Edme Labilles, dem Vater der Künstlerin. Außerdem befindet sich dort die Statue einer Vestalin. Die sich aus dem Bildprogramm ergebende, vielfältige Inszenierung brachte den Impuls sich anhand des Selbstporträt mit zwei Schülerinnen mit Konzepten einer female agency auseinanderzusetzen. Teil dieser Analyse war dabei auch die Thematisierung des historischen Zeitpunkts. Dabei konnte festgestellt werden, dass Labille-Guiard als Frau erheblichen strukturellen Benachteiligungen ausgesetzt war, die durch das diskursive Umfeld der Aufklärung verstärkt wurden. Um diesen Diskurs nicht unreflektiert zu reproduzieren war es außerdem Teil dieser Arbeit zu diskutieren, inwiefern es möglich ist binäre Kategorien wie weiblich und männlich zur Analyse heranzuziehen. Unter Bezugnahme auf Michel Foucault wurde argumentiert, dass der Rückgriff auf dichotome Geschlechtszuschreibungen zur Analyse von Machtverhältnissen notwendig ist. Im Hinblick auf die Fragestellung konnte gezeigt werden, dass Labille-Guiard eine female agency auf vielfältige Art und Weise inszenierte. Zum einen eignete sie sich bewusst eine Vielzahl von Subjektkategorien an. Sie ist Tochter, Lehrerin, erotische Frau und Malerin zugleich. Labille-Guiard verweigerte dadurch eindeutige Zuschreibungen und lässt gesellschaftliche Widersprüche erfahrbar werden. Auch Labille-Guiards aktiver Blick auf die betrachtende Person ist als Teil ihrer handlungsmächtigen Inszenierung zu lesen. Durch die intensive Blickbeziehung fordert Labille-Guiard die Rolle der Betrachter_innen heraus. Sie lässt Betrachtende zu Betrachteten werden und konterkariert damit patriarchale Blickregime, die das Privileg des erotisierenden Blicks auf die männliche Subjektposition festschreiben. Labille-Guiard schafft neben dem verbindenden Element des Blicks, allerdings auch eine Distanz zum Gemälde. Sie integrierte trennende Elemente, wie die Staffelei und den Glanz ihrer Kleidung ins Bild. Hier zeigt sich, dass Labille-Guiard eine agency zugesprochen werden kann, allerdings ist diese nur unter Mitwirkung verschiedener Agent_innen möglich. Labille-Guiard braucht zumindest eine betrachtende Person, die ihre Inszenierung rezipieren kann. Labille-Guiards female agency setzt sich aus verschiedenen Ebenen zusammen: Den Bildinhalten des Selbstporträt mit zwei Schülerinnen, der Subjektposition Labille-Guiards (weiblich), dem diskursiven Umfeld Labille-Guiards, dem diskursiven Umfeld der Autorin und den Wechselwirkungen zwischen Betrachter_in und Bild. In dem Zusammenwirken dieser Stränge kann das Bild female agency visualisieren.

Schlagwörter in Deutsch

female agency / female gaze / Adelaide Labille-Guiard / Künstlerinnen im 18. Jahrhundert / feministische Kunstgeschichte

Dokumentenart: Hochschulschrift (Masterarbeit)
AutorIn: Kapfer, Leonie Louisa Franziska
Titel: Female agency im Bild?
Untertitel: Aneignungsstrategien weiblicher Handlungsmacht am Beispiel Adélaïde Labille-Guiards "Selbstporträt mit zwei Schülerinnen" (1785)
Umfangsangabe: 99 Seiten : Illustrationen
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Masterstudium Gender Studies
Publikationsjahr: 2015
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Koos, Marianne
BeurteilerIn: Koos, Marianne
Klassifikation: 20 Kunstwissenschaften > 20.05 Kunst in Beziehung zu anderen Wissenschaftsgebieten
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.00 Geisteswissenschaften allgemein: Allgemeines
AC-Nummer: AC13071298
Dokumenten-ID: 40108
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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