Universitätsbibliothek Wien

Ein sicherer Hafen für Queers?

Hansal, Sophie (2015) Ein sicherer Hafen für Queers?
Masterarbeit, Universität Wien. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Holzleithner, Elisabeth

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29163.71543.901070-7
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Abstract in Deutsch

Im deutschsprachigen Raum ist der Begriff ‚Fanfiction‘ weiten Teilen der Gesellschaft unbekannt. Er bezeichnet von Fans produzierte Werke, in denen diese Charaktere und/oder Handlungsstränge aus bestehenden Texten, wie Büchern, TV-Serien, Filme etc. verwenden. Die Produktion von Fanfiction ist ein gutes Beispiel dafür, dass Fans keine passiven Konsument*innen kultureller Produkte sind. Vielmehr wird deutlich, dass sie die Medieninhalte, die sie konsumieren, diskutieren, reflektieren, sogar in eigenen kulturellen Produkten (wie eben Fanfics) an ihre individuellen Bedürfnisse und Vorstellungen anpassen. Zwei zentrale Erkenntnisse Fanfictionforschung sind, dass sich erstens ca. 90% der Fanfiction-Autor*innen mit dem weiblichen* Geschlecht identifizieren (Green et al. 2006: 61-62, FFN Research 2010) und dass diese zweitens in ihren Texten überproportional häufig Charaktere ‚slashen‘, d.h. kanonisch heterosexuell kodierte Charaktere queeren (u.a. Jones 2002, Destination: Toast! 2013, Russo 2014). Obwohl sich zahlreiche Fanfiction-Forscher*innen mit Fem-/Slash-Fanfiction, also ebendiesen ‚gequeerten Texten‘, beschäftigt haben, wurde bisher nicht danach gefragt, welche Bedeutung diese Form der medialen Repräsentation für queere Fans hat. Die vorliegende Arbeit soll zur Füllung dieser Forschungslücke beitragen. Ziel meiner Masterarbeit ist es, eine Art Stimmungsbild davon zu zeichnen, welche Rolle Fem-/Slash-Fanfiction speziell für queere Leser*innen spielt. Ich beschäftige mich insbesondere damit, welche Gründe queere Leser*innen dazu bewegen, Fem-/Slash-Fanfiction zu lesen und frage damit verbunden danach, welche Potenziale sie auf einer persönlich-individuellen Ebene wie in einem politisch-subversiven Kontext im Slashen von Quelltexten bzw. im Konsum von Fem-/Slash-Fanfics sehen. Nach einer kurzen Einführung in das Basisvokabular der Queer/Cultural Studies frage ich anhand der Ergebnisse aus zehn problemzentrierten Interviews (nach Andreas Witzel), die ich mit (selbstidentifiziert) queeren Fem-/Slash-Leser*innen geführt habe, danach, welche Bedeutung queere Fanfiction-Leser*innen Fem-/Slash-Fanfiction zuschreiben. Ich stelle dar, dass Fem-/Slash-Fanfiction für queere Fans eine ganze Reihe wichtiger Funktionen auf persönlicher Ebene hat. Dabei zeige ich auf, dass es ein speziell queeres Erfahren von Fem-/Slash-Fanfiction gibt und welch besondere Rolle diesem in Coming Out-Prozessen von Jugendlichen zukommt. Im Anschluss daran reflektiere ich, weshalb meine Interviewpartner*innen dem Medium nur ein begrenztes politisches bzw. gesellschaftskritisches Potenzial zusprechen bzw. an welchen Punkten sie dennoch die Möglichkeit zur Subversion gesellschaftlicher Normen sehen.

Schlagwörter in Deutsch

Fanfiction / Femslash / M/M-Slash / Slash / Queer Theory / Gender Studies / Fanfiction Studies

Abstract in Englisch

In German-speaking countries the term ‘fanfiction’ is widely unknown. In German-speaking countries the term ‘fanfiction’ is widely unknown. It refers to texts written by fans who use characters and/or storylines of already existing media (e.g. books, TV series, movies…) to create their own original stories. The production of fan fiction clearly shows that fans are not passive consumers of cultural products. It demonstrates that fans discuss and reflect media content – and that they even create their own cultural products (e.g. fan fiction) in which they adapt it to their individual needs. Two key findings of this sub-discipline are that about 90% of fanfiction authors identify as female* (Green et al. 2006: 61-62, FFN Research 2010), and that a disproportionately large number of fan fiction can be categorized as ‘slash’ (u.a. Jones 2002, Destination: Toast! 2013, Russo 2014). ‘Slashing’ means taking characters that are represented as heterosexual in the source text and rewriting them as queer. A lot has been written on fem-/slash fan fiction so far. It is therefore surprising that the question of how queer fans experience this kind of media content has not been researched yet. The lack of research on queer experiences of fem-/slash fan fiction is the starting point of my thesis. I aim to find out what it is that attracts queer readers to fem-/slash fan fiction. I ask how they feel about fem-/slash fan fiction on a personal level and if/how they see the potential for the subversion of societal norms through these texts/the reception of fem-/slash. After briefly introducing the basic ideas and concepts of Queer/Cultural Studies I present which meaning queer readers attributed to fem-/slash fan fiction, based on ten problem-centered interviews (a method developed by Andreas Witzel) I conducted. I argue that queer fans see a whole range of uses in fem-/slash fan fiction. I specifically discuss the importance of these texts during the process of coming out as a LGBTQ+ youth. Concluding, I reflect on why the interviewees only award the medium a limited political/critical impact and where they still see the possibility of subversing social norms.

Schlagwörter in Englisch

Fanfiction / Femslash / M/M-Slash / Slash / Queer Theory / Gender Studies / Fanfiction Studies

Dokumentenart: Hochschulschrift (Masterarbeit)
AutorIn: Hansal, Sophie
Titel: Ein sicherer Hafen für Queers?
Untertitel: die Bedeutung von Fem-/Slash-Fanfiction für queere Fans
Umfangsangabe: 123 Seiten
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Masterstudium Gender Studies
Publikationsjahr: 2015
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Holzleithner, Elisabeth
BeurteilerIn: Holzleithner, Elisabeth
Klassifikation: 70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein: Sonstiges
05 Kommunikationswissenschaft > 05.38 Neue elektronische Medien
24 Theater, Film, Musik > 24.99 Theater, Film, Musik: Sonstiges
AC-Nummer: AC13089287
Dokumenten-ID: 39481
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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