Universitätsbibliothek Wien

Entsorgungspraxis im mittelalterlichen Dorf

Civis, Greta (2015) Entsorgungspraxis im mittelalterlichen Dorf.
Dissertation, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Theune-Vogt, Claudia

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29886.77059.527669-2
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Abstract in Deutsch

Anhand der ländlichen mittelalterlichen Siedlung Diepensee in Brandenburg wird dörfliche Entsorgungspraxis im 13. und 14. Jahrhundert betrachtet. Hierfür wird in der Tradition der Chaîne opératoire eine Methodologie entwickelt, die Chaîne éliminatoire genannt wird. Mit dieser Methodologie und einfachen statistischen Methoden wurden die Stoffgruppen Keramik, Brandlehm, Tierknochen, Metalle, Schlacke, Stein und Glas auf ihre Verteilung in Zeit und Raum untersucht. Die Entsorgung fand meist auf dem eigenen Gehöft statt, war jedoch durch soziale Normen und kosmologische Vorstellungen geprägt. So wurden der Dorfgraben und die Straße von Abfällen freigehalten, während offengelassene Brunnen mit großen Mengen Tierknochen verfüllt wurden. Die Untersuchung erfolgte einerseits pro Fundgruppe, andererseits wurde das Verhältnis der Stoffgruppen zueinander ermittelt. Hierbei stehen die Funde auch als soziale Entitäten in der Analyse. Unterschiedliche Wertschätzungen und Ablehnungen bestimmter Fundgruppen zeigen sich in unterschiedlichen Praktiken, die in einigen Fällen mit archäologischen Methoden nachvollzogen werden können. Metall, insbesondere Eisen, wurde regulär im Bereich von Steinkellern gehortet, auch wenn es keine unmittelbare Funktion mehr hatte. Keramik und andere feste, nicht leicht zu recycelnde Stoffe wie Stein, Brandlehm und Glas wurden aus dem Wohnbereich gekehrt und verblieben im Allgemeinen im Hofbereich, wie es in zahlreichen sesshaften Gesellschaften üblich ist. In wenigen Fällen zeichnet sich eine Nutzung von Feststoffen zur Verfüllung offener Strukturen ab. Tierknochen und Tierkadaver waren ambivalent, sie wurden rasch entsorgt, im Zuge des Ausbaus der brandenburgischen Landschaften eröffneten sich jedoch für tierische Reste (Langknochen, evtl. Häute) Möglichkeiten der Distribution. Diese Ergebnisse lassen einen ländlichen Habitus erkennen, der Wiederverwertung präferiert. Sie korrelieren auch mit mittelalterlichen Hygienevorstellungen, nach welchen der Geruch ausschlaggebend für Schmutz und Gefährdung ist. Der Printversion liegt eine Daten-CD bei.

Schlagwörter in Deutsch

Mittelalter / ländliche Siedlung / Dorf / Müll / Abfall / Entsorgung / Taphonomie / Keramik

Schlagwörter in Englisch

Middle Age / rural settlement / village / rubbish / refuse / disposal / ceramics

Dokumentenart: Hochschulschrift (Dissertation)
AutorIn: Civis, Greta
Titel: Entsorgungspraxis im mittelalterlichen Dorf
Untertitel: die Abfallfunde von Diepensee
Umfangsangabe: 340 S., [ca. 176] Bl. : Ill., graph. Darst., Kt.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Ur- und Frühgeschichte)
Publikationsjahr: 2015
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Theune-Vogt, Claudia
BeurteilerIn: Gringmuth-Dallmer, Eike
2. BeurteilerIn: Baeriswyl, Armand
Klassifikation: 15 Geschichte > 15.18 Mittelalterliche Archäologie, neuzeitliche Archäologie
AC-Nummer: AC12654122
Dokumenten-ID: 38680
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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