Universitätsbibliothek Wien

Die Angst vor dem Unbekannten?

Mayer-Severyns, Jeannette (2015) Die Angst vor dem Unbekannten?
Masterarbeit, University of Vienna. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Moers, Gerald

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DOI: 10.25365/thesis.38630
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29886.60077.616853-2

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Abstract in German

Ziel dieser Arbeit ist es, das Verständnis von Fremdheit als reine Kategorie des Auslands innerhalb der Ägyptologie aufzubrechen. Die Verknüpfung dieser beiden Begriffe beruht stark auf der ägyptologischen Auffassung Ägyptens als nationale Einheit, die sich anhand des ägyptischen Quellenmaterials jedoch nicht nachweisen lässt. Im Besonderen konnten hier sogenannte Reiseerzählungen und Weisheitslehren als Basis für die Untersuchung herangezogen werden. Anhand verschiedener Kategorien wurde dargestellt, inwieweit Fremdheit auf regionaler Ebene in die Alltagskommunikation von Personen integriert wird. Das, was als Fremdheit definiert wird, stellt dabei stets ein soziales Konstrukt dar, das vielmehr Differenz- als Fremderfahrungen in den Vordergrund rückt. Negativ bewertete Fremdheit erscheint vor allem im Kontext strukturbildender Umwälzungen, d.h. nur dann, wenn die eigene Struktur gefährdet wird. Einzelpersonen werden zumeist als different wahrgenommen, jedoch in die eigene Vorstellung von Gemeinschaft und Gesellschaft integriert. Damit umfasst Fremdheit keine fixierten Eigenschaften von Personen, sondern arbeitet mit sozialen Zuschreibungen. Zudem konnte festgestellt werden, dass geographischer Raum keine wesentliche Rolle in der Vorstellung von Fremdheit spielt. Diese basiert vielmehr auf sozialen Interaktionen, die nicht an die Vorstellung bestimmter Räume und Grenzen gebunden sind. Dem Begriff der „Fremdheit“ steht der der „Eigenheit“ gegenüber. Regionale Identitätsbildung beruht hierbei v.a. auf der Gemeinschaft von Familie und Freunden; die Eingebundenheit in ein soziales Gefüge wird damit zum höchsten Gut. Auch überregionale Eliten lassen durch ihr Handeln erkennen, dass Lokalität eine übergeordnete Rolle im Leben ägyptischer Bevölkerung spielt, weitestgehend unabhängig von Schichtzugehörigkeiten. Die hohe Bewertung bestimmter sozialer Gefüge liegt dabei jedoch weit unter dem, was als Nationalidentität verstanden werden kann.

Schlagwörter in Deutsch

Ägyptologie / Fremdheit / Nation / Ausgrenzung / Eingrenzung / Reiseerzählungen / Weisheitslehren / Soziologie

Item Type: Hochschulschrift (Masterarbeit)
Author: Mayer-Severyns, Jeannette
Title: Die Angst vor dem Unbekannten?
Subtitle: Konzepte von Fremdheit im regionalen Kontext des Alten Ägyptens
Umfangsangabe: IV, 79 S. : Ill.
Institution: University of Vienna
Faculty: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Masterstudium Ägyptologie
Publication year: 2015
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Moers, Gerald
Assessor: Moers, Gerald
Classification: 15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte
15 Geschichte > 15.26 Alter Orient, Nordafrika
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.72 Ägyptische Sprache und Literatur
71 Soziologie > 71.64 Abweichendes Verhalten
73 Ethnologie, Volkskunde > 73.45 Einzelne soziale Gruppen, Außenseiter, Randgruppen
AC Number: AC12685684
Item ID: 38630
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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