Universitätsbibliothek Wien

Arbeitsmarktflexibilisierung, Entstandardisierung von Beschäftigungsverhältnissen und wachsende soziale Ungleichheit in Österreich

Teitzer, Roland (2015) Arbeitsmarktflexibilisierung, Entstandardisierung von Beschäftigungsverhältnissen und wachsende soziale Ungleichheit in Österreich.
Dissertation, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Verwiebe, Roland
Gesperrt bis: 27 July 2018
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29134.25595.910963-2

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Abstract in German

Die vorliegende kumulative Dissertation untersucht mittels nationaler und internationaler quantitativer Daten (EU-SILC, Mikrozensus Arbeitskräfteerhebung, SOEP, SHP, ESS und ISSP, sowie Aggregatdaten u.a. der OECD) die Entwicklung der Arbeitsmarktflexibilisierung in Österreich im zeitlichen Wandel sowie im internationalen Vergleich. Dabei wird auch der Einfluss von Makrofaktoren (z.B. Globalisierung) und deren Einfluss auf das Ausmaß flexibilisierter Arbeitsformen berücksichtigt. Weiters wird die ungleiche Verteilung flexibilisierter/atypischer Beschäftigung über verschiedene Risikogruppen im Haushaltskontext sowie im Erwerbsverlauf analysiert. Darüber hinaus liegt der Fokus der Arbeit auf der Frage, wie sich zunehmende Arbeitsmarktflexibilisierung auf die Betroffenen im Hinblick auf die Lohnhöhe bzw. Niedrigentlohnung, sowie Lohn- und Einkommensungleichheit auswirkt. Zusätzlich wird erforscht, inwieweit die Arbeitsmarktflexibilisierung mit subjektiven Auswirkungen (z.B. Wahrnehmung der eigenen Jobsicherheit, Einfluss auf ungleich-heitsrelevante Einstellungen/ Werte) einhergeht. Dabei zeigt sich, dass es einen österrei-chischen „Sonderweg“ gibt: Hierzulande ging Arbeitsmarktflexibilisierung im internationalen Vergleich nur sehr langsam vor sich und setzte vergleichsweise spät ein, weshalb in Österreich flexibilisierte/ atypische Beschäftigung nach wie vor auf der individuellen Ebene und der Haushaltsebene, ebenso wie im Erwerbsverlauf wenig verbreitet ist und auch soziale Ungleichheiten relativ gering ausfallen. Dies gilt vor allem im Vergleich zum Nachbarland Deutschland. Atypische/flexibilisierte Beschäftigung führt hierzulande auch seltener zu Lohneinbußen. Trotz der positiven Stellung Österreichs kommen solche jedoch ebenfalls vor, vor allem am unteren Ende der Einkommensverteilung. Im Ländervergleich ist dennoch Niedrigentlohnung bei flexibilisierten/atypisch Beschäftigten seltener vorzufinden. Auch Auswirkungen auf subjektiver Ebene halten sich in Österreich in vergleichsweise engen Grenzen. Zu den in Österreich trotz allem vorhandenen spezifischen Risikogruppen, die von flexibilisierter/atypischer Beschäftigung häufiger betroffen sind, zählen vor allem junge ErwerbseinsteigerInnen, aber auch andere Gruppen, die häufig nur niedrige Einkommen generieren können. Für niedrige Löhne und Lohnungleichheiten verantwortlich dürfte dabei - neben der Humankapitalausstattung - insbesondere das Arbeitsmarktsegment bzw. die Branche sein, in der ArbeitnehmerInnen beschäftigt sind.

Schlagwörter in Deutsch

Arbeitsmarktflexibilisierung / soziale Ungleichheit / Einkommen / Erwerbsverlauf

Abstract in English

In the present cumulative dissertation, temporal trends in labor market flexibilization- considering also the specific effects of macro-factors (e.g. globalization) on the extent nonstandard work are studied in an international comparative view, using national and international quantitative data (EU-SILC, Microcensus- Laborforce- Survey, G-SOEP, SHP, ESS, ISSP and aggregate data above all, from the OECD). Additionally, the inequal distribution of nonstandard work among different risk groups, over the employment biography and in the household is discussed and analyzed. However, the dissertation focuses in particular on the impact of increasing labor market flexibilization on those affected mostly thereof, especially in respect to wage levels, resp. low-wage employment, as well as to inequalities in wage and income. Besides, subjective effects (feeling of job insecurity, effects on related believes and values) are also considered. Findings suggest a specific “Austrian way” of labor market flexibilization which can be characterized by a late start and an only slow increase in nonstandard/flexible employment. This is also one reason why nonstandard employment is still less common in Austria on the individual as well as on the household level, and it also explains why nonstandard/ flexible employment appears less often within individual employment careers in Austrian than elsewhere. Additionally, the “Austrian way” of flexibilization can help to explain the still modest income inequality compared to other countries. Flexible/nonstandard employment also leads in Austria to less wage losses, and here especially lower levels of low-wage employment, as well as to less impact on subjective feelings of job insecurity and effects on believes and values about social inequality, compared to countries like Germany. Nevertheless also in Austria, specific risk groups (e.g. young labor market entrants) are more affected by low- wage employment than others. The analyses suggest that, above all, low levels of individuals´ human capital and pronounced labor market segmentation (resp. differences between various industrial sectors) can help to explain this phenomenon.

Schlagwörter in Englisch

labor market flexibilization / social inequality / Income / employment careers

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Teitzer, Roland
Title: Arbeitsmarktflexibilisierung, Entstandardisierung von Beschäftigungsverhältnissen und wachsende soziale Ungleichheit in Österreich
Umfangsangabe: 221 S. : graph. Darst.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Dr.-Studium d.Sozialwissenschaften (Dissertationsgebiet: Soziologie)
Publication year: 2015
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Verwiebe, Roland
Assessor: Giesecke, Johannes
2. Assessor: Flecker, Jörg
Classification: 71 Soziologie > 71.04 Ausbildung, Beruf, Organisationen
71 Soziologie > 71.12 Soziale Stratifikation, soziale Mobilität
71 Soziologie > 71.19 Sozialstruktur: Sonstiges
71 Soziologie > 71.42 Wirtschaftliche Faktoren
71 Soziologie > 71.10 Sozialstruktur: Allgemeines
71 Soziologie > 71.79 Soziale Fragen, soziale Konflikte: Sonstiges
71 Soziologie > 71.07 Soziographie
AC Number: AC12621012
Item ID: 38550
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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