Universitätsbibliothek Wien

Eingegrenzt und ausgegrenzt: Gehhilfen im Alter und deren Auswirkung auf Gesundheit, Mobilität und soziale Integration

Triska, Johanna (2015) Eingegrenzt und ausgegrenzt: Gehhilfen im Alter und deren Auswirkung auf Gesundheit, Mobilität und soziale Integration.
Masterarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Kolland, Franz
Keine Volltext-Freigabe durch VerfasserIn.

[img] PDF-File - Zur Anzeige nicht freigegeben
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

-
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29276.36630.857169-9
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29276.36630.857169-9

Link zu u:search

Abstract in German

Durch die derzeitige demografische Entwicklung kommt es zu einem Anstieg älterer Bevölkerungsgruppen und einer zunehmenden Nachfrage an Hilfsmitteln. Gehhilfen dienen als Instrument zur Bewahrung der Autonomie und leisten einen bedeutenden Beitrag zur Mobilität und funktionalen Gesundheit älterer Menschen. Gesundheit, Mobilität und soziale Integration stellen wesentliche Faktoren der Lebensqualität dar, wobei sie sich in komplexer Wechselwirkung gegenseitig beeinflussen. Diese Arbeit untersucht, inwiefern sich der Gebrauch einer Gehhilfe auf diese Variablen auswirkt. Es wird hierbei eine rein handlungspraktische Perspektive eingenommen und die Benutzung einer Gehhilfe aus Sichtweise der Betroffenen analysiert. Um die individuellen Handlungen und subjektiven Wahrnehmungen der Betroffenen zu erfassen, erfolgt die Datenerhebung mittels problemzentrierter qualitativer Interviews (Witzel 2000), wobei sich die Gesprächsführung am Paradigma der interpretativen Sozialforschung (Lueger 2010) orientiert. Das Sample besteht aus 10 Personen im Alter zwischen 60 und 90 Jahren, das Durchschnittsalter der Befragten liegt bei 80,2 Jahren. Die Methodik der zusammenfassenden Inhaltsanalyse von Mayring (2010) dient der Auswertung der Daten. Diese Herangehensweise gewährleistet, durch Reduktion und Abstraktion einen überschaubaren Korpus zu erlangen, der Abbild des Ausgangsmaterials ist. Die Ergebnisse belegen, dass Gehbehelfe eine zentrale Rolle für den Erhalt von Lebensqualität spielen. Die Wechselbeziehungen von Gesundheit, Mobilität und sozialer Teilhabe werden durch den Gebrauch eines Gehbehelfs positiv verstärkt. Gehhilfen vergrößern den Aktionsraum ihrer BenutzerInnen, unterstützen die Aufrechterhaltung von Alltagsroutinen und ermöglichen soziale Partizipation. Gleichzeitig ist das Leben der BenutzerInnen von Ambivalenzen geprägt. Die eben genannten Vorteile werden überschattet durch Stigmatisierung und ästhetischem Missfallen. Gehhilfen als Symbol des Alters und des Verfalls, führen in einer zunehmend dynamisch werdenden Welt für die Betroffenen zu Gefühlen der Abneigung und Frustration. Es zeigt sich jedoch, dass es durchaus Betroffene gibt, die einen Ausweg aus diesem Dilemma gefunden haben: Der Vergleich mit anderen (z.B. positiven Rollenvorbildern) ist der Schlüssel zur Legitimierung der Gehhilfe und führt zur Akzeptanz des Geräts. Weitere Ergebnisse untermauern die Bedeutsamkeit des sozialen Umfelds, welche sich sowohl beim Erwerb als auch beim Gebrauch des Gehbehelfs niederschlägt. Während informelle Beziehungen für die Anschaffung einer Gehhilfe eine wesentliche Rolle spielen, werden formelle Bezugsquellen kaum genutzt. Informelle Beziehungen wirken einerseits unterstützend, können jedoch ebenso dysfunktionale Formen annehmen; dies bedeutet für die Betroffenen ein ständiges Manövrieren zwischen selbstbestimmtem Handeln und Dominanz des Umfeldes. Die Chance zur Selbsteinschätzung und das Anpassen der Gehhilfe an den individuellen Lebenskontext sind zentrale Faktoren, die die Akzeptanz des Hilfsmittels fördern.

Schlagwörter in Deutsch

Alter / Gehhilfen / Gesundheit / Mobilität / soziale Integration

Item Type: Hochschulschrift (Masterarbeit)
Author: Triska, Johanna
Title: Eingegrenzt und ausgegrenzt: Gehhilfen im Alter und deren Auswirkung auf Gesundheit, Mobilität und soziale Integration
Umfangsangabe: 103 S. : graph. Darst.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Masterstudium Soziologie
Publication year: 2015
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Kolland, Franz
Assessor: Kolland, Franz
Classification: 71 Soziologie > 71.36 Alterssoziologie
AC Number: AC12374521
Item ID: 37870
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Edit item (Administrators only) Edit item (Administrators only)