Universitätsbibliothek Wien

Die Hinführung der Kinder zur Eucharistie im 20. Jahrhundert geprägt durch das Dekret

Galoppi, Gabriela (2015) Die Hinführung der Kinder zur Eucharistie im 20. Jahrhundert geprägt durch das Dekret.
Dissertation, University of Vienna. Katholisch-Theologische Fakultät
BetreuerIn: Jäggle, Martin

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DOI: 10.25365/thesis.37635
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29342.52888.300765-1

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Abstract in German

Angesichts der sehr komplexen gesellschaftlichen Situation wird der Frage nachgegangen, wie Kinder in der Erzdiözese Wien heute, etwas mehr als hundert Jahre nach Verlautbarung der Eucharistiedekrets „Quam singulari“, in das Sakrament der Eucharistie hineingeführt werden können. Pius X. ging es in seinem Dekret vorrangig um Vertiefung und um ein größeres Maß an Partizipation an der Heiligen Messe. Sind Entwicklungen zu erkennen, die belegen, dass diese Ziele erreicht worden sind? Der erste Teil erläutert die Eingliederung in die Kirche. Darin werden die grundlegenden Begriffe wie Initiation, Mysterium, Sakramente der Kirche geklärt und ein kurzer Überblick über die Sakramententheologie der Eingliederungssakramente Taufe, Firmung und Eucharistie gegeben. Der Hauptteil bringt einen geschichtlichen Überblick über die Vorbereitung der Kinder auf das Sakrament der Eucharistie im Lauf der Geschichte. Der Schwerpunkt liegt auf der Aufnahme des eucharistischen Dekrets durch den Klerus und dessen Durchführung in der Erzdiözese Wien, speziell in drei ausgewählten Pfarren. Beginnend mit der Darstellung des soziokulturellen Hintergrunds von „Quam singulari“ wie der unterschiedlichen zeitgebundenen Auffassungen vom Kind allgemein und der Entwicklung des Verständnisses von Erziehung und Disziplin im Besonderen wird auf das Kommunionverständnis und den Kommunionempfang der Gläubigen im Lauf der Geschichte eingegangen. Ausführlich wird die erste religiöse Erziehung in Familie und Schule im 19. Jahrhundert geschildert. Die nähere Vorbereitung der Kinder auf den Empfang der ersten heiligen Kommunion und die Kommunionpädagogik zur Zeit Pius X. wird an Hand von Kommuniongebeten anschaulich dargeboten. Nach einer allgemeinen Zusammenstellung der zentralen Anliegen des Papstes wird auf den Text des Dekrets „Quam singulari“ mit seinen wesentlichen Anliegen und Forderungen detailliert eingegangen. Anschließend wird gezeigt, dass das erst nach dem Tod Pius X. im Jahr 1917 herausgegebene Rechtsbuch der katholischen Kirche eine treue Durchführung der Bestimmungen des Dekrets ist. Die vielen Vorbehalte und Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Verordnungen in Lehrplänen und Unterrichtsmaterialien, welche im Folgenden dargelegt werden, sowie in den einzelnen Pfarren zeigen, dass dem Klerus der Erzdiözese Wien die Rezeption des Dekrets allerdings nicht ganz so leicht gefallen ist. Da finden sich nur einzelne Personen oder Ordensgemeinschaften, die die zentralen Anliegen des Papstes, den früheren und öfteren Kommunionempfang sowie die tätige Teilnahme an der Heiligen Messe, zu ihren eigenen gemacht haben. Bedingt durch das II. Vatikanum und die damit einhergehende Liturgiereform kommt es in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Kommunionvorbereitung in und durch die Pfarrgemeinde. Vermehrt werden Laien, die sogenannten „Tischmütter“, in die Kommunionvorbereitung eingebunden. Daher wird auch auf das Modell des Priesterteams Wien-Machstraße und das Modell in St. Thekla von P. Pius Platz näher eingegangen. Im dritten Teil werden Zugänge zur Eucharistie für ein Kind von heute gesucht. Da der Empfang der Eucharistie ein Zeugnis des Glaubens ist, wird nach einer Begriffsbestimmung darüber nachgedacht, wie Vertrauen und Glaube, zu einem Menschen, dann zu Gott, im Kind entstehen können. Da die Gewissensbildung ein Konstitutivum der menschlichen Persönlichkeitsbildung und wichtiges Element jeder Kommunionvorbereitung ist, wird weiters der theologische Ansatz Kardinal Newmans von der Begründung des Glaubens aus der Erfahrung des Gewissens, der persönlichste und umfassendste Ansatz, aufgezeigt. Er könnte ein Zugang zur Wirklichkeit Gottes für die Kinder heute sein. Im Anschluss daran werden die Kommunionvorbereitung und Kommunionfeier zweier Pfarren der Erzdiözese Wien vorgestellt. In diesen beiden Pfarren geht man von der großen Fremdheit der Kinder und ihrer Familien vom Leben der Kirche, also von der konkreten Lebenswirklichkeit dieser Kinder aus. Es wird gezeigt, dass dieser Kommunionweg den modernen Anforderungen nach einer theologisch und anthropologisch verantworteten, milieusensiblen und kompetenzorientierten Eucharistiekatechese gewachsenen ist. Zuletzt wird der Versuch unternommen, aus Tradition und Geschichte eine Kriteriologie zu entwickeln, mit deren Hilfe die oben dargestellten sowie in weiterer Folge andere aktuelle Modelle analysiert werden können.

Schlagwörter in Deutsch

Kommunionvorbereitung im 20. Jahrhundert

Abstract in English

In light of a very complex social situation, we pursue the question: how can today´s children in the archdiocese of Vienna be ushered into the sacrament of the Holy Communion, a little more than one hundred years after the announcement of the Eucharistic decree, Quam singulari? In his decree, Pius X looks primarily at a deeper understanding and at a greater degree of participation in Holy Mass. Are developments evident, which prove that these goals have been reached? The first section of this paper clarifies what it means to be incorporated into the Church. Within this section, the fundamental concepts such as initiation, mystery and the Church´s sacrament are clarified and a short overview of the sacramental theology of the sacraments of initiation – Baptism, Confirmation, and Holy Communion – is given. The main section features an overview of the children´s preparation for the sacrament of Holy Communion throughout the history. Special attention is given to the clergy´s acceptance of the Eucharistic decree and its execution in the archdiocese of Vienna, in particular, in three selected parishes. Beginning with an account of the sociocultural background of Quam singulari, encompassing different temporal views of the child at various times developing an understanding of education and discipline, we discuss the believer´s understanding of Communion and the receiving of Communion throughout history. Special attention is paid to the initial religious education from the family and the school during the nineteenth century. The child´s preparation closer to the time that they receive their first Holy Communion and the pedagogy of Communion at the time of Pius X are clearly presented, with the help of Communion prayers. After a general summary of the main concerns of the Pope, we address in detail the fundamental concerns and claims within the text of the decree Quam singulari. Subsequently, we show that the first Code of Canon Law, which was published in 1917 after the death of Pius X, is a faithful implementation of the decree´s regulations. The many reservations and difficulties in the implementation of regulations in the curriculum and the teaching materials, which are hereafter presented, as well as the difficulties faced in the separate parishes, show that the adoption of the decree has not quite been met with the approval of the clergy in the archdiocese in Vienna. Only individual people or religious orders are found to have adopted the main wishes of the Pope, such as the earlier and more frequent receiving of Communion. Preparation for Communion in the second half of the twentieth century occurs both in and by the parish, which is attributable to Second Vatican Council and as a consequence thereof, a liturgical reform. Laymen, so called Tischmütter, are increasingly involved in the preparation of Holy Communion. As a consequence, the model of the Priests’ team in Vienna Machstraße, and the model in St. Thekla by P. Pius Platz are more closely investigated. In the third section, the means of access to Holy Communion for the children of today are explored. Since the receiving of Holy Communion is a testimony of faith, a conceptual definition has been explored, regarding how trust and faith in a person and then in God, can develop in a child. Since the formation of conscience is an integral feature of personal development, and is an important element of every preparation for Communion, Cardinal Newman`s theological approach is further demonstrated by the establishment of faith with the experience of conscience, which is the most personal and comprehensive approach. It could be a means for the children of today to access the reality of God. Subsequently, preparation for Holy Communion and the celebration of Holy Communion are introduced to two parishes in the archdiocese of Vienna. In both of these parishes, we take, as a starting point, the child and their family´s great unfamiliarity with Church life, so to say, from the concrete everyday reality of this child. We show, that this method of preparation for Communion matches up to the modern requirement of a theologically and anthropologically responsible catechesis of the Holy Communion, which is sensitive to its environment and centred on a person´s competence. Finally, an attempt is made to develop a criteriology from tradition and history, whereby the things described above and subsequently in other current models, can be analysed.

Schlagwörter in Englisch

The child´s preparation for Holy Communion

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Galoppi, Gabriela
Title: Die Hinführung der Kinder zur Eucharistie im 20. Jahrhundert geprägt durch das Dekret
Umfangsangabe: 333 S. : Ill., graph. Darst.
Institution: University of Vienna
Faculty: Katholisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Dr.-Studium der Katholischen Theologie Katholische Religionspädagogik
Publication year: 2015
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Jäggle, Martin
Assessor: Jäggle, Martin
2. Assessor: Pock, Johann
Classification: 11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.79 Praktische Theologie: Sonstiges
AC Number: AC12639366
Item ID: 37635
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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