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Architektur der Arbeit

Girardi-Hoog, Julia Christina (2014) Architektur der Arbeit.
Dissertation, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Dangschat, Jens

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DOI: 10.25365/thesis.36795
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30019.69774.599159-6

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Abstract in German

Erwerbsarbeit ist einem starken Wandel unterworfen, die Grenzen von privat und beruflich verändern sich ebenso wie Identitätsentwürfe, Karriereverläufe und soziale Zuordnungen. Welche Rolle spielt in diesem Spannungsfeld der Arbeitsraum, und wie wird die Kategorie Geschlecht räumlich in verschiedenen Arbeitssettings konstruiert? Welchen Einfluss hat in dem Zusammenhang die Büroarchitektur? Im theoretischen Teil dieser Dissertation werden Theorien aus der Soziologie, Geographie, Psychologie, Gender Studies, Definitionen von (Erwerbs)arbeit, unterschiedliche Raumtheorien und Zeitkonzepte vorgestellt und diskutiert, sowie die architektursoziologische Einordnung dieser Arbeit erklärt. Die Forschungsfragen werden in der vorliegenden Dissertation empirisch untersucht. Basierend auf der Methodology der Grounded Theory wurden zwei unterschiedliche Büros untersucht: Ein klassisch fordistisches Speditionsbüro und eine postfordistische Internet-Redaktion. Mittels qualitativer Methoden wie teilnehmender Beobachtung, Fotoanalysen und Interviews wurden die Raumwahrnehmung, die Methoden der Raumaneignung sowie die Bedeutung des Arbeitsraumes für die jeweiligen DienstnehmerInnen erforscht. Die Ergebnisse dieser Dissertation lassen sich in drei Themenfeldern zusammenfassen: - Die Methoden der räumlichen Aneignung werden detailliert dargestellt und für Arbeitsräume spezifiziert und erweitert. Es werden vier Kategorien der Raumaneignung entwickelt und dargestellt: Schlüsselmacht, Placing, Akustik und virtuelle Raumaneignung. Die Relevanz von körperlicher Anwesenheit im Büro, Zeit und virtueller Kommunikation wird hervorgehoben und in bestehende Raumaneignungstheorien integriert. - Die räumlichen Konstruktionen von Geschlecht und Identität werden identifiziert und im Sinne der Intersektionalität um die Dimension Ethnizität und soziale Klasse erweitert. Dabei werden unterschiedliche Konstruktionen von Männlichkeiten und Weiblichkeiten sichtbar, die sich unterschiedlich räumlich ausdrücken bzw. zugeschrieben werden. - Die Bedeutung von Büroräumen für Beschäftigte in hoch technologischen Bereichen wird analysiert, sowie die teilweise Bedeutungsumkehr des „Zu Hause“ und des „Arbeitsplatzes“. Die Rolle der Büroarchitektur wird zusammenfassend aufgezeigt als Indikator sowie Katalysator sozialer Prozesse, jedoch kann Architektur keine Organisationsabläufe determinieren.

Schlagwörter in Deutsch

Architektur / Architektursoziologie / Arbeitsraum / Büro / Raumaneignung / Triangulation / Intersektionalität / Raum und Gender / Raum und Identität / Spacing

Abstract in English

Work and Employment are constantly changing and the separation between private and professional life is disappearing. Moreover, identity constructions, career progression and social classification are undergoing significant transformations. What role does the everyday working environment play considering these changes, and how are gender roles constructed in different workplaces? What influence has the architecture of the office? In the theoretical part of this PhD thesis, theories from sociology, psychology, geography, gender studies, definitions of work, different spatial theories and concepts of time are introduced and discussed, as well as the categorization of this theses as part of the sociology of architecture discourse. The research questions are answered using empirical research methods. Based on the methodology of the Grounded Theory, two different offices were analysed: one classically fordist forwarding office, and one postfordist internet editorial office. Using qualitative research methods as participant observation, foto analysis and interviews, answers concerning spatial perception, spatial appropriation and the meaning of the built work environment for the employees are given. Results of my PhD thesis can be summarized in three categories: - Methods of spatial appropriation are described in great detail and the theoretical framework of spatial appropriation is extended in four categories. The relevance of virtual communication, of time and physical presence in the office are highlighted and integrated into existing theories of spatial appropriation. - Spatial constructions of gender and identity are identified and completed by the aspects of ethnicity and social class. Different masculinities and femininities become visible, which are constructed spatially different and which are given different spaces. - The importance of office spaces for employees in highly technologically developed jobs are analyzed, as well as the changing in the meanings of „home“ and „workplace“. The role of the office architecture is summarized as an indicator and catalytic converter of social processes, yet the architecture can´t determine organisational processes.

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Girardi-Hoog, Julia Christina
Title: Architektur der Arbeit
Subtitle: der Büroraum als Bühne für Identitäts- und Genderkonstruktionen im subjektivierten Arbeitsalltag
Umfangsangabe: 172 S. : Ill., graph. Darst.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Dr.-Studium der Philosophie Soziologie, geisteswissenschaftl.Stzw
Publication year: 2014
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Dangschat, Jens
Assessor: Dangschat, Jens
2. Assessor: Löffler, Klara
Classification: 71 Soziologie > 71.12 Soziale Stratifikation, soziale Mobilität
71 Soziologie > 71.31 Geschlechter und ihr Verhalten
AC Number: AC12624861
Item ID: 36795
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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