Universitätsbibliothek Wien

Late Roman Italy

Tedesco, Paolo (2015) Late Roman Italy.
Dissertation, University of Vienna. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Pohl, Walter
Gesperrt bis: 15 February 2016
Keine Volltext-Freigabe durch VerfasserIn.

[img] PDF-File - Zur Anzeige nicht freigegeben
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

-
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30090.39615.659161-4
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30090.39615.659161-4

Link zu u:search

Abstract in English

This study explores taxation in its multiple forms. It aims at analysing the organization and evolution of the taxation system in Italy since Diocletian (AD 284-305) to ca. AD 700. Before Diocletian, the state collected in the provinces a land tax mainly in cash and proportionate to the monetary value of landholdings. Besides the land tax, Roman authorities imposed a cash levy on persons and resorted to requisitions of goods and services, which, of course, were in kind. Then, thanks to the existence of a unitary monetary system with its taxation in cash and a connected public spending, the state funded its administrative structures and, at the same time, stimulated the development of the imperial economy, mainly based on market mechanisms. The crisis of the Third century marked a decline in trade, the dissolution of the monetary system dating back to the Principate, the devaluation of coinage and a galloping price inflation. The Tetrarchic period possibly represents a watershed: it is during this period that Roman state framed a new taxation system. For this reason, in the first part of the study, we examine measures decided by the late Roman state to deal with these problems; in particular, those ones that favoured the passage from a taxation in cash to a taxation in kind. In addition, we consider the problem of the fiscalization of several economic sectors. Between Diocletian (AD 284-305) and Constans II (AD 337-361), in fact, we are in presence of a policy which resulted in the growing importance of the fiscal transfers in comparison to trade and exchange. Finally, we analyse the financial and social consequence of a monetary system based on the golden solidus. The problem of gold raises another important and associated issue, that of monetization of taxation that occurred between AD 370 and 440. The state was obliged to resort to fiscalization to cope with the contraction of trade and exchange. Once stopped price inflation, however, monetization of taxation aimed at restoring to the market system all those economic activities preceding and allowing the payment of taxes. Hence, matter of discussion is which classes in the West, and in Italy in particular, took advantage of the diffusion of tax payments in gold and of the monetization of fiscality. The crucial issue is whether tax demand in gold was a symptom of an expansion of monetary economy in the countryside and among the peasantry as some scholar suggested for the East or conversely it was the result of the pressing needs of the state. This study considers especially the hypothesis of the clash between the state and the landowning aristocracy, whose members tended to hoard gold coinage. The second section of this work approaches another kind of problem. Fiscal transfers, i.e. tributary levies, survived the fall of the western Empire (AD 476). Such payments are attested under different forms in the successor kingdoms, as in the Ostrogothic kingdom (AD 493-554) and in the Lombard Kingdom too (AD 568-774). The question is whether we may speak about these polities as states financially funded by a taxation system. As far as this problem is concerned, we select a number of features which allow to distinguish, among the non-commercial transfers, between taxes and tributes. In order to highlight this difference, this study investigates the forms under which these levies weighed on the local populations; then, it considers the distribution of the income of these transfers and the procedure of distribution itself. For example, polities distributed tax income as salaries, as distribution at a fixed price, and as free distribution or donatives. With this respect, comparisons with Byzantine Italy are crucial. Another aspect concerns the relationship between these non-commercial transfers and the economic context. The aim is to understand whether or not these transfers of goods or money had an impact on the production factors. The last feature is the function of coinage. In fact, the complexity of a taxation system depends on several monetary factors. We consider, first, the function of coinage as a means of exchange and as a store of value; second, on the relation between the accounting unit and minted coinage; lastly, the state’s control on the exchange rate between minted coins in various monetary metals, in order to limit price-inflation.

Schlagwörter in Englisch

Late Antiquity / Early Middle Ages / Italy / Economy / Monetary Economy / Natural Economy / Money / Taxation / Colonate / Patronage

Abstract in German

Diese Studie behandelt das Steuersystem in seinen verschiedenen Formen. Gegenstand dieser Forschung sind die Organisation und Entwicklung des Steuersystems in Italien von der Zeit Diokletians (284-305) bis ca. zum Jahr 700 A.D. In vordiokletianischer Zeit nahm der Römische Staat in den Provinzen eine Grundsteuer ein, welche hauptsächlich aus Gold bestand und dem monetarischen Wert des Grundbesitzes direkt proportional war. Neben dieser Grundsteuer verlangte der Staat eine Kopfsteuer bestehend aus Geld, Waren und Diensten, welche im Gegensatz dazu aus Naturalien bestanden. Dank des einheitlichen Geldsystems konnte der Staat die Finanzierung der öffentlichen Verwaltung durch das Geldsteuerssystem und die damit verbundenen Staatsausgaben gewährleisten. Außerdem unterstützte der Staat die Entwicklung der kaiserlichen Wirtschaft, welche dennoch hauptsächlich auf Marktprinzipien gegründet war. Die Krise des 3. Jhs. verursachte den Rückgang des Freihandels, die Auflösung des Geldsystems des Prinzipats und schließlich die Geldentwertung mit der damit verbundenen, unaufhaltsamen Inflation. Die tetrarchische Epoche stellt aus diesem Grund einen ausschlaggebenden Zeitpunkt dar, da gerade damals die Grundlagen des spätantiken Steuersystems gelegt wurden. Der erste Teil dieser Studie handelt von den Maßnahmen, die der spätrömische Staat ergriff, um die angesprochenen Probleme zu lösen. Insbesondere der Zwangsübergang wird untersucht, welcher vom Geldsteuersystem zum Steuersystem in Naturalien führte. Weiterhin untersucht diese Arbeit das Problem der „Fiskalisierung“ zahlreicher Produktionszweige der Wirtschaft: in der Zeit zwischen Diokletian (284-305) und Constans II. (337-361) ist eine Zunahme der staatlichen Steuertransfers gegenüber dem Freihandel zu merken. Schließlich werden die finanziellen und sozialen Auswirkungen der Anwendung eines Geldsystems behandelt, welches auf dem Gold-solidus basierte. Das Thema der Verwendung des Goldes führt zu einer weiteren wichtigen Frage, nämlich der Monetarisierung der Steuer, welche zwischen 370 und 440 erfolgte. Die Fiskalisierung stellte für den Staat die einzige mögliche Alternative zur Abnahme der rein kaufmännischen Geschäfte dar. Als aber die Geldentwertung gestoppt wurde, zielte die Steuermonetarisierung darauf, den freien Markt wieder in die Lage zu setzen, all die Geschäfte auszuüben, die die Steuerzahlung ermöglichen. Nun kann man sich fragen, welche Gesellschaftsschichten im Westen, und insbesondere in Italien, von der Verbreitung der Zahlung in Gold und von der Monetarisierung des Steuerwesens profitierten. Die Kernfrage ist aber, ob man von einer Verbreitung der Geldwirtschaft unter den Bauern sprechen kann, wie einige Historiker für den Osten meinen, oder ob die Monetarisierung der Steuer lediglich ein Zeichen der unüberwindlichen Bedürfnisse des Staates darstellt. Diese Studie konzentriert sich ganz besonders auf die vermeintliche Auseinandersetzung zwischen Staat und ländlicher Aristokratie, welcher dazu neigte, den Goldumlauf zu thesaurieren. Den zweiten Teil der Dissertation leitet eine weitere Frage ein: Bis wann ist es möglich von einem Staat zu sprechen, der vom Steuerwesen finanziell unterstützt wird? Denn die Transfers, das heißt die Steuerzahlungen, überlebten die Auflösung des Weströmischen Reiches und sind in verschieden Formen auch in den Nachfolgereichen, das heißt im Gotischen (493-554) und im Langobardischen Reich (568-774), nachweisbar. Diesbezüglich erscheint es gewinnbringend, einige Parameter festzulegen, welche die Unterscheidung zwischen der Funktion der Steuer und jener des Tributes im Bereich der nicht-kaufmännischen Transfers ermöglichen. Um diese Unterscheidung darzustellen, wird dann die Art und Weise erforscht, wie solche Transfers der Bevölkerung abverlangt wurden. Weiterhin wird untersucht, ob die Einnahme dieser Transfers dazu diente, die Bevölkerung zu versorgen und wie eventuell eine solche Versorgung erfolgte. So analysiert diese Darstellung einerseits, ob diese Einnahmen in der Form von Lohn, von Versorgungen mit Zwangpreis, von Gnadenbrot oder von Gaben wieder verteilt wurden. Andererseits wird auch das Verhältnis zwischen Transfers und dem wirtschaftlichen Kontext in den Blick genommen. Die Kernfrage ist, ob die Güter- oder Geldtransfers die Produktionsfaktoren beeinflussten. Der letzte Vergleichsparameter ist schließlich die Geldfunktion. Die Qualität eines Steuersystems ist nämlich von verschiedenen Geldfaktoren abhängig. Diese Arbeit betrachtet erstens das Geld sowohl als Tauschmittel als auch als Werteinheit, zweitens das Verhältnis zwischen der Zahleinheit und der geprägten Währung, und schließlich drittens die Kontrolle, die der Staat ausübte, über das Umtauschverhältnis zwischen der aus verschiedenen Metallen geprägten Währung, um so die Preisinflation bremsen zu können.

Schlagwörter in Deutsch

Spätantike / Frühmittellalter / Italien / Wirtschaft / Geldwirtschaft / Naturalwirtschaft / Geld / Steuern / Kolonat / Patronat

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Tedesco, Paolo
Title: Late Roman Italy
Subtitle: taxation, settlement, and economy (A.D. 300 - 700)
Umfangsangabe: 232 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Dr.-Studium der Philosophie (Dissertationsgebiet: Geschichte)
Publication year: 2015
Language: eng ... Englisch
Supervisor: Pohl, Walter
Assessor: Haldon, John
2. Assessor: Morelli, Frederico
Classification: 15 Geschichte > 15.09 Wirtschaftsgeschichte
15 Geschichte > 15.25 Alte Geschichte
15 Geschichte > 15.31 Frühes Mittelalter
15 Geschichte > 15.28 Römisches Reich
15 Geschichte > 15.29 Byzantinisches Reich
AC Number: AC12225323
Item ID: 36624
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Edit item (Administrators only) Edit item (Administrators only)