Universitätsbibliothek Wien

Wie der Vater so der Sohn?

Mistlberger, Elisabeth (2009) Wie der Vater so der Sohn?
Diplomarbeit, Universität Wien. Fakultät für Psychologie
BetreuerIn: Willinger, Ulrike

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29529.72772.191370-5
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Abstract in Deutsch

Wie entwickeln sich geschlechtsbezogenes Wissen, Einstellungen und Verhaltensweisen bei Kindern? Bisherige Studien beleuchten das Rollenverhalten und damit einhergehende Einstellungen oft nur einseitig. So werden Wissen, Spielverhalten und Einstellungen bei Kindern häufig getrennt voneinander erhoben. Um den Einfluss der Eltern aufzuspüren werden hauptsächlich Einstellungen und die Haushaltsteilung der Eltern erhoben, jedoch zeigen sich unterschiedliche Ergebnisse. Ob auch Persönlichkeitseigenschaften bzw. das Bild von Erwachsenen über sich selbst das stereotype Verhalten der Kinder beeinflussen wurde nur sehr unzureichend erforscht. Das Ziel der vorliegenden Studie war es demnach zu klären, wie sich Mädchen und Buben und auch unterschiedliche Altersgruppen in ihrer Traditionalität von Geschlechtsstereotypen unterscheiden. Dabei wurden geschlechtsbezogenes Wissen, Spielpräferenz, Spieleinstellung, Einstellung über und Flexibilität von Normverletzungen erhoben. Weiters sollten die Einflüsse des elterlichen Selbstbilds, der geschlechtsbezogenen Einstellungen und der Ausübung von geschlechtstypischen Haushaltstätigkeiten erforscht werden. Die Stichprobe bestand aus 91 Kindergartenkindern, davon 42 Buben und 49 Mädchen im Alter von 3 bis 6 Jahren. Bei den Eltern nahmen 91 Mütter und 80 Väter an der Untersuchung teil. Die Ergebnisse zeigen, dass Mädchen und Jungen gleich viel über Geschlechtsstereotype Bescheid wissen, weiters wächst das Wissen, je älter Kinder sind. Mädchen und Buben, egal welchen Alters, unterscheiden sich außerdem nicht in ihrer Wahl von männlichem und weiblichem Spielzeug. Es lässt sich jedoch sagen, dass 6-jährige am häufigsten traditionell „richtig“ spielen, sie verwenden hauptsächlich die männliche Puppe für männliche Tätigkeiten und die weibliche Puppe für weibliche Tätigkeiten. Unterschiede in den Altersgruppen, jedoch nicht zwischen Mädchen und Jungen, lassen sich auch für die Flexibilität bzgl. Normverletzungen feststellen, wobei 4-jährige die rigidesten Vorstellungen haben. Weiters zeigt sich, dass Buben traditioneller eingestellt sind als Mädchen. Je flexibler ein Kind in seinem Denken ist, umso liberaler ist außerdem seine Einstellung. Weiters ist zu sehen, dass ein Kind umso traditioneller spielt, je mehr es über Geschlechtsstereotype Bescheid weiß. Das Wissen hat jedoch keinen Einfluss auf die Spielpräferenz, die Flexibilität und die Einstellung zu Normverletzungen. Bezüglich der elterlichen Traditionalität auf die geschlechtsbezogenen Kindervariablen ist kein globaler Einfluss erkennbar. Deutlich zeigt sich, dass die Zeit, welche Eltern mit ihren Kindern verbringen mitbestimmt, ob ein Einfluss vorliegt. Es lassen sich nur teilweise Einflüsse der väterlichen Maskulinität und Femininität sowie der mütterlichen Maskulinität feststellen. Bezüglich der Einstellung scheinen vor allem Väter einen Einfluss auf Kinder zu haben. So konnte gezeigt werden, dass Jungen umso traditionellere Einstellungen haben, je traditioneller ihre Väter sind. Weiters hat das väterliche Verhalten im Haushalt einen Einfluss auf Töchter, nicht jedoch auf Söhne. Diese wissen mehr über Geschlechtsstereotype und spielen häufiger mit männlichem Spielzeug, je traditioneller sich die Väter verhalten. Ein sehr stereotypes Verhalten der Mütter jedoch bewirkt wenig traditionelle Einstellungen der Kinder. Um die Entwicklung von geschlechtsbezogenen Einstellungen und Verhaltensweisen vollständig zu durchleuchten, sollten in zukünftigen Studien unbedingt Väter und Mütter einbezogen werden. Weiters wäre denkbar, dass sich ein Einfluss der Eltern auf Kinder erst in späteren Lebensjahren bemerkbar macht, weshalb Längsschnittuntersuchungen in diesem Bereich absolut wünschenswert sind.

Schlagwörter in Deutsch

Geschlechtsstereotypes Wissen / Spielverhalten / Einstellungen / von Kindern und elterliche Einstellung zu Geschlechterrollen / Selbstbild / Verhalten im Haushalt

Schlagwörter in Englisch

stereotyped knowledge / play and attitudes of children and parents´ attitudes towards sex roles / self-description / housekeeping-behaviour

Dokumentenart: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
AutorIn: Mistlberger, Elisabeth
Titel: Wie der Vater so der Sohn?
Untertitel: Geschlechtsstereotypes Wissen, Spielverhalten und Einstellungen von 3- bis 6-jährigen Kindern und der Einfluss der elterlichen Geschlechtsrollen
Umfangsangabe: 193 S.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Psychologie
Publikationsjahr: 2009
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Willinger, Ulrike
BeurteilerIn: Willinger, Ulrike
Klassifikation: 77 Psychologie > 77.55 Kinderpsychologie
AC-Nummer: AC07568020
Dokumenten-ID: 3601
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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