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"Futuring" in transdisciplinary sustainability research

Völker, Thomas (2014) "Futuring" in transdisciplinary sustainability research.
Dissertation, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Felt, Ulrike

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DOI: 10.25365/thesis.35602
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29330.80024.278453-9

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Abstract in English

Transdisciplinarity as a way of producing knowledge gained some momentum over the last years and is increasingly referred to in research programs as well as by funding agencies. Related to that there is an ongoing debate about the chances and obstacles concerning this particular way of producing knowledge. The notion of transdisciplinarity is used especially in the area of sustainability research and refers to the idea that through the integration of extra-scientific actors into the process of knowledge production the growing complexity of problems in contexts where facts tend to become more and more uncertain (as e.g. climate change and other environmental problems) can be treated more accurately. Visions of particular threats as well as possibilities that await us in ‘the future’ lie at the very core of narratives in sustainability research. Such narrations include future consequences of climate change or a potential scarcity of resources and how we can anticipate such problems and get prepared. Thus, it is not surprising that there is an emphasis on producing knowledge about these possible future developments. For producing anticipatory knowledge, a broad array of methods is applied. Calculations of models and simulations is equally common as producing multiple futures in so-called scenario workshops. Imaginations of the future of our society and its relation to science are thus crucial in shaping the discourse about transdisciplinary sustainability research as well as the choice of methods and day-to-day research practices. In my PhD-thesis I will empirically analyze practices of transdisciplinary sustainability research and especially look at ‘futuring’ practices through which imaginations of futures are constructed, stabilized, rehearsed and contested. Thereby, I assume that futuring plays an important role in establishing transdisciplinarity as a mode of knowledge production and thus for the co-production of science and society. Three analytical dimensions will be considered: (1) imaginations of societal futures that shall be achieved or prevented by employing transdisciplinary research, (2) imaginations of the future of transdisciplinarity itself as a mode of knowledge production and (3) how imaginations of futures are translated in practices of futuring. In doing, so I look at different dimensions or materializations of knowledge production such as research programs and debates within the scientific community as well as the working practices of researchers (e.g. in project meetings) and researcher’s narrative reconstruction of these practices (interviews and focus group discussions). With my PhD-project I aim to contribute to an empirically grounded understanding of how anticipatory knowledge is produced and circulated at the interface of science, politics and different publics. In further consequence, I’d like to stimulate a critical reflection of the implicit assumptions guiding the production and thus also the possibilities and limits of circulating and using ‘knowledge about the future’. In doing so, I aim to direct attention to the central role of ‘the future’ in ongoing scientific and societal re-orderings.

Schlagwörter in Englisch

Science and Technology Studies / Future / Transdisciplinarity / Changing Modes of Knowledge Production / Sustainablity

Abstract in German

Transdisziplinarität als eine Form der Wissensproduktion erlangte in den letzten Jahrzehnten zunehmende Bedeutung in unterschiedlichen Forschungsprogrammen. Darüber hinaus gibt es auch eine anhaltende akademische Debatte zu Änderungen in der Art und Weise wie ‘wissenschaftliches’ Wissen produziert wird und produziert werden soll. Der Begriff ‘Transdisziplinarität’ wird dabei vorwiegend im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung verwendet und bezeichnet die Idee, das sogenannte ‘außerwissenschaftliche Akteure’ in den Prozess der Wissensproduktion einbezogen werden müssen. Auf diese Weise, so das Argument, könne der zunehmenden Komplexität von Problemstellungen in Kontexten erhöhter Unsicherheit des Wissens (z.B. Klimawandel) Rechnung getragen werden. Bedrohungsszenarien wie auch Möglichkeiten die uns ‘in der Zukunft’ erwarten befinden sich im Zentrum von Narrationen in der Nachhaltigkeitsforschung. Solche Narrationen beinhalten mögliche zukünftige Konsequenzen des Klimawandels oder die Knappheit von Ressourcen und wie wir derartige Probleme antizipieren und uns auf sie vorbereiten können. Die zunehmende Bedeutung von Wissen über potentielle zukünftige Entwicklungen kaum überraschend. Für die Erzeugung derartigen antizipatorischen Wissens steht eine große Anzahl unterschiedlicher Methoden bereit. Modellkalkulationen und verschiedene Formen der Szenarioentwicklung sind in der Nachhaltigkeitsforschung weit verbreitet. Kollektive Vorstellungen der Zukunft unsere Gesellschaft und ihrer Verbindung zu Wissenschaft werden auf diese Weise zentrale Elemente im Diskurs über transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung wie ich in der Methodenwahl in der Forschungspraxis. Meine Dissertation stellt eine empirische Untersuchung transdisziplinärer Nachhaltigkeitsforschung mit einem speziellen Fokus auf ‘futuring’-Praxen von der involvierten Akteure dar. ‘Futuring’ verstehe ich dabei als eine Praxis, in der kollektive Vorstellungen von Zukünften konstruiert, stabilisiert, eingeübt, aber auch angefochten werden. ‘Futuring’, so die forschungsleitende theoretische Annahme, spielt eine wichtige Rolle in der Etablierung von Transdisziplinarität als einen Modus von Wissensproduktion und damit auch für die Ko-Produktion von Wissenschaft und Gesellschaft. Drei unterschiedliche analytische Ebenen werden untersucht: (1) Vorstellungen gesellschaftlicher Zukünfte die mittels transdisziplinärer Forschung aktualisiert oder vermieden werden sollen, (2) Vorstellungen über die Zukunft von Transdisziplinarität als Form der Wissensproduktion und (3) die Übersetzung dieser Vorstellungen in ‚futuring’-Praxen. Die Fallstudie für meine Dissertation ist das österreichische Forschungsförderprogramm proVISION und ein Sample der in diesem Programm geförderten Projekte. Analysiert werden unterschiedliche Materialen wie Programmdokumente und Spuren der Debatte innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Darüber hinaus beziehe ich mich auf die Forschungspraxis von in den Projekten involvierten Akteur*innen (Beobachtungen von Teammeetings und öffentlichen Veranstaltungen) und auf ex-post Rekonstruktionen der Projektpraxis (narrative Interviews und Fokusgruppen). Mit meiner Dissertation möchte ich zu einem empirisch fundierten Verständnis der Produktion und Zirkulation von antizipatorischen Wissen im Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und diversen Öffentlichkeiten. In weitere Konsequenz möchte ich mit dieser Arbeit eine kritische Diskussion der impliziten Annahmen in der Produktion sowie der Möglichkeiten und Grenzen in der Zirkulation und Verwendung von ‘Wissen über die Zukunft’ anregen. Damit möchte ich außerdem Aufmerksamkeit auf die Rolle von ‘Zukunft’ in der fortwährenden Aushandlung wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Ordnungen lenken.

Schlagwörter in Deutsch

Wissenschafts- und Technikforschung / Zukunft / Transdisziplinarität / Neue Formen der Wissensproduktion / Nachhaltigkeit

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Völker, Thomas
Title: "Futuring" in transdisciplinary sustainability research
Subtitle: on the assemblage, stabilization and contestation of collectively imagined futures in the production of anticipatory knowledge
Umfangsangabe: 263 S. : Ill.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw.
Universitätslehrgang (ULG):
Dr.-Studium der Philosophie Soziologie, geisteswissenschaftl.Stzw
Publication year: 2014
Language: eng ... Englisch
Supervisor: Felt, Ulrike
Assessor: Felt, Ulrike
2. Assessor: Barben, Daniel
Classification: 02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.10 Wissenschaft und Gesellschaft
AC Number: AC12295788
Item ID: 35602
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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