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Ambivalenzen der Gemeinschaft

Wieser, Valentina (2014) Ambivalenzen der Gemeinschaft.
Masterarbeit, Universität Wien. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Babka, Anna

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30207.55805.511069-5
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Abstract in Deutsch

Der Bezug auf kollektive Identitäten von marginalisierten_diskriminierten Gruppen bewegt sich stets zwischen emanzipatorischen Aspekten und der möglichen (Re-)produktion von einschränkenden Normen, Abgrenzungen und Ausschlüssen. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit derartigen identitätspolitischen Ambivalenzen in Bezug auf die 'autochthone Volksgruppe' der Kärntner Slowen:innen. Im theoretischen Teil der Arbeit werden, vor dem Hintergrund einer Diskussion der Kategorien Nation, 'Volk' und Ethnie als hybride und heterogene Komplexe, gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen von (nationalen) Minderheiten in Österreich thematisiert und das österreichische Volksgruppengesetz und dessen 'völkische' Logik einer Kritik unterzogen. Der spezifische historische, politische und mediale Kontext der slowenischen Minderheit in Kärnten/Koroška wird skizziert und grundlegende Fragen von Identitäten und Identitätspolitiken diskutiert. In der Arbeit wird die Dekonstruktion dichotomer Vereinfachungen des Minderheit-/Mehrheitsverhältnisses und der damit verbundenen Homogenisierungen angestrebt und somit Verstrickungen von Minoritäten in bestehende Machtverhältnisse hervorgehoben und die Notwendigkeit solidarischer Vernetzung von Minderheiten betont. Im empirischen Teil der Arbeit wird mit dem methodischen Repertoire der Kritischen Diskursanalyse die kärntnerslowenische Wochenzeitung Novice, als zentrales Medium der Minderheit, auf Normen, Abgrenzungen und Ausschlüsse untersucht. Die Ergebnisse werden in vier zusammenfassenden Thesen zum Analysematerial dargestellt und mit empirischen Beispielen untermauert. In diesen wird die kärntnerslowenische Gemeinschaft als 'imagined community' nach Benedict Anderson gefasst. Die in den Novice erkennbaren Aufteilungen in Wir und Sie werden dargestellt, Homogenisierungen im Zusammenhang mit dem Denken in 'Volksgruppen' diskutiert und die gegenseitige Verfestigung von Täter:innen-/Opferpositionen und dichotomen Darstellungen von Minderheit/Mehrheit aufgezeigt.

Schlagwörter in Deutsch

Identitätspolitiken / Normen / Ausschlüsse / Minderheiten / Volksgruppen

Abstract in Englisch

When marginalized subjects or minority groups reference collective identities their politics range between emancipatory aspects and the potential (re-)production of restrictive norms, differentiations, and exclusions. This thesis discusses the ambivalent topic of identity politics in relation to the 'autochthonous ethnic group' (dt. 'autochthone Volksgruppe') of Carinthian Slovenians. The theoretical part of the paper reveals the construction of alleged homogenous entities like nation, 'Volk', or ethnic groups as heterogenous and hybrid complexes. Against the background of this theoretical perspective the project moves on to discuss the sociopolitical framework of minorities_'Volksgruppen' in Austria and provides a critical approach to the Austrian Volksgruppengesetz and its reproduction of the idea of a 'Volk'. Moreover the specific historical, political, and medial context of the Slovenian minority is explored, and basic questions of identities and identity politics are discussed. The work aims to deconstruct dichotomous and simplified understandings of minority/majority relations and associated homogenisations. Within this dicussion, the topic of the entanglement of minorities in the (re-)production of power relations is brought up as well as the importance of solidary minority alliances is emphasized as a necessity. The empirical part of the paper uses the method of Critical Discourse Analysis to research the production of norms, differentations, and exlusions in Novice, the weekly Carinthian- Slovenian newspaper. Supported by empirical examples, the research findings are presented in four theses. The Carinthian-Slovenian community is identified as an 'imagined community' according to Benedict Anderson, the newspaper‘s divisions of Self and Other are exposed, homogenisations based on the understanding of 'Volksgruppen' are discussed and the reciprocal consolidation of distinct minority/majority and victim/perpetrator relations are divulged.

Schlagwörter in Englisch

identity politics / norm / exclusion / minorities / Volksgruppen

Dokumentenart: Hochschulschrift (Masterarbeit)
AutorIn: Wieser, Valentina
Titel: Ambivalenzen der Gemeinschaft
Untertitel: Normen, Abgrenzungen und Ausschlüsse in der kollektiven Identitäsbildung der Kärntner Slowen:innen ; eine theoretische Abhandlung mit empirischen Beispielen aus der kärnterslowenischen Wochenzeitung "Novice"
Umfangsangabe: 205 S.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publikationsjahr: 2014
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Babka, Anna
BeurteilerIn: Babka, Anna
Klassifikation: 73 Ethnologie, Volkskunde > 73.72 Politische Organisationsformen
73 Ethnologie, Volkskunde > 73.71 Recht, Normen
73 Ethnologie, Volkskunde > 73.73 Ethnische Identität
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte
89 Politologie > 89.22 Nationalismus
AC-Nummer: AC12205636
Dokumenten-ID: 34701
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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