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Das Leben der Kirche im Kommunismus. Überlebenskunst oder Verrat?

Sajgalik, Pavol (2014) Das Leben der Kirche im Kommunismus. Überlebenskunst oder Verrat?
Dissertation, University of Vienna. Katholisch-Theologische Fakultät
BetreuerIn: Zulehner, Paul Michael

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DOI: 10.25365/thesis.33076
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30052.47471.930059-2

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Abstract in German

Das Ende des Zweiten Weltkrieges und die nachfolgende Teilung Europas zwischen den Siegesmächten brachte auch eine weitgreifende Differenzierung dieses Kontinentes in zwei unversönliche politische Lager. Einerseits der sogenannte Westen mit den Prinzipien der politischen Demokratie und andererseits das Lager des ideologischen Totalitarismus des sog. Ostens. Bereits die Entwicklung des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts in Rußland brachte die Ansätze der Diktatur des Proletariats, worunter man den Krieg allen nicht gliechgesinnten Gruppierungen verstehen soll. Darunter muß man auch alle religiösen Gruppierungen sehen, in erster Linie die christlichen Kirchen. Der Export der Ideen des Sozialismus gehörte zu den grundlegenden Prinzipien eines Marxismus – Leninismus, der für den Ostblock das Verbreiten der Ideen aus Moskau darstellte. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges sind Experten aus der Sowjetunion auf den Boden der ersten slowakischen Republik gekommen, um den Weg dem Sozialismus sowjetischer Art zu bereiten. Der wichtige Punkt in der Entwicklung der damaligen Tschechoslowakei waren die Wahlen im Jahre 1948, als die kommunisten die Mehrheit gewonnen haben. Die Beseitigung aller nichtkommunistischen Bewegungen in der Gesellschaft ist angefangen. Im Teil A dieser Arbeit sind die Schritte der kommunistischen Macht gegenüber der Kirchen seit 1948 beschrieben. Angefangen bei den Gesetzen, die die Kirche, vor allem die katholische, unter den Druck des Staates gesetzt haben, durch die Gewalt, die and en Priestern und Bischöfen ausgeübt wurde, durch die Schaffung einer regimetreuer Katholischen Aktion, die die sogenannten fortschrittlichen Priester vereinigen sollte, durch die Kreieren einer Prieterbewegung (Friedensbewegung der katholischen Geistlichen), die wiederum die Friedenspriester beheimatete, durch die veränderte Taktik des Staates gegenüber den Kirchen während des Prager Frühlings bis zu der sogenannter Normalisation nach dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei und zum Anfang einer neuen Priesterbewegung Pacem in Terris. Die nach der Enzyklika des Papstes Johannes XXIII. genannte Priesterbewegung stellte einen neuen Versuch der regierenden Macht, die Kirche in einer völligen Abhängigkeit von den Beschlüssen der kommunistischen Administration zu bekommen dar. Der Teil B bringt einige Gespräche mit den ehemaligen Friedenspriestern, die mit einem zeitlichen Abstand ihr Wirken beurteilen können. Um eine Ausgewogenheit zu erzielen, sind diese Erzählungen der Friedenspriester durch die Aussage von František Mikloško, einen engagierten Laien und Anfechter von Pacem in Terris ergänzt. Der Teil C bringt pastoraltheologische Erwägungen der erlebten Geschichte. Einerseits eine Suche einer Antwort nach dem „wie und warum“ es zu einer Zusammenarbeit zwischen zwei philosophisch verschiedenen Gesellschaftsgruppen kommen kann, andererseits nach dem „was kann man aus der Geschichte lernen“. Die Erfahrung des Versagens in der Kirche, der Mut eigene Vergangenheit zu bearbeiten und die Mündigkeit des Glaubens in einer möglichen Versöhnung sind tragende Themen. Der geschichtliche Teil wurde anhand der bereits veröffentlichten Literatur, als auch anhand eigener Arbeit in den Archiven im Inn- und Ausland verarbeitet. Der Teil B ist völlig auf den Memoiren der jeweiligen Personen gegründet. Der Teil C ist der patoralteheologische Beitrag des Verfassers unterstützt durch kirchliche Dokumente und theologische Literatur.

Schlagwörter in Deutsch

Kirche im Kommunismus / Friedenspriester / pacem in Terris

Abstract in English

Termination of the World War II and the subsequent division of Europe between the victorious powers established far-reaching division of the continent into two irreconcilable parties . First one was called “The West” with the principals of democracy and the other one called “The East”was a party with ideological totalitarianism. At the beginning of the 20th century the development in Russia has already showed the signs of dictatorship of the proletariat which means conflicts and further war to all the differently minded groups, parties or gatherings. Among them, the first group to be seen was the Christian church. Spreading of socialist ideas is among the principles of Marxism - Leninism and for the Eastern part of Europe this meant spreding the ideas that Moscow provided. At the end of World War II there are entering the former First Slovak Republic the experts from the Soviet Union in order to prepare the way for Soviet-style socialism . An important part in the development of the former Czechoslovakia represent the elections in 1948 , in which the Communists won the majority . At this time started removal of all the non-Communist groups in society. The part A of the thesis contains describtions of the steps that the communist power used against the churches after the year 1948. It speaks about the laws that the churches , especially the Catholic church should bring under the state pressure, then about the violence against the priests and bishops, about the establishment of the Peace Movement of the Catholic clergy that was supposed to unite so called peaceful priests. It also speaks about state´s changed tactics toward the churches during the Prague Spring and the period of Normalization that took place after entering the Warsaw Pact troops into Czechoslovakia and the beginning of new priestly movement called Pacem in Terris. This movement, which was named after the encyclic of John XXIII., represented another attempt to get the church under total dependence of the communist administration . Part B containg the talks with former peace priests who were later able to evaluate their activities. In order to achieve certain balance talks of peace priests are completed with the testimony of František Mikloško an active and commited lay person who is opposed to Pacem in Terris. Part C provides pastoral and theological account of lived history . On one hand there is a search of “how and why” there was a cooperation between the two philosophically different social groups and on the other hand there is a question “what can we learn from this part of the history”. The main themes represent the experience of failure of church, courage to handle its own history and the maturity of faith in a possible reconciliation. The historiographical part of the thesis was elaborated and written on the basis of the already mentioned published literature as well as on the basis of own work in abroad and home archives. Part B is based solely on the memory of the mentioned people . Part C is a pastoral and theological contribution of the author supported by the Church documents and the theological literature.

Schlagwörter in Englisch

Catholic church during the communism / Pacem in Terris / collaboration of priests

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Sajgalik, Pavol
Title: Das Leben der Kirche im Kommunismus. Überlebenskunst oder Verrat?
Subtitle: die Friedenspriestervereinigung "Pacem in terris" 1971-1989
Umfangsangabe: [283] S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Katholisch-Theologische Fakultät
Publication year: 2014
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Zulehner, Paul Michael
Assessor: Zulehner, Paul Michael
2. Assessor: Mikluščák, Pavol
Classification: 11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.70 Praktische Theologie: Allgemeines
AC Number: AC12048320
Item ID: 33076
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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