Universitätsbibliothek Wien

Historizität des Begehrens

Strutzenberger, Thiemo (2014) Historizität des Begehrens.
Masterarbeit, Universität Wien. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Laquièze-Waniek, Eva
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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29741.27417.371160-7
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Abstract in Deutsch

Diese Arbeit geht vier generalisierten Forschungsfragen nach: Aufgrund welcher diskursiven Bedingungen war es möglich, dass der männliche Homosexuelle als Subjekt am Horizont der Geschichte erscheint? Wie gestaltet sich ihre diskursive (Re)Präsentation, wenn die Sexualpathologie die männliche Homosexualität ins Feld ihrer Problematisierungen führen? Auf welchen wissensspezifischen Grundlagen beruhen die Annahmen dieser neuen, unbedingt zu bestimmenden und dabei umstrittenen kulturellen Identität im Rahmen der sexualtheoretischen Ausverhandlung? Kann es sich dabei überhaupt um eine einheitlich bestimmbare Identität handeln? Diese Arbeit geht von der These der Erfindung der Sexualität im Spiegel der männlichen Homosexualität in wissenschaftlichen Vernunftsettings des ausgehenden 19. aus. Sexualität wird hierbei als ein von Wissen und Macht abhängiges Diskursfeld erachtet und historisiert. Betont wird die Abhängigkeit der Vorstellungen der Sexualpathologie, die die männliche Homosexualität als besonders erklärungsbedürftige Perversion im ausgehenden 19. Jahrhundert diskursivieren, sowie von der historischen Definition der Sexualität. (Foucault, 1983. Halperin, 1990, 2002. Weber, 2008.) Die moderne Deutung männlicher Homosexualität wird von ihren historischen Vorläufern (Sodomie und Inversion) unterschieden und als widersprüchliche Diskursformation aufgefasst (Sedgwick, 1990). Die historischen Definitionen der männlichen Homosexualität im Rahmen der Sexualpathologie sind nicht als per se homophob einzuschätzen, sondern ermöglichen den männlichen Homosexuellen auch emanzipative Signaturen. Zudem ist ein historisches Verständnis der Sexualität ausschlaggebend, um ihre Machthaltigkeit perspektivieren zu können. Die historische Definition der Sexualität ist prägend und grundlegend für die Verständnisse gleich- und gegengeschlechtlichen Begehrens, die im 20. und 21. Jahrhundert virulieren und dominieren. Ihre wissensspezifischen Urszenen finden sie in den Zeit- und Diskursräumen, die in dieser Arbeit behandelt werden. Die historische Definition bestimmt als Herrschaftsdiskurs, der den Subjekten ihre sexuellen Signaturen einprägt, nicht zuletzt Alltags- und populäres Wissen über die (Homo-)Sexualität. Sexualität verfügt hierbei über eine konservative und eine progressive Definition, die beide auf bestimmten wissenspezifischen Grundlagen beruhen, die den Sexualtrieb, als Subjekt und Biographie determinierende Kraft verstanden, betreffen. In der konservativen Definition wird die Sexualität mit natürlicher Finalität ausgestattet, sie dient der Reproduktion der menschlichen Art. In ihrer progressiven Definition wird die reproduktive Funktion der Sexualität entpriorisiert.

Schlagwörter in Deutsch

Historizität des Begehrens

Dokumentenart: Hochschulschrift (Masterarbeit)
AutorIn: Strutzenberger, Thiemo
Titel: Historizität des Begehrens
Untertitel: sexualitätshistorische Perspektivierung nach Focault bei David M. Halperin, Philipp Weber und Eve Kosofsky Sedgwick
Umfangsangabe: 92 S.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publikationsjahr: 2014
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Laquièze-Waniek, Eva
BeurteilerIn: Laquièze-Waniek, Eva
Klassifikation: 02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.00 Wissenschaft und Kultur allgemein: Allgemeines
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.01 Geschichte der Wissenschaft und Kultur
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.14 Organisation von Wissenschaft und Kultur
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.15 Wissenschaftspolitik, Kulturpolitik
02 Wissenschaft und Kultur allgemein > 02.99 Wissenschaft und Kultur allgemein: Sonstiges
AC-Nummer: AC12002865
Dokumenten-ID: 32795
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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