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Die Agrarpolitk der EU - Auswirkung auf Entwicklungsländer in Afrika

Razinger, Josef Martin (2014) Die Agrarpolitk der EU - Auswirkung auf Entwicklungsländer in Afrika.
Diplomarbeit, University of Vienna. Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Brocza, Stefan

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DOI: 10.25365/thesis.31846
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29465.82629.565963-6

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Abstract in German

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union wurde 1963, als Folge der kritischen Ernährungslage in Europa während der Nachkriegszeit, gegründet. Hauptziel der GAP war ursprünglich, die Ernährungssicherheit der europäischen Bevölkerung mit ausreichend und qualitativ hochwertigen Lebensmitteln sicherzustellen. Verschiedene Instrumente wie Exportsubventionen, Preisstützungen und Mengensteuerung sollten das angestrebte Ziel erreichen. Als nach einigen Jahren die Nahrungsmittelsicherheit in Europa gewährleistet werden konnte, wurden die bewährten Instrumente der GAP beibehalten und Europa sah sich mit der Krise einer Überproduktion in der Landwirtschaft konfrontiert. Gerade die Überproduktion und die gewährten Exportsubventionen für Agrarprodukte hatten schwerwiegende Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Entwicklungsländern, da ihre eigene Produktion nicht mit den Weltmarktpreisen der EU-Agrarprodukte mithalten konnte. Dieser Wettbewerbsnachteil zerstörte die afrikanische kleinbäuerliche Landwirtschaft weitgehend. Doch auch auf andere Wirtschaftsbereiche wirkte sich die EU-Subventionspolitik negativ aus. Im Laufe ihres Bestehens hatte die GAP mehrere Reformen durchgemacht, wobei die bedeutendste jedoch erst in den 1990er Jahren durchgeführt wurde. Weitere negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft in Entwicklungsländern hatten auch die multilateralen Verträge zwischen WTO und Weltbank und den afrikanischen Ländern. Strukturanpassungsprogramme verhinderten die Entwicklung der einheimischen Agrarproduktion, was zu einer Gefährdung der Ernährungssicherheit in den betroffenen Ländern führte. Doch auch die EU als größter Handelspartner Afrikas behindert mit bilateralen Verträgen ebenfalls eine mögliche Entwicklung. Aufgezwungene Handelsliberalisierungen und die Abschaffung von Importzöllen überschwemmen die lokalen afrikanischen Lebensmittelmärkte mit Billigimporten aus Europa. Der Import von billigen Lebensmittel macht die eigene Agrarproduktion in Afrika unrentabel und wird von Politik und Investoren vernachlässigt. Die katastrophalen Folgen dieser Politik wurden erstmals während der Lebensmittelkrise 2007 ersichtlich.

Schlagwörter in Deutsch

Europäische Union / Afrika / Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) / Entwicklungsländer / Landwirtschaft

Abstract in English

The Common Agricultural Policy (CAP) was founded by the European union in the year 1963. After World War II the agriculture in Europe was damaged and food supplies could not be guaranteed. The CAP was aimed at encouraging better productivity in the food chain, ensuring fair standards of living to the agricultural community, market stabilization and providing the availability of food supplies to EU consumers at reasonable prices. Incentives to produce were provided through a system of high support prices to farmers, combined with boarder protection and export support. After a few years the goals were attained and the CAP had to manage their first crisis. The measures of the CAP were so successful that the agriculture generated surplus food. These measures had a high budgetary cost, distorted some world markets, did not always serve the best interests of farmers and became unpopular with consumers and taxpayers. So the CAP was reformed several times during their existence. The EU generated export subsidies to market their surplus stock. This procedure had negative effect to the agriculture and the economy in developing countries. Especially in Africa the agriculture had no possibility to compete with the cheaper products from Europe on the global market. The results were damaging to the local smallholder agricultural population and other economies in African regions. Structural Adjustment Programs dictated from the IMF and World Bank as well as bilateral agreements had also negative impacts on African countries. The EU is the main important trading partner for Africa and the European agreements forced the African countries to open their economies for European commodities and to eliminate their customs duties. The elimination of the agricultural tariffs opened the local African markets to cheap European food products. The import of cheap food damaged the local agriculture production in Africa because it become unprofitable for investment. This had disastrous effects on local food supplies and other economic domains.

Schlagwörter in Englisch

European Union / Africa / Common Agricultural Policy (CAP) / development countries / agriculture

Item Type: Hochschulschrift (Diplomarbeit)
Author: Razinger, Josef Martin
Title: Die Agrarpolitk der EU - Auswirkung auf Entwicklungsländer in Afrika
Umfangsangabe: 114 S. : graph. Darst., Kt.
Institution: University of Vienna
Faculty: Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publication year: 2014
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Brocza, Stefan
Assessor: Brocza, Stefan
Classification: 83 Volkswirtschaft > 83.66 Agrarwirtschaft
48 Land- und Forstwirtschaft > 48.16 Agrarsysteme
89 Politologie > 89.73 Europapolitik, Europäische Union
AC Number: AC12031325
Item ID: 31846
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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