Universitätsbibliothek Wien

„Ich hab's immer den goldenen Käfig genannt“

Berger, Petra (2014) „Ich hab's immer den goldenen Käfig genannt“.
Magisterarbeit, Universität Wien. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Steininger, Christian

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29771.10825.919461-5
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Abstract in Deutsch

Castingshows wie Austria’s Next Topmodel (ANTM) versprechen den Aufstieg zu einer steilen Karriere. Doch wie viele KandidatInnen im Endeffekt einen solchen Aufstieg wirklich schaffen, ist zweifelhaft und bleibt meist undurchsichtig. Trotzdem gehen die MedienakteurInnen solcher Sendungen, die gleichzeitig als MediennutzerInnen agieren, das Risiko ein, durch die auf Quoten orientierten medialen Inszenierungsstrategien öffentlich diskreditiert zu werden. Zum Problem werden diese Strategien insbesondere dann, wenn es sich bei den Kandida-tinnen um Kinder und Jugendliche handelt, da diese für psychische Krisen anfälliger als Erwachsene sind. Darüber hinaus ist fragwürdig, inwieweit Vorschriften des Jugendschutzes bei der Teilnahme an Castingshows eingehalten werden. Nachdem Model-Castingshows vor allem minderjährige Personen ansprechen und es noch keine kommunikationstheoretisch geleiteten Studien gibt, die sich mit den Effekten von Castingshows auf minderjährige AkteurInnen aus-einandergesetzt haben, stellt diese Arbeit über die Herausforderungen, die ein derartiger Castingshow-Auftritt für Jugendliche mit sich bringt, ein Desiderat dar. Für die Untersuchung wurde das reziproke Effekt-Modell von Mathias Kepplinger herangezogen, in Bezug auf Castingshows modifiziert und anhand dieses Modells ein qualitatives Forschungsdesign entwickelt. Im Zuge problemzentrierter Interviews wurde der Frage nachgegangen, welche Erfahrungen junge ANTM-Teilnehmerinnen vor, während und nach ihrem Auftritt gemacht haben. Die Auswertung der Daten zeigte, dass die Teilnahme für keine Person des theoretischen Sampling zu einer langfristigen Krise oder Störung geführt hat. Jedoch konnte festgestellt werden, dass das Unwissen der Protagonistinnen darüber, welche Folgen die vertraglichen Klauseln mit sich bringen, und die Reduktion auf gewisse Stereotype in der Postproduktion Irritationen auslöste. Die Teilnahme wurde insbesondere für negativ typisierte Frauen als sehr krisen-haft wahrgenommen. Der Umgang mit der Typisierung und den Folgen hängt jedoch vom Cha-rakter des Individuums und dessen Resilienz-Fähigkeit ab. Speziell für die jungen Teilnehme-rinnen wirkt sich der nicht gewährleistete private Kontakt zur Peer-Group bzw. zur Familie sehr problematisch aus. Überdies zeigte sich, dass während der Produktion gegen Regelungen des KJBG verstoßen wurde, da Arbeits-, Pausen- und Ruhezeiten nicht eingehalten wurden. Auf Basis dessen sind Überlegungen dahingehend anzustellen, wie Kandidatinnen derartiger Shows im Vorfeld angemessen über die Folgen eines solchen Auftritts informiert, wie sie im Rahmen des Auftritts bei Bedarf psychotherapeutisch oder psychologisch unterstützt und wie sie rechtlich angemessen geschützt werden können. Verhaltensstichproben, ergänzende quanti-tative Befragungen, Langzeitstudien und interdisziplinäre Forschung können noch weiteren Aufschluss über die Folgen von Castingshows für die MedienakteurInnen liefern.

Schlagwörter in Deutsch

Fernsehen / Castingshow / Reality TV / Teilnehmer / Kandidatinnen / Wirkung

Abstract in Englisch

TV casting shows such as, for example, Austria’s Next Topmodel (ANTM) promise the rise of a successful career. But how many of the candidates get success is doubtful and opaque. Nevertheless, the media agents of these shows, who are at the same time media users, are running a risk to get discredited by the quote-ridden production strategies. This is problematic, especially with young candidates a problem, because they are more susceptible to sustain mental crises than adults. In addition, it is questionable how the rules for the protection of minors are adhered in these shows. Since model casting shows mainly appeal to the youth and since there are no studies based on theory of communication science, which have dealt with the effects of casting shows on minor actors, this master thesis about casting show challenges for young persons is a desideratum. For the study introduced in this master thesis the reciprocal effect model of Mathias Kepplinger was used and modified in relation to TV talent shows. Based on this model the qualitative research was developed. Problem-centered interviews dealt with the experiences of young ANTM-participants before, during and after they made their TV appearance. The analysis of the data showed that participation has not led anybody of the theoretical sampling to a long-term crisis or disorder. However, it may be determined that the ignorance of the protagonists about consequences of the contractual clauses and the post-productions based reduction to certain stereotypes caused irritation. Participation was particularly developing crises for negatively stereotyped women. However, the handling of the stereotyping and the consequences depends on the character of the individual and its resilience capability. Especially for young participants, the non-allowed private contact with the peer group or to the family be-comes very problematic. Moreover, it was found that during the TV-production rules of KJBG were not complied, because periods of labour, breaks and rest have not been respected. Future considerations deal with the following questions, how to inform the candidates about possible consequences, how to support them psychologically and psychotherapeutically during the TV appearance and how they can be legally adequately protected. Behaviour samplings, complementary quantitative surveys, long-term studies and interdisciplinary research can offer valuable clues about the consequences of TV casting shows for the media actors.

Schlagwörter in Englisch

television / casting show / reality TV / participants / candidates / media effects

Dokumentenart: Hochschulschrift (Magisterarbeit)
AutorIn: Berger, Petra
Titel: „Ich hab's immer den goldenen Käfig genannt“
Untertitel: reziproke Effekte durch Castingshows ; eine Analyse der Erlebnisse von Austria's Next Topmodel-Kandidatinnen
Umfangsangabe: 192 S. : graf. Darst.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publikationsjahr: 2014
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Steininger, Christian
BeurteilerIn: Steininger, Christian
Klassifikation: 05 Kommunikationswissenschaft > 05.36 Fernsehen
AC-Nummer: AC11357580
Dokumenten-ID: 31674
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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