Universitätsbibliothek Wien

Informality in transformation?

Kluger, Claudia (2013) Informality in transformation?
Masterarbeit, University of Vienna. Fakultät für Sozialwissenschaften
BetreuerIn: Verwiebe, Roland

[img] PDF-File
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved

Download (1296Kb)
DOI: 10.25365/thesis.30120
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-30398.13442.931469-2

Link zu u:search

Abstract in English

This thesis addresses the development of factors for informal employment in the Chilean labor market between 1994 and 2011. In the light of current transformations taking place in Latin America and particularly in the Chilean labor market, to date existing conceptualizations of informality need to be examined regarding their relevance to the current situation. In order to ensure an appropriate approach to the topic, a first step includes an introduction to the Chilean labor market, consisting of an overview on relevant developments in the past century that have influenced the situation of Chilean workers and the discussion of key data referring to the Chilean labor market structure at the beginning of the 21st century. Consequently, the thesis is focused on the following main questions: What are defining elements of informal employment relationships? A review of the literature on informal employment with a particular focus on Latin America aims to depict relevant issues of the debate, making reference to different perspectives that determine conceptualizations and corresponding forms of measurement of informality. Of particular importance in this context is the differentiation between the concepts of “informal sector” and “informal employment” as coined by the International Labour Organization. This thesis concentrates on a particular aspect of informality, which is informal wage employment, approximated by two different dimensions: contribution to the pension system and tenure of a written contract. Which are the factors that lead to an informal employment relationship? How have these factors developed? Are there factors that have gained/lost importance for informal employment relationships over the observed time span? Past studies give hints on groups that are particularly affected by informality in the labor market and underline the importance to differentiate between wage earners and self-employed workers in this respect. Results so far show that besides personal characteristics of workers, certain characteristics of the workplace are of particular relevance in the context of informal employment. The statistical analyses were calculated using the CASEN survey, a dataset provided by the Chilean Ministry of Social Development. The results of detailed multivariate logistic regression models highlight the pronounced disparities in the risks of informality experienced by workers according to various criteria. Far from constituting a homogeneous workforce, Chilean workers are exposed to a highly variable risk of informality, depending on their age, the economic sector they are employed in, or the years they have spent in their job. However, the risk structure as observed for 2011 is consequently put into perspective when the development over time is taken into account. The development of the odds ratios over time demonstrates that, while some influences are of remarkable continuity, other factors exhibit significant differences between the observed years. The thesis confirms patterns of informality that have been identified on the regional level, such as the higher risk of women, younger and older workers, and workers with lower educational levels to be employed informally. Particularly elevated risks of informality are also experienced by workers with short job tenure, domestic workers, workers in low-productivity sectors, and workers in small enterprises. However, the results of the analysis also show that differences in the risk structure become smaller over time, as higher qualified workers seem to “lose” part of their advantage. A relevant phenomenon in this context constitutes “subordinate self-employment”, a form of employment in which limits between employment and self-employment are increasingly blurred. In Chile, this form of employment is mainly constituted by employment on honorary contracts which are predominantly found among higher qualified workers. From this point of view, it is to be questioned if a “transformation of informality” – towards groups of workers with different characteristics than those traditionally linked to informal employment – is taking place.

Schlagwörter in Englisch

labor market analysis / Latin America

Abstract in German

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung von Faktoren informeller Beschäftigung am chilenischen Arbeitsmarkt zwischen 1994 und 2011. Im Hinblick auf Veränderungen die derzeit an lateinamerikanischen und vor allem am chilenischen Arbeitsmarkt stattfinden ist es notwendig, bisherige Konzeptualisierungen von Informalität auf ihre aktuelle Relevanz hin zu untersuchen. Um einen adäquaten Zugang zu diesem Thema zu gewährleisten, wird zunächst eine Einführung zum chilenischen Arbeitsmarkt geboten. Diese besteht einerseits aus einer Übersicht der wichtigsten Entwicklungen im 20. Jahrhundert die die Situation der chilenischen Arbeiter bestimmt haben und andererseits aus einer Diskussion der wichtigsten Arbeitsmarktindikatoren zu Beginn des 21. Jahrhunderts. In weiterer Folge beschäftigt sich diese Arbeit mit folgenden Fragen: Welche Elemente können zur Definition informeller Beschäftigung herangezogen werden? Besonders ist auf die vom internationalen Arbeitsamt entwickelte Unterscheidung zwischen „informellem Sektor“ und „informeller Beschäftigung“ hinzuweisen. Die Arbeit behandelt einen spezifischen Aspekt der Informalität der sich auf unselbstständig Beschäftigte bezieht und durch zwei Dimensionen angenähert wird: einerseits durch Beiträge zur Pensionsversicherung und andererseits durch Besitz eines schriftlichen Arbeitsvertrages. Welche Faktoren führen zu informeller Beschäftigung? Wie haben sich diese Faktoren entwickelt? Gibt es bestimmte Faktoren die über den Beobachtungszeitraum an Relevanz gewonnen/verloren haben? Bisherige Studien geben Hinweise auf Gruppen am Arbeitsmarkt, die besonders von Informalität betroffen sind, und verdeutlichen auch die Notwendigkeit, in dieser Hinsicht zwischen selbstständiger und unselbstständiger Beschäftigung zu unterscheiden. Es wird gezeigt, dass neben persönlichen Eigenschaften der Beschäftigten auch Merkmale des Arbeitsplatzes von besonderer Relevanz sind. Die statistischen Analysen wurden mithilfe eines Datensatzes des chilenischen Sozialministeriums, der CASEN-Umfrage, durchgeführt. Die Ergebnisse der multivariaten logistischen Regressionsmodelle veranschaulichen die ausgeprägten Unterschiede in den Risiken der Informalität der Beschäftigten nach unterschiedlichen Kriterien. Weit von einer Homogenität der berufstätigen Bevölkerung entfernt, weisen chilenische Beschäftigte starke Unterschiede in den Risiken der Informalität auf, abhängig von der jeweiligen Altersgruppe, der Branche oder der Beschäftigungsdauer. Die Risikostruktur wie sie für 2011 beobachtet wurde, wird darüber hinaus relativiert wenn der Zeitvergleich in Betracht gezogen wird. Die Entwicklung der Exponenten über den Beobachtungszeitraum zeigt, dass, während einige Faktoren durchaus Konstanz aufweisen, andere wiederum signifikante Veränderungen erkennen lassen. Die Arbeit bestätigt in gewissen Punkten Ergebnisse anderer Studien in der Region zu Strukturen informeller Beschäftigung, wie etwa das höhere Risiko für Frauen, für ältere und jüngere Beschäftigte und für Beschäftigte mit niedrigerem Bildungsniveau. Erhöhte Risiken zeigen sich auch für Beschäftigte mit kürzerer Beschäftigungsdauer, Haushaltshilfen, Beschäftigte in Branchen mit niedriger Produktivität und Beschäftigte in kleinen und Kleinstbetrieben. Allerdings zeigen die Ergebnisse auch, dass sich bestimmte Unterschiede mit der Zeit tendenziell verringern, dass etwa höher qualifizierte Beschäftigte ihren Vorteil an geringerem Risiko informeller Beschäftigung „verlieren“. Von Relevanz ist in diesem Kontext das Phänomen der Scheinselbstständigkeit, wobei die Grenze zwischen selbstständiger und unselbstständiger Beschäftigung zunehmend verblasst. In Chile ist dieses Phänomen vor allem anhand der Beschäftigung über Honorarnoten, die vor allem höher qualifizierte Beschäftigte betrifft, beobachtbar. Aus dieser Perspektive ist die Frage zu stellen, ob hier eine „Transformation der Informalität“ stattfindet, da diese „neue Informalität“ bestimmte Gruppen am Arbeitsmarkt betrifft, die sich in einer sehr unterschiedlichen Position zu traditionell informell Beschäftigten befinden.

Schlagwörter in Deutsch

Arbeitsmarktanalyse / Lateinamerika

Item Type: Hochschulschrift (Masterarbeit)
Author: Kluger, Claudia
Title: Informality in transformation?
Subtitle: factors for informal employment in the Chilean labor market 1994-2011
Umfangsangabe: III, 139 S. : graph. Darst.
Institution: University of Vienna
Faculty: Fakultät für Sozialwissenschaften
Publication year: 2013
Language: eng ... Englisch
Supervisor: Verwiebe, Roland
Assessor: Verwiebe, Roland
Classification: 71 Soziologie > 71.10 Sozialstruktur: Allgemeines
AC Number: AC11798746
Item ID: 30120
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

Urheberrechtshinweis: Für Dokumente, die in elektronischer Form über Datennetze angeboten werden, gilt uneingeschränkt das österreichische Urheberrechtsgesetz; insbesondere sind gemäß § 42 UrhG Kopien und Vervielfältigungen nur zum eigenen und privaten Gebrauch gestattet. Details siehe Gesetzestext.

Edit item (Administrators only) Edit item (Administrators only)