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Heil und Heilung im Buddhismus und Christentum

Reichelt, Harald (2013) Heil und Heilung im Buddhismus und Christentum.
Dissertation, University of Vienna. Katholisch-Theologische Fakultät
BetreuerIn: Figl, Johann

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DOI: 10.25365/thesis.29896
URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29687.09785.413559-7

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Abstract in German

In der vorliegenden vergleichenden religions-und kulturwissenschaftlichen Studie wird der Frage nach einer umfassenden Heilung in zwei unterschiedlichen Religionssystemen nachgegangen, wobei das Christentum und die wissenschaftlich westliche Medizin dem buddhistischen, ganzheitlichen Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit gegen-übergestellt werden. Die europäisch christliche und die asiatisch buddhistische Religion haben sich zum Vergleich angeboten, da das Christentum mehr als 1500 Jahre das religiöse Leben im europäischen Kulturraum dominiert hat und der Buddhismus nicht nur in weiten Teilen Asiens das religiöse und kulturelle Leben bestimmt, sondern auch im Westen Menschen zunehmend in seinen Bann zieht. Der Buddhismus, als die ältere der beiden Religionen, hat seine Wurzeln in dem hinduistischen Glaubensgut, während das Christentum aus den Quellen jüdischer und hellenistischer Glaubensvorstellungen schöpft. Im Buddhismus gibt es im Gegensatz zum Christentum keine Vorstellung eines persönlchen Schöpfergottes, denn Buddha ist als sterblicher Mensch Überbringer einer ewigen Heilslehre, während Jesus Christus als fleischgewordener Logos durch seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung die sündige Menschheit mit dem Vater ausgesöhnt und mit der Frohbotschaft die Erlösung aller Menschen verkündet hat. Schon immer haben sich Religionen auf Heil und Heilung in einer unheilen Welt berufen und auf die Möglichkeit einer Vermittlung zwischen Menschen und der transzendenten Wirklichkeit verwiesen. Es wird der Versuch unternommen, die verschiedenen spirituellen Vermittlungsformen der beiden kulturell wie religiös verschiedenen Symbolsysteme zu erfassen, die für das Heil und ganzheitliche Heilung in Betracht kommen, um auf Ähnlich-keiten und Verschiedenheiten aufmerksam zu machen. Die Krise der postmodernen Gesellschaften (Entsolidarisierung, Werteverfall, Legitimitäts-Indentitäts- und Sinnkrise) entstand Mitte des 20. Jahrhunderts durch die philosophisch untermauerte, ungehemmte Förderung des Individualismus und liberalen Kapitalismus, wodurch die ehemals gemeinschaftlichen Grundlagen der europäischen Kultur untergraben wurden. Die ökonomische Nutzenmaximierung (nicht nur im Gesundheitswesen), die Selbstverwirklichung und die Überbetonung des Individuellen auf Kosten des Gemeinwohls, der Verlust allgemeiner und spiritueller Werte, verbunden mit einer familiären Zersplitterung und einer Pluralisierung der Gesellschaften haben schon längst dazu geführt, dass der Informationskapitalismus und der globale Markt die Macht an sich gerissen haben, um mit sorgfältig gefälschten Informationen medial die Menschen in ihrem Sinn zu manipulieren. In einer Zeit, in der die individuelle Gesundheit und das diesseitige Wohlergehen in den Mittelpunkt der Lebensperspektive gerückt sind, hat die Solidaritätsgemeinschaft zwar die Mittel für die medizinische Behandlung bereitgestellt, dabei aber die religiösen und spirit-tuellen Nöte der Menschen weitgehend ausgeklammert und in die Privatsphäre abgeschoben. Im Zuge der immer schärferen Trennung von Kirche und Staat haben viele Bürger ihre religiöse Identität abgelegt, sich ein eigenes spirituelles Konzept zurecht gelegt oder sich ganz einem diesseitigen Hedonismus und Kosumismus verschrieben. Da in den westlichen Industriestaaten heute nur nach den Prinzipien einer kompromisslosen, seelenlosen Evidenz basierten Medizin behandelt werden darf, wird geistiges Heilen zu einem Problem, denn Geistiges lässt sich nur schwer unter Beweis stellen. Deshalb suchen immer mehr Menschen ihr Heil und Heilung in einer alternativen Medizin, die einer Evidenz nicht bedarf oder in esoterischen Zirkeln, in spirituell aufgezogenen Wellnessinstituten, aber auch in heilwirksamen, spirituellen Praktiken östlicher Religionen (Yoga, Meditation). Auch die christen Kirchen bemühen sich heute vermehrt, ihr spirituelles Angebot zu erweitern und Gläubige wieder an sich zu ziehen. Mittlerweile haben selbst medizinische Institutionen und insbesondere auch die modernen psychologischen Schulen die positiven Wirkungen religiöser und spiritueller Praktiken erkannt und sie teilweise schon in ihr Behandlungskonzept integriert (Stressreduktion: MBSR).

Schlagwörter in Deutsch

Christentum / Buddhismus / Spiritualität / Gebet / Meditation / Kontemplation / Yoga / Erlösung

Abstract in English

The purpose of this religious and cultural study is to compare key elements of the Christian and Buddhist religion and spirituality as pertaining to the concept of salvation and healing. The aim to compare Christian thougts and the western medical sciences and explicit the Buddhist concept of health and healing was intended as Christianity has dominated the religious life in Europe for nearly 2000 years, while Buddhism is the most widespread religion in Asia and attracts nowadays even Christian Europeans. Spirituality and religious life of Buddhism have its roots in hinduistic beliefs, while Christianity has its sources in judean and hellenistic invisions of an omnipotent, omipresent and omniscient personal Creator. This paper compares and claryfies the different forms of religious and spiritual healing. Since the early period of mankind religions have always been connected with salvation and healing and as the messenger of the divine or transcendental reality. Buddhists belief that there is not an external concept of a personal god, because Buddha considered himself as a mortal, but as an enlighted bearer and herald of an eternal insight of wisdom. The doctrine of the Christian core teaching is that Jesus Christ is the incarnated Logos who through his death and resurrection redeemd sinful mankind and the Gospel announced the salvation of all men. Since prehistoric times all religions in this harmful world have been institutions of salvation and healing and have always promised to mediate between humans and the transcendental reality. The attempt to understand and describe the various forms of these two different religions witch are essential for salvation and holistic healing was intended to draw ones attention to similiarities and dissimiliarities. The crisis of postmodern societies (discordance, loss of perpetual values, hedonism, lack of social identification) emerged in the middle of the 20th supported by postmodern philosophers with their emphasis for unstrained individualism have undermined the fundamental core of European culture. The economical profit maximation (not only in the health system), selfrealisation and the overemphasis of the individual at the cost of the common good, the loss of traditional spiritual values combined with the shattering of pluralistic societies had already led to the situation that informationplurality, the liberal capitalism and the globalized market took power and tried to manipulate individuals with fake-informations. At these times when the individual health and the worldly well being become the focus of life´s perspectives, the community had on one hand provided the means for medical treatment but on the other hand ignored the religious and spiritual needs of the people and pushed them into the private sphere. As a consequence of the decisive separation of government and church many citizens haven given up their religious identity, designed their own spiritual concepts or have become part of the worldly “fun society”. Nowadays when in the Western World only evidence-based medicine is allowed to be practised spiritual healing becomes problematic because it is very difficult to prove its effectiveness. Nevertheless many patiens are searching treatment in alternative medicine, which needs not evidence, or in esoteric circles, in spiritual recommended spas or in curative spiritiual practises of eastern religions (e.g. Yoga, meditaton). Even the Christian churches are making efforts today to widen their spiritual program to again attract their former believers. In the meantime medical institutions, especially several school of psychotherapy have realised the benefit and effectiveness of religious and spiritual practises and have incorporated them in their curriculum of treatment.

Item Type: Hochschulschrift (Dissertation)
Author: Reichelt, Harald
Title: Heil und Heilung im Buddhismus und Christentum
Subtitle: religions- und kulturvergleichende Studie von Religiosität und Spiritualität
Umfangsangabe: 225 S.
Institution: University of Vienna
Faculty: Katholisch-Theologische Fakultät
Publication year: 2013
Language: ger ... Deutsch
Supervisor: Figl, Johann
Assessor: Figl, Johann
2. Assessor: Beck, Matthias
Classification: 11 Theologie, Religionswissenschaft > 11.00 Theologie, Religionswissenschaft: Allgemeines
AC Number: AC11726771
Item ID: 29896
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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