Universitätsbibliothek Wien

Das Lager von Bild zu Bild

Wendland, Jörn (2012) Das Lager von Bild zu Bild.
Dissertation, Universität Wien. Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
BetreuerIn: Theis, Lioba
Gesperrt bis: 14 Juni 2018

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URN: urn:nbn:at:at-ubw:1-29547.37553.617764-2
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Abstract in Deutsch

Die Dissertation beschäftigt sich mit einem Quellenkorpus von 15 verschiedenen narrativen Bildserien, die in Form von losen Bildreihen, gebundenen Heften oder Leporellos von Häftlingen der unterschiedlichen NS-Zwangslager unter schwierigsten Bedingungen geschaffen wurden. In der Forschung sind systematische und multiperspektivische Untersuchungen zu den künstlerischen Bildproduktionen der KZ-Gefangenen bislang kaum präsent, so dass die vorliegende Untersuchung hier einen wertvollen Beitrag leisten kann. Das vorrangige Ziel dieser Arbeit ist die Analyse der narrativen Bildserien aus einer historischen, kunsthistorischen und narratologischen Sicht. Die historische Perspektive ist durch eine Kontextualisierung der Werke in ihrem geschichtlichen und sozialen Umfeld zu erreichen. Hier sind zusätzlich zur Darstellung der konkreten Entstehungsbedingungen und der Materialität der Werke auch die Darstellung der verschiedenen Funktionen wichtig, etwa die Bildserien als Zeugnis und Dokument, als Mittel der Selbstbehauptung und Distanzierung sowie als soziales Medium. Die kunsthistorische Perspektive verfolgt das Ziel, die ästhetische Eigenständigkeit der Bildserien zu würdigen. Hier sollen Aspekte wie Zeichenstil und Porträt, deskriptive und symbolische Ausdrucksweisen sowie der Humor in den Bildern mit bildwissenschaftlichen Methoden analysiert werden. Durch Vergleiche mit anderen Bildwerken – sowohl von Arbeiten aus den NS-Lagern als auch von Bildern außerhalb der Zeit des Nationalsozialismus – werden mögliche kunsthistorische Verbindungslinien deutlich. Schließlich muss auch die Narration umfassend untersucht werden, da die Sequentialität der Bilder zur konstitutiven Ausstattung der Lagerbildserien gehört. Hier gilt es, die besondere Bedeutung der Zeit für die Konstruktion der Bildserien herauszustellen, indem nach den verschiedenen Variationen temporärer Strukturen gefragt wird: Wie werden die historischen, stetig wiederkehrenden Ereignisse in die Form der Bildserie umgesetzt? Auf welche Weise verbinden sich die einzelnen Szenen zu sequentiellen Handlungen? Und wie offenbaren sich die Grenzen der Narration, eben die Diskontinuitäten zwischen den Bildern?

Schlagwörter in Deutsch

Nationalsozialismus / Konzentrationslager / KZ-Häftlinge / Narration / Bildserien

Abstract in Englisch

This thesis deals with a corpus of 15 narrative picture series, featuring loosely connected pictures, bound notebooks or fanfold books, which were created by prisoners in Nazi camps under unimaginably difficult conditions. Due to the fact that research of artistic products by concentration camp prisoners with a systematic and multi-perspective approach is rare, this paper, aiming at analyzing the narrative picture series from a historical, art-historical and narratological perspective, will make a valuable contribution. To do justice to the historical perspective the pieces will be shown in their historic and social context. Here, it is important not only to look at the circumstances under which they were created and there materiality but also at their function, be it that of a testimonial, documentation or social medium, or as a means of self-assertion or distancing. Acknowledging the aesthetic autonomy of the pictures series, the art-historical point of view focuses on scrutinizing the graphic style, the portrayal of the figures, the descriptive and symbolic expression and the humor that these pictures display. A comparison with other visual arts found in Nazi-camps and from pre- and post-Nazi periods will show potential connections within an art-historical context. Ultimately, however, the narration itself has to be closely examined, taking into account that the sequential nature of the pictures is a constitutive characteristic. Narratologically the emphasis will be on “time“, this being a crucial factor for the creation of these series. A variety of time-related issues will be analyzed here: How are historically recurring events dealt with within the picture series? How are the different scenes connected with each other to create a sequential storyline? What do the boundaries of narration – portrayed by the discontinuity between the pictures – reveal?

Schlagwörter in Englisch

National Socialism / concentration camps / concentration camp prisoners / narration / picture series

Dokumentenart: Hochschulschrift (Dissertation)
AutorIn: Wendland, Jörn
Titel: Das Lager von Bild zu Bild
Untertitel: Gebrauch, Ästhetik und Erzählstrukturen narrativer Bildserien von Häftlingen aus Zwangslagern im nationalsozialistischen Machtbereich
Umfangsangabe: 608 S. : Ill.
Institution: Universität Wien
Fakultät: Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Publikationsjahr: 2012
Sprache: ger ... Deutsch
BetreuerIn: Theis, Lioba
BeurteilerIn: Theis, Lioba
2. BeurteilerIn: Stern, Frank
Klassifikation: 20 Kunstwissenschaften > 20.10 Kunst und Gesellschaft
15 Geschichte > 15.24 Zweiter Weltkrieg
AC-Nummer: AC10926249
Dokumenten-ID: 29211
(Das PDF-Layout ist ident mit der Druckausgabe der Hochschulschrift.)

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